Binance und Coinbase helfen bei Westafrika-Operation gegen Scam-Netzwerke
Ghana und Nigeria gingen gegen Scam-Netzwerke und Krypto-Investitionsbetrug vor, mit Unterstützung von Binance, Coinbase und Blockchain-Analysten. Das DOJ nennt 11 Millionen Dollar an Geldern, die möglicherweise eingefroren werden können.

Wichtigste Erkenntnisse
- Behörden in Ghana und Nigeria haben bei einer Aktion gegen Scam-Netzwerke und Krypto-Investitionsbetrug in Westafrika 28 Menschen festgenommen.
- Binance und Coinbase arbeiteten mit; das US-Justizministerium meldete, dass mehr als 11 Millionen Dollar an Geldern möglicherweise eingefroren werden können.
- In Ghana wurden 19 Menschen festgenommen und 303 Geräte beschlagnahmt; in Nigeria wurden neun Verdächtige verhaftet.
Behörden in Ghana und Nigeria haben 28 Menschen im Rahmen einer Aktion gegen Scam-Netzwerke in Westafrika festgenommen, bei der auch Krypto-Investitionsbetrug bekämpft wurde. Laut dem US-Justizministerium arbeiteten die Krypto-Exchanges Binance und Coinbase an der Operation mit, die mehr als 11 Millionen Dollar (9,8 Millionen Euro) an Geldern einbrachte, die möglicherweise eingefroren werden können.
Internationale Zusammenarbeit
Die Aktion wurde von der britischen National Crime Agency koordiniert und brachte Tech-Unternehmen und Ermittlungsbehörden zusammen. Das DOJ bezeichnete sie als die erste gemeinsame Operation, die sich speziell auf Westafrika richtete. Neben Binance und Coinbase waren auch Blockchain-Analysten von Chainalysis, Elliptic und TRM Labs beteiligt.
Coinbase sagte, dass das Unternehmen bei der Nachverfolgung illegaler Geldströme, der Unterstützung von Kontosperrungen und dem Teilen von Informationen mit Ermittlern geholfen habe. Das Unternehmen meldete, mehr als 65 aktive Opfer von Scams identifiziert und mehr als 415.000 Dollar (368.800 Euro) an möglichen Verlusten verhindert zu haben. TRM Labs sagte, es habe ein groß angelegtes Peer-to-Peer-Geldwäschenetzwerk aufgedeckt.
Was die Aktion gebracht hat
In Sasaabi, nahe Accra, nahmen die ghanaischen Behörden 19 Menschen fest und beschlagnahmten 303 elektronische Geräte. In Nigeria wurden weitere neun Menschen festgenommen. Die NCA meldete außerdem 117 Opfer von Menschenhandel in Ghana, die auf ihre Rückführung nach Nigeria warteten.
Die Partner berichteten auch über Krypto-Beschlagnahmungen, nannten aber weder den Wert noch die betroffenen Assets. Die genannten 11 Millionen Dollar (9,8 Millionen Euro) beziehen sich auf Gelder, die für eine mögliche Einfrierung markiert wurden, nicht auf bestätigte Rückgewinnungen.
Bedeutung für Europa
Der Fall zeigt, wie Scam-Netzwerke immer häufiger grenzüberschreitend agieren und wie Krypto-Exchanges, Analysefirmen und Ermittlungsbehörden dabei zusammenarbeiten. Für europäische Krypto-Nutzer ist vor allem relevant, dass es bei solchen Aktionen nicht nur um Festnahmen geht, sondern auch um die Nachverfolgung von Geldströmen und das Blockieren möglicher Missbräuche. Meta meldete derweil, dass das Unternehmen mehr als 3,7 Millionen Facebook- und Instagram-Konten, Seiten und Gruppen entfernt hat, die laut dem Unternehmen vor allem Amerikaner und Briten per Imitation ins Visier nahmen.