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50 Prozent der Bitcoin-Lightning-Nodes laufen auf Amazon und Google

Bitcoin steht für Dezentralisierung. Aber wie sieht es mit dem Lightning-Netzwerk und seinen Nodes aus?

50 Prozent der Bitcoin-Lightning-Nodes laufen auf Amazon und Google

Bitcoin steht für Dezentralisierung. Aber wie sieht es mit dem Lightning-Netzwerk und seinen Nodes aus? Ungefähr 50 Prozent läuft inzwischen auf Amazon und Google.

Die heilige Gral­le von Bitcoin: Dezentralisierung. Es gibt kaum ein anderes Netzwerk, das sich stärker mit dieser Geschichte verbindet. Bitcoin will Dezentralisierung nutzen, um die Probleme des traditionellen Finanzsystems zu lösen. Um so skalierbar zu sein wie ein weltweites Netzwerk, gibt es Bitcoin Lightning: eine vermutete Lösung für das Blockchain-Trilemma. Aber während Lightning schnelle Transaktionen ermöglicht, schränkt es die Dezentralisierung ein.

Laut Daten von Mempool Space läuft ungefähr die Hälfte aller Bitcoin Lightning Network (LN) Nodes auf zentralisierten Cloud-Service-Anbietern. Amazon Web Services (AWS) hostet etwa 28 Prozent und Google Cloud mehr als 20 Prozent.

Zentralität: Das sind die Probleme

Im Gegensatz zur Nutzung eines lokalen Nodes bietet der Einsatz zentralisierter Lösungen Verfügbarkeit und Zuverlässigkeit, zumindest teilweise. In der Vergangenheit gab es schon Ausfälle bei Amazon oder Google, was ein ernstes Sicherheitsproblem für Bitcoin bedeutete. Die potenziellen Gefahren sind:

Zentralisierung der Kontrolle: Zentrale Hosting-Anbieter wie Amazon und Google können indirekt erheblichen Einfluss auf das Lightning-Netzwerk ausüben, indem sie beispielsweise Node-Operatoren zensieren. Das widerspricht der dezentralen Natur von Bitcoin und Lightning, wo die Kontrolle ideally über viele Teilnehmer verteilt sein sollte. Hat eine Partei zu viel Kontrolle, besteht das Risiko von Missbrauch, Zensur oder Manipulation. Eine Wunde, die der Hosting-Anbieter Hetzner schon bei Ethereum offengelegt hat.

Vertrauensfrage: Transaktionen können ausgeführt werden, ohne dass ein vertrauenswürdiger Zwischenhändler nötig ist. Das ist die Philosophie der Dezentralisierung bei Bitcoin und Lightning. Wenn viele Nodes über einen zentralen Anbieter laufen, müssen die Nutzer diesem Anbieter vertrauen, zumindest teilweise.

Single Point of Failure: Die Gefahr zentraler Anbieter ist der Single Point of Failure. Wenn Amazon oder Google zum Beispiel gehackt werden oder stark reguliert werden, geht ein Teil der Dezentralisierung von Lightning verloren.

Um zunehmender Zentralisierung vorzubeugen, ist es wichtig, dass Lightning-Nodes von einer großen Zahl unabhängiger Teilnehmer betrieben werden. Die restlichen 50 Prozent der Node-Betreiber verteilen sich ja ohnehin auf verschiedene Hosting-Anbieter. Trotzdem wäre eine bessere dezentrale Verteilung wünschenswert – mit Blick auf die Bitcoin-Philosophie.

Wie dezentral ist Bitcoin?</n

Während das Lightning-Netzwerk so schnell wie möglich viele Transaktionen verarbeiten soll, hinkt das Hauptnetzwerk hinterher. Die Blockchain verarbeitet lediglich sieben Überweisungen pro Sekunde, und das ist auch gut so. Bitcoin sagt schließlich: „Ein Feature, kein Bug.“ Gerade weil das Netzwerk so langsam ist, ist es so sicher, mit Proof of Work als Stützpfeiler.

Miner konkurrieren miteinander um das nächste Blockfund. Wer mehr Rechenleistung liefert, genannt Hashrate, hat bessere Chancen. Früher konnte sich jeder leisten: Bitcoin-Mining war auf fast jedem handelsüblichen Computer möglich. Heute ist das Mining von Bitcoin ein Milliardengeschäft mit großen Monopolen. Ungefähr die Hälfte der Gesamthashrate wird von zwei Mining-Unternehmen bereitgestellt: Foundry USA und AntPool.

Die Verteilung der Nodes lässt ebenfalls zu wünschen übrig. Ungefähr 31 Prozent aller Bitcoin-Nodes laufen in den USA. Deutschland trägt auch zur Zentralität mit fast 15 Prozent bei. Warum selbst der Standort eine Rolle bei Dezentralisierung spielt, zeigt das Beispiel China. Im Sommer 2021 erklärte die chinesische Regierung Bitcoin-Mining für illegal. In sehr kurzer Zeit brach die Hashrate ein. Bevor das Verbot kam, kamen 70 Exahashes pro Sekunde aus der Volksrepublik, fast die Hälfte der gesamten Rechenleistung im Netzwerk. Wie bei den Lightning-Nodes: Amazon trägt gut unter fünf Prozent bei, Google verschwindet hinter der Deutsche Telekom AG mit zwei Prozent.

Die Messung der Dezentralisierung? Die Nakamoto-Koeffizient

Das Versprechen der Blockchain ist klar: Sie ist transparent, unumkehrbar und vor allem dezentralisiert. Zwischenzeitlich ist Dezentralisierung jedoch oft nichts Weiteres als ein Marketing-Begriff. Reale Dezentralisierung ist schwer zu erkennen. Bisher nutzte man oft den Nakamoto-Koeffizienten, der die Anzahl von Nodes bestimmt, die nötig ist, um ein Blockchain-Netzwerk zu stören. Doch auch andere Faktoren spielen eine Rolle, wie geografische Lage und die verwendete Hardware- und Software-Infrastruktur.


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