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Armstrong: Bitcoin ist zu digitalem Gold geworden, Stablecoins übernehmen Zahlungen

Armstrong sagt, dass Bitcoin vor allem zu einem Sparmittel geworden ist, während Stablecoins wie USDT und USDC den täglichen Zahlungsverkehr auf Blockchains übernehmen.

Armstrong: Bitcoin ist zu digitalem Gold geworden, Stablecoins übernehmen Zahlungen

Wichtigste Erkenntnisse

  • Brian Armstrong sagt, dass Bitcoin sich vor allem zu digitalem Gold entwickelt hat und im Alltag nicht mehr als digitales Geld genutzt wird.
  • Nach Armstrongs Einschätzung übernehmen Stablecoins inzwischen die Rolle des Zahlungsmittels auf Blockchains.
  • Er beschreibt Bitcoin als erfolgreichen Store of Value, der sich als Zahlungsfunktion nie breit durchgesetzt hat.

Coinbase-CEO Brian Armstrong meint, dass Bitcoin nicht bei Satoshi Nakamotos ursprünglicher Idee von täglichem digitalem Geld angekommen ist. Aus seiner Sicht hat sich Bitcoin vor allem zu digitalem Gold entwickelt, während Stablecoins die Funktion des Zahlungsmittels übernommen haben. Damit rückt Armstrong eine der zentralen Debatten im Krypto-Markt wieder in den Vordergrund: Welche Rolle spielt Bitcoin in einem Markt, der inzwischen deutlich breiter aufgestellt ist?

Bitcoin als Wertaufbewahrung, nicht als Zahlungsmittel

Armstrong äußerte sich dazu in einem Interview mit Zerodha-Gründer Nikhil Kamath im Podcast People by WTF. Auf die Frage, ob Bitcoin noch das leistet, wofür es ursprünglich entwickelt wurde, sagte er, dass es heute vor allem als Store of Value funktioniert und nicht als Medium of Exchange.

Das spiegelt sich auch in der Kursentwicklung von BTC wider. Bitcoin notiert bei rund 64.523 $ (56.400 €) und liegt damit etwa 45 Prozent unter dem Hoch vom Oktober 2025 bei 126.080 $ (110.300 €). In der Praxis hat sich die Kryptowährung damit immer stärker zu einem Asset entwickelt, das Anleger halten, statt im Alltag auszugeben.

Armstrong verwies außerdem auf das Lightning Network als Versuch, Bitcoin besser für Zahlungen nutzbar zu machen. Diese Ebene soll Transaktionen schneller und günstiger abwickeln, doch seiner Einschätzung nach hat sie sich nie wirklich breit durchgesetzt. Das passt zu dem größeren Bild, dass Bitcoin technisch zwar weiterentwickelt wurde, seine ursprüngliche Zahlungsfunktion aber nicht in großem Stil zurückerobert hat.

Stablecoins füllen die Lücke

Während Bitcoin laut Armstrong vor allem eine Sparfunktion übernommen hat, haben Stablecoins den Zahlungsverkehr für sich eingenommen. Die an den Dollar gekoppelten Tokens sind stark gewachsen und werden immer häufiger als praktisches Tauschmittel auf Blockchains genutzt. Armstrong sagte, dass fiat-backed Stablecoins inzwischen die Rolle des Medium of Exchange erfüllen, während Bitcoin digitales Gold geblieben ist.

Der Umfang dieses Marktes stützt dieses Bild. Laut DefiLlama liegt das Stablecoin-Angebot nahe bei 310 $ Milliarden (271 € Milliarden), wobei Tethers USDT auf 184 $ Milliarden (161 € Milliarden) kommt und Circles USDC bei 73 $ Milliarden (63,8 € Milliarden) liegt. Armstrong nannte zudem den GENIUS Act, der im Juli 2025 unterzeichnet wurde, als wichtigen Schritt hin zu mehr rechtlicher Klarheit in den USA.

Bedeutung für Europa

Für europäische Krypto-Nutzer ist das relevant, weil es zeigt, wie sich der Markt zunehmend in zwei Nutzungsmodelle aufteilt: Bitcoin als reserveähnliches Asset und Stablecoins als Zahlungsinfrastruktur. Diese Trennung spielt auch in Debatten über Regulierung, Adoption und die Rolle von Blockchains wie Base und Solana eine Rolle, auf denen inzwischen ein großer Teil dieser Aktivität stattfindet.

Die Verschiebung betrifft auch die breitere Diskussion über Bitcoin selbst. In der Praxis dreht sich das Netzwerk immer häufiger um Wertaufbewahrung und Governance, etwa in der Debatte rund um BIP-110 und Ordinals, während der Zahlungsverkehr eher auf andere Rails abwandert.

Armstrong selbst wertet diese Entwicklung nicht als Scheitern. Aus seiner Sicht ist Bitcoin als digitales Gold völlig in Ordnung und war nie für Zahlungen mit hohem Volumen gedacht. In seiner Lesart hat Bitcoin also nicht versagt, sondern schlicht eine andere Funktion übernommen, als Satoshi Nakamoto ursprünglich vorgesehen hatte.


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