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Amerikanische Wallets handeln 571 Millionen Dollar auf Polymarket

Allium sieht, dass amerikanische Wallets trotz des Verbots auf Polymarket aktiv bleiben, vor allem bei geopolitischen Kontrakten. Die Zahlen berühren die Aufsicht über Prediction Markets und den CFTC-Vergleich aus dem Jahr 2022.

Amerikanische Wallets handeln 571 Millionen Dollar auf Polymarket

Wichtigste Erkenntnisse

  • Amerikanische Wallets handelten im vergangenen Jahr 571 Millionen Dollar auf Polymarket, obwohl US-Nutzer offiziell ausgeschlossen sind.
  • Laut Allium greifen IP-Sperren nur begrenzt, weil der Zugang über Krypto-Wallets und VPNs weiterhin möglich bleibt.
  • US-Händler setzen vergleichsweise häufiger auf geopolitische Märkte; fünf der zwölf größten Märkte drehten sich um den Krieg im Iran.

Amerikanische Wallets waren im vergangenen Jahr die größte politische Nutzergruppe auf Polymarket, obwohl die Krypto-Plattform US-Kunden offiziell nicht bedienen darf. Nach Angaben eines neuen Berichts des Onchain-Analyseunternehmens Allium wurden in den vergangenen zwölf Monaten Wallets mit Bezug zu den USA im Umfang von 571 Millionen Dollar (499 Millionen Euro) nominal gehandelt. Das ist mehr als in jedem anderen Land.

Das Verbot stoppt den Handel nicht

Polymarket sperrt Nutzer aus den USA über IP-Adressen. Allium hält diese Maßnahme jedoch für nur begrenzt wirksam, solange der Handel über Krypto-Rails abgewickelt wird. Anders als bei klassischen Zahlungswegen gibt es keine Bank, die eine Transaktion einfach blockieren könnte, und auch keine herkömmliche Kontoschicht, die ein Aufseher direkt ablehnen würde. Ein VPN und eine vorhandene Krypto-Wallet können daher offenbar ausreichen, um dennoch Zugriff zu erhalten.

Die Auswertung hat allerdings Grenzen. Allium kann nur rund 6 Prozent der Wallets auf den politischen Märkten einem Land zuordnen, weil die Ländertags aus Onchain-Verhalten und nicht aus IP-Adressen abgeleitet werden. Entsprechend sollten die Zahlen eher als Orientierung denn als exakte Gesamtsumme verstanden werden.

Worauf Amerikaner setzen

Besonders auffällig ist, welche Märkte amerikanische Händler bevorzugen. Auf geopolitische Kontrakte entfielen 46 Prozent des amerikanischen nominalen Volumens, während der Anteil auf der Plattform insgesamt bei 36 Prozent lag. Wahlen machten bei amerikanischen Wallets 16 Prozent aus, plattformweit waren es 32 Prozent.

Das spricht dafür, dass die amerikanische Gruppe relativ häufiger auf ausländische Konflikte setzt als auf Wahlmärkte, die andernorts stärker gefragt sind. Von den zwölf größten Märkten unter amerikanischen Wallets bezogen sich fünf auf den Krieg im Iran. Der größte einzelne Markt war ein Novelty-Kontrakt über 20,8 Millionen Dollar (18,2 Millionen Euro) darauf, ob der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj einen Anzug tragen würde.

Bedeutung für europäische Leser

Für europäische Krypto-Fans zeigt der Bericht, wie schwierig die Durchsetzung wird, sobald der Handel über Blockchain und Stablecoins läuft. Polymarket schloss bereits im Januar 2022 einen Vergleich mit der CFTC und erhielt ein Verbot für amerikanische Nutzer. Die Daten deuten jedoch darauf hin, dass solche Einschränkungen die Nutzung nicht automatisch beenden. Das ist auch für die breitere Debatte über die Aufsicht über Prediction Markets relevant, zumal Polymarket später eine US-Variante unter CFTC-Aufsicht mit vollständiger Identitätsprüfung und begrenztem Zugang gestartet hat.

Der Bericht verweist außerdem darauf, dass sich die Nachfrage nach politischen Kontrakten in Bereiche verschiebt, die regulierte US-Handelsplätze nicht abdecken, etwa Regimewechsel und Waffenruhen. Dadurch bleibt die Aktivität onchain sichtbar, bewegt sich aber weitgehend außerhalb der klassischen Aufsichtslinien.


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