Französischer Krypto-Mitarbeiter nach Überfall zu Transfer von 40.000 Euro gezwungen
Im Pas-de-Calais wurde ein IT-Spezialist aus der Krypto-Branche stundenlang festgehalten und zu einer Überweisung von 40.000 Euro in Krypto gezwungen. Frankreich verzeichnet dieses Jahr erneut mehr gewaltsame Erpressungsfälle rund um digitale Assets.

Wichtigste Erkenntnisse
- Vier maskierte Männer hielten in Vendin-le-Vieil eine Familie stundenlang fest und zwangen den Vater, 40.000 Euro in Krypto zu überweisen.
- Die Eltern und zwei Kinder wurden gefesselt; der Vater wurde misshandelt und die 12-jährige Tochter wurde laut einer Quelle ins Gesicht geschlagen.
- Die Polizei hat bislang keine Festnahmen vorgenommen, während Frankreich dieses Jahr erneut einen Anstieg von Krypto-bezogenen Entführungen und Erpressungen verzeichnet.
Vier maskierte Männer haben in Nordfrankreich eine Familie stundenlang festgehalten und den Vater, der in der Krypto-Branche arbeitet, dazu gezwungen, 40.000 Euro in digitale Assets zu überweisen. Der Angriff ereignete sich in Vendin-le-Vieil im Pas-de-Calais und reiht sich in eine Serie gewaltsamer Krypto-Überfälle ein, die Frankreich dieses Jahr erneut hart treffen.
Familie in Vendin-le-Vieil gefesselt
Laut der Staatsanwaltschaft von Béthune drangen die Männer gegen 4.00 Uhr am 20. September in das Haus ein. Sie fesselten beide Eltern und ihre beiden Kinder im Alter von 8 und 12 Jahren mit schwarzem Klebeband und durchsuchten die Wohnung. Der Vater, ein angestellter IT-Spezialist in der Krypto-Branche, wurde misshandelt und unter Druck gesetzt, seine Zugangsdaten und Codes herauszugeben.
Anschließend zwangen die Eindringlinge ihn, 40.000 Euro in Krypto zu überweisen. Eine mit den Ermittlungen vertraute Quelle sagte, dass die 12-jährige Tochter außerdem mit einem Autoschlüssel ins Gesicht geschlagen worden sei. Nach mehr als drei Stunden verließen die Männer das Haus. Die Familie konnte sich selbst befreien, und die Feuerwehr behandelte alle vier wegen Schocks. Die Polizei hat bislang keine Festnahmen vorgenommen und sucht nach allen vier Verdächtigen.
Mehr Gewalt rund um Krypto in Frankreich
Der Fall steht nicht für sich allein. In der ersten Hälfte von 2026 zählte Frankreich 77 Fälle von Entführung, Freiheitsberaubung und Erpressung mit Krypto-Bezug, mehr als die rund 45 Fälle im gesamten Jahr 2025. Chainalysis hatte bereits zuvor berichtet, dass die Zahl öffentlich bekannter französischer Vorfälle in der ersten Jahreshälfte deutlich gegenüber dem Vorjahr gestiegen ist.
Der Anstieg hängt nach früheren Analysen mit einem Datenleck aus dem Jahr 2024 zusammen, bei dem sensible Daten wohlhabender Krypto-Besitzer abgegriffen und weiterverkauft worden sein sollen. Dadurch scheinen Angreifer leichter Ziele finden zu können, auch wenn in diesem Fall nicht öffentlich gemacht wurde, wie die Täter den Vater identifizierten.
Bedeutung für europäische Leser
Für europäische Krypto-Nutzer zeigt dieser Fall, dass Risiken nicht nur online bestehen. Auch Menschen, die in der Branche arbeiten, oder ihre Familienmitglieder, können Ziel physischer Erpressung werden. Das macht den Schutz persönlicher Daten und Wohnadressen zu einem immer relevanteren Thema für den breiteren Kryptomarkt.