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Auch Argentinien prüft Worldcoin

Worldcoin bleibt unter der Lupe. Die argentinische Datenschutzbehörde AAIP prüft nun mögliche Verstöße.

Auch Argentinien prüft Worldcoin

Worldcoin steht weiter unter Beobachtung. Die argentinische Datenschutzbehörde AAIP hat eine Untersuchung gegen Worldcoin eingeleitet. Hintergrund ist die massenhafte Erhebung von Daten über Augen-Scanner. Es soll geprüft werden, ob das Kryptoprojekt, das unter anderem von OpenAI-CEO Sam Altman mit gegründet wurde, Datenschutzgesetze verletzt. Behörden in Deutschland, Frankreich und Kenia führen ebenfalls Untersuchungen durch.

Worldcoin: Lockerer Umgang mit Daten?

Immer mehr Menschen lassen ihre Iris scannen für das Worldcoin-Projekt. Das ruft auch Bedenken bezüglich Datenmissbrauchs hervor. Argentinische Datenschutzbehörden führen nun ebenfalls Untersuchungen zu dem Projekt durch, das Menschen mit einem bedingungslosen Grundeinkommen lockt. Laut AAIP werden "Prozesse und Praktiken im Zusammenhang mit dem Sammeln, Speichern und Verarbeiten personenbezogener Daten gründlich analysiert". Mögliche Verstöße gegen Datenschutzgesetze werden untersucht.

In den letzten Wochen haben sich viele Menschen in und um Buenos Aires ihre Iris scannen lassen, im Austausch gegen eine finanzielle Vergütung. Nach dem Datenschutzrecht sind "Verantwortliche für die Verarbeitung personenbezogener Daten verpflichtet, ihre Datenbanken bei der AAIP zu registrieren". Es müsste auch Informationen über "ihre Verarbeitungsrichtlinien, den Zweck der Verarbeitung sensibler Daten und die Aufbewahrungsdauer der Daten" bereitgestellt werden.

Rechte der Nutzer stärken

Bürger, die Fotos für Worldcoin machen, hätten zudem das Recht auf klare und zugängliche Informationen über die Übertragung, Nutzung und den Zweck der Datenerhebung und -verarbeitung, wenn personenbezogene Daten übertragen werden, so die Behörde. Dies gilt insbesondere bei sensiblen Daten wie biometrischen Daten. Dies schließt auch das Recht auf Vergessenwerden ein, also die Löschung persönlicher Daten.

Angesichts zunehmender Bedrohungen der Digitalisierung ruft die AAIP dazu auf, den rechtlichen Rahmen zum Datenschutz zu stärken. Argentiniens Gesetzgebung ist seit über 20 Jahren in Kraft. Diese muss aktualisiert werden, um die Herausforderungen im Datenschutz durch aktuelle technologische Veränderungen effektiv anzugehen. Ein entsprechender Gesetzesentwurf wurde letzte Woche im Abgeordnetenkammer eingereicht.

Immer wieder Probleme mit Worldcoin

Worldcoin stand von Anfang an unter Beschuss. Das Kryptoprojekt tourt seit Monaten durch Großstädte und sammelt massenhaft biometrische Daten mithilfe von Augen-Scannern. Mehr als zwei Millionen Menschen haben sich inzwischen registriert. Im Gegenzug erhalten sie eine "World ID" und Worldcoin-Token. Es wird ein bedingungsloses Grundeinkommen versprochen. Seit dem Token-Launch Ende Juli ist der Preis der Kryptowährung um fast 50 Prozent gefallen.

Nachdem die französische Datenschutzbehörde CNIL bereits eine Untersuchung eingeleitet hat und kenianische Behörden ebenfalls Maßnahmen ergriffen haben, hat BaFin Untersuchungen angekündigt. Das deutsche Bundesamt für Datenschutzaufsicht führt seit November 2022 Untersuchungen zu möglichen Verstößen gegen Datenschutzbestimmungen durch.


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