Finst

Bitcoin verliert vor Fed-Beschluss die Kopplung an Dollar und Aktien

Der Kurs reagiert weniger auf den Dollar Index und US-Aktien, während der gescheiterte Clarity Act und der Fed-Beschluss den Handel bestimmen.

Bitcoin verliert vor Fed-Beschluss die Kopplung an Dollar und Aktien

Wichtigste Erkenntnisse

  • Bitcoin handelte kurz vor dem Zinsentscheid der Federal Reserve weniger eng gekoppelt an den Dollar Index, US-Aktien und Gold.
  • Nach dem Scheitern des Clarity Act fiel Bitcoin um etwa 4% auf unter $76.000, den niedrigsten Stand seit mehr als drei Wochen.
  • Anleger verfolgen nun vor allem den Fed-Beschluss, die Einordnung von Vorsitzendem Kevin Warsh und neue Signale rund um die Krypto-Regulierung.

Bitcoin bewegt sich kurz vor dem Zinsentscheid der Federal Reserve auffällig losgelöst vom Dollar Index und von US-Aktien. Laut CoinMarketCap ist die kurzfristige Korrelation mit dem Dollar fast verschwunden, während auch die Verbindung zum S&P 500, zum Nasdaq und zu Gold nachgelassen hat. Gleichzeitig fiel Bitcoin nach dem Scheitern des Clarity Act um etwa 4% auf unter $76.000 (€65.900), den niedrigsten Stand seit mehr als drei Wochen.

Korrelationen lösen sich auf

CoinMarketCap-Daten zeigen, dass Bitcoin in einem Fenster von 15 Tagen oder weniger nur noch eine Korrelation von +0,08 mit dem Dollar Index hat. Über die vergangenen 30 Tage lag dieser Zusammenhang dagegen bei -0,54. Auch die Kopplung mit dem S&P 500 sank auf 0,43, von 0,75 einen Tag zuvor. Beim Nasdaq ging sie auf 0,30 zurück, von 0,60, und bei Gold auf 0,28, von 0,69 über 30 Tage.

Laut Alice Liu, Leiterin Research bei CoinMarketCap, macht das den Markt derzeit weniger vorhersehbar für Händler, die Bitcoin normalerweise als risikobehaftetes Asset neben Aktien betrachten. Eine Absicherung, die zuvor funktioniert hat, etwa indem Bitcoin mit Futures auf den S&P 500 abgesichert wurde, ist dadurch weniger verlässlich geworden.

Clarity Act setzt den Ton

Die Verschiebung hängt mit der Aufmerksamkeit für den Clarity Act zusammen, der am Dienstag eine wichtige prozedurale Abstimmung im Senat verlor. Das Gesetz sollte einen bundesweiten Rahmen für Krypto schaffen und die Aufsicht zwischen der CFTC und der SEC aufteilen, erhielt aber nicht die nötige Unterstützung.

Dieser politische Rückschlag lenkte die Aufmerksamkeit vom breiteren Makrobild ab. Deshalb schaut der Markt nun nicht nur auf die Fed, sondern auch auf die Frage, ob Bitcoin in den kommenden Tagen vor allem auf Regulierungsnachrichten reagieren wird.

Was Anleger jetzt beobachten

Die Fed wird am Mittwoch um 14.00 Uhr ET mit einer Zinserhöhung um 25 Basispunkte erwartet. Dieses Szenario ist nach Einschätzung des Marktes weitgehend eingepreist. Einige Analysten achten deshalb vor allem auf die Einordnung von Vorsitzendem Kevin Warsh sowie auf die Reaktion des Dollar Index und der US-Staatsanleiherenditen.

Für europäische Krypto-Interessierte ist das relevant, weil Bitcoin in solchen Momenten oft weniger auf einen einzelnen Faktor reagiert als auf eine Mischung aus Politik, Zinsen und Regulierung. Der jüngste Rückgang unter $76.000 (€65.900) zeigt auch, dass sich politische und makroökonomische Signale schnell als wichtigster Handelsimpuls abwechseln können.

Auch die Erwartung einer Zinserhöhung spielt bei der Kursbewegung eine Rolle, weil eine weniger hawkische Botschaft den Dollar schwächen und risikobehafteten Assets zugleich Unterstützung geben könnte.


Haftungsausschluss: Dieser Inhalt dient ausschließlich zu Informationszwecken und stellt keine finanzielle, anlagebezogene, rechtliche oder steuerliche Beratung dar. Die bereitgestellten Informationen können unvollständig, ungenau oder veraltet sein und sollten nicht als solche herangezogen werden. Nichts auf dieser Website sollte als Empfehlung zum Kauf, Verkauf oder Halten von Kryptowährungen angesehen werden. Investitionen in Krypto-Assets sind mit Verlustrisiken verbunden.