Arthur Hayes sieht KI-Kreditblase als möglichen Bitcoin-Katalysator
Hayes beschreibt den Ausbau der KI-Infrastruktur als kreditgetriebene Blase, in der Hyperscaler und Rechenzentren die Schwachstelle bilden. Nach seiner Einschätzung könnte eine spätere Liquiditätswelle aus Washington und Peking Bitcoin stützen.

Wichtigste Erkenntnisse
- Arthur Hayes betrachtet den Boom bei der KI-Infrastruktur vor allem als Kreditgeschichte und nicht als klassisches Gewinnmodell.
- Er warnt, dass steigende Capex und schnell an Wert verlierende Chips um Ende 2027 bis 2028 zu einem Kreditbruch führen könnten.
- Hayes hält es für möglich, dass eine spätere Rettungsaktion durch Regierungen zusätzliche Liquidität freisetzt und Bitcoin in Richtung 1 Million $ treibt.
Arthur Hayes, Mitgründer der Krypto Exchange BitMEX und des Krypto-Fonds Maelstrom, ordnet den aktuellen KI-Infrastrukturboom nicht als gewöhnliches Wachstums- oder Gewinnnarrativ ein. Aus seiner Sicht handelt es sich vielmehr um eine Kreditgeschichte, die Parallelen zu 2008 aufweist. Besonders die Hyperscaler seien stark davon abhängig, dass sich der Bau riesiger Rechenzentren weiter finanzieren lasse, während die darin eingesetzten Chips rasch an Wert verlieren. Sollte diese Finanzierung ins Stocken geraten, dürfte das laut Hayes deutlich mehr Druck auf den Markt ausüben, als derzeit eingepreist ist.
Kredit statt Gewinn
In seinem neuen Essay schreibt Hayes, der Vergleich mit der Dotcom-Blase aus dem Jahr 2000 greife zu kurz. Damals habe vor allem die Erwartung künftiger Gewinne im Mittelpunkt gestanden, während der KI-Ausbau heute vor allem auf Fremdkapital, Krediten und immer höheren Capex beruhe. Er zieht dabei einen Vergleich zur Immobilienfinanzierung: Geldgeber glaubten, Technologie zu finanzieren, tatsächlich verhielten sich die zugrunde liegenden Assets seiner Einschätzung nach aber eher wie Infrastruktur, die abgeschrieben werden muss.
Den Wendepunkt sieht Hayes dann, wenn die angekündigten Capex nicht mehr schneller steigen. Dafür nennt er ein Zeitfenster von Ende 2027 bis 2028. Danach könnte der Kreditfluss noch eine Weile weiterlaufen, ähnlich wie Hypothekenkredite vor 2007, bis die schwächsten KI-Schulden brechen und auch Marktteilnehmer mit zu viel Hebel unter Druck geraten.
Warum Bitcoin davon profitieren könnte
Nach Hayes' Einschätzung werden Washington und Peking am Ende eingreifen müssen, wenn der Schaden groß genug wird, und zwar unter dem Vorwand der nationalen Sicherheit. Eine solche Rettungsaktion würde seiner Ansicht nach deutlich mehr Liquidität freisetzen als 2008. Genau diese Geldwelle könnte Bitcoin am Ende stützen und in Richtung 1 Million $ (0,9 € Millionen) treiben. Die jüngste KI-Verkaufswelle, einschließlich des Abbaus von Hebelwirkung in Südkorea, wertet er derweil als Rücksetzer innerhalb eines breiteren Bull Market.
Für Bitcoin-Anleger ist diese Einordnung relevant, weil die Kryptowährung in früheren Stressphasen häufig von zusätzlicher Liquidität und einem lockereren Finanzumfeld profitiert hat. Gleichzeitig bleibt das Szenario an einen späteren Kreditbruch und mögliches staatliches Eingreifen gebunden und ist damit kein direkter Marktmechanismus. Bitcoin notierte am Mittwoch bei rund 64.200 $ (55.800 €), leicht unter dem Niveau der Vorwoche und weiterhin innerhalb der Spanne, die seit Mai hält. In dieses größere Bild passt auch, wie KI-Investitionen die Inflation und die Zinsen länger hoch halten können, was den Spielraum für riskante Assets vorerst begrenzt.