BitBonds: So könnte die US‑Regierung Bitcoin kaufen
Das Bitcoin Policy Institute hat einen neuen Vorschlag vorgestellt, rechtzeitig für die Refinanzierung von rund 9,3 Billionen Dollar an US‑Staatsanleihen, die in den kommenden zwölf Monaten fällig werden.

Das Bitcoin Policy Institute hat einen neuen Vorschlag präsentiert, rechtzeitig für die Refinanzierung von rund 9,3 Billionen Dollar an US‑Staatsanleihen, die in den kommenden zwölf Monaten fällig werden. In ihrer Politikanalyse schlagen sie vor, einen neuen Typ Staatsanleihe einzuführen: die sogenannten BitBonds, Anleihen, die teilweise durch Bitcoin unterstützt werden.
Die Struktur dieser Anleihen kombiniert eine nahezu risikofreie Staatsanleihe mit einem niedrigen Zinssatz und einer eingebauten Call-Option auf Bitcoin. Die Idee ähnelt Wandelanleihen wie jenen von Strategy, bei denen Anleger Schutz gegen Verluste genießen, aber gleichzeitig von einer möglichen deutlichen Wertsteigerung von Bitcoin profitieren können.
Einige Kritiker vergleichen BitBonds mit goldgedeckten Staatsanleihen. Solche Konstruktionen ermöglichen es Regierungen, zu günstigen Konditionen Geld zu leihen, während Anleger von steigendem Goldpreis profitieren. Im Fall von Bitcoin könnte das enorme Aufwärtspotenzial der Kryptowährung Investoren dazu verleiten, sich mit einem deutlich niedrigeren Zinssatz zufriedenzugeben. Das würde der US‑Regierung erhebliche Zinsersparnisse bringen.
Laut dem Vorschlag würden 90 % der Erlöse aus BitBonds in reguläre Staatshaushalte fließen, während die verbleibenden 10 % in Bitcoin investiert würden. So würde nicht nur die Zinslast sinken, sondern die USA könnten auch strategisch eine Bitcoin-Reserve aufbauen.
Stellen wir uns vor, ein BitBond habe eine Nennwert von 100 Dollar und eine Laufzeit von zehn Jahren. Bei der Emission würden dann 10 Dollar in Bitcoin investiert, während die restlichen 90 Dollar für Staatsausgaben oder zur Schuldentilgung verwendet würden. Wenn Bitcoin in dieser Zeit verfünffacht, wäre aus den 10 Dollar 50 Dollar geworden. Der Anleihegläubiger würde insgesamt 140 Dollar erhalten – zusätzlich zur ohnehin ausgeschütteten Zinszahlung.
Bei einer groß angelegten Emission von beispielsweise 2 Billionen Dollar rechnet das Bitcoin Policy Institute damit, dass die US‑Regierung jährlich rund 70 Milliarden Dollar an Zinsen sparen könnte. Langfristig könnte der Wertzuwachs der Bitcoin‑Reserve sogar dazu beitragen, die Staatsschuld zu senken – ohne zusätzliche Steuern.
Für Anleger, die weniger Risiko suchen, aber dennoch Exposure zu Bitcoin wünschten, könnte eine solche Anleihe eine attraktive Option sein. Vor allem Pensionsfonds, Versicherer und Stiftungen – die oft nur begrenzte Anlageoptionen haben – könnten von dieser hybriden Form der Investition profitieren.
Wenn Ratingagenturen und Aufsichtsbehörden BitBonds als (nahezu) risikofreie Anlagen anerkennen würden, aufgrund der Staatsgarantie, könnten diese Institutionen bereit sein, beträchtliches Kapital in diese neuen Finanzprodukte zu investieren.