Bitcoin steigt nach schwachen US-Arbeitsmarktdaten auf 62.000 $
Schwache US-Arbeitsmarktdaten schürten die Hoffnung auf Zinssenkungen durch die Fed und setzten Short-Positionen im Krypto-Markt unter Druck. Gleichzeitig verzeichneten Spot-Bitcoin-ETFs erneut Abflüsse.

Wichtigste Erkenntnisse
- Bitcoin kletterte nach schwachen US-Arbeitsmarktdaten auf fast 62.000 $, weil die Erwartungen an Zinssenkungen durch die Federal Reserve zunahmen.
- Innerhalb von 24 Stunden wurden rund 450 Millionen $ an Krypto-Short-Positionen liquidiert, während Bitcoin bei etwa 61.465 $ gehandelt wurde.
- Spot-Bitcoin-ETFs meldeten Nettoabflüsse von 294 Millionen $, womit der Juni bei einem Rekordabfluss von 4,5 Milliarden $ endete.
Bitcoin ist am Donnerstag zeitweise bis fast 62.000 $ (54.400 €) gestiegen. Auslöser waren deutlich schwächer als erwartete US-Arbeitsmarktdaten für Juni. Der Krypto-Markt reagierte prompt auf die enttäuschenden Zahlen, weil sie die Hoffnungen auf Zinssenkungen durch die Federal Reserve neu befeuerten und bearish positionierte Trader zum Eindecken ihrer Short-Positionen zwangen.
Schwache Arbeitsmarktdaten geben den Ton an
Nach Angaben des Bureau of Labor Statistics entstanden im Juni nur 57.000 neue Stellen. Ökonomen hatten im Schnitt mit 113.000 gerechnet. Zusätzlich wurden die Werte für April und Mai zusammen um 74.000 Stellen nach unten revidiert. Die Erwerbsquote sank zugleich von 61,8 % auf 61,5 %.
Diese Datenlage ließ Marktteilnehmer die Wahrscheinlichkeit weiterer Zinserhöhungen geringer einschätzen und wieder stärker auf Risiko setzen. Bereits einen Tag zuvor hatte Fed-Chef Kevin Warsh erklärt, dass die Inflationsrisiken nachgelassen hätten. Diese Aussagen hatten Bitcoin am Mittwoch bereits geholfen, wieder über 60.000 $ (52.600 €) zu steigen.
Auch der Derivatemarkt verstärkte die Bewegung. Laut CoinGlass wurden innerhalb von 24 Stunden rund 450 Millionen $ an Krypto-Short-Positionen liquidiert, weil viele Bears ihre Positionen schließen mussten.
Bitcoin notierte zuletzt bei rund 61.465 $ (53.900 €) und lag damit 1,18 % über dem Stand von vor 24 Stunden. Im größeren Bild bleibt BTC aber weiterhin 51 % unter dem Rekordhoch von etwa 126.000 $ (110.500 €) aus dem Oktober 2025 und 44 % unter dem Niveau von vor einem Jahr.
ETF-Ströme bleiben ein Bremsfaktor
Eine Bestätigung durch institutionelle Nachfrage blieb der Erholung bislang verwehrt. Spot-Bitcoin-ETFs verzeichneten am Mittwoch Nettoabflüsse von 294 Millionen $ (258 Millionen €), obwohl der Kurs gleichzeitig anzog. Damit summierte sich der Juni auf einen Rekordabfluss von 4,5 Milliarden $ (3,9 Milliarden €) und damit auf den bislang schwächsten Monat für diese Produkte.
Gleichzeitig hat sich die Marktstimmung etwas aufgehellt. Der Fear and Greed Index von CoinMarketCap stieg von Extreme Fear auf Fear. Das deutet darauf hin, dass sich der Markt zuletzt etwas weniger defensiv positioniert hat.
CryptoQuant warnte derweil vor neuen Signalen auf den Börsen. Die Analysten beobachteten, dass die Bitcoin-Zuflüsse auf mehr als 50.000 pro Tag gestiegen sind, während auch die Einzahlungen von ETH und Altcoins zulegten. Nach Einschätzung des Unternehmens spricht die Verdopplung der durchschnittlichen Einzahlung von 1 BTC auf 2 BTC dafür, dass vor allem Whales aktiv sind.
Warum das relevant ist
Für europäische Krypto-Investoren ist das vor allem deshalb relevant, weil sich derzeit zeigt, wie eng Makrodaten, ETF-Ströme und On-Chain-Signale miteinander verbunden sind. Die 20-Tage-EMA bei 62.148 $ (54.500 €) und die Zone um 60.000 $ (52.600 €) bleiben dabei wichtige Referenzpunkte für den kurzfristigen Verlauf. Der RSI hat sich auf 43,76 erholt, liegt aber weiterhin unter der neutralen Marke von 50.
Ein Anstieg in Richtung 70.000 $ (61.400 €) erscheint Marktteilnehmern erst dann wahrscheinlicher, wenn die ETF-Zuflüsse wieder anziehen und die Fed im Juli mehr Spielraum für Zinssenkungen signalisiert. Solange das ausbleibt, dürfte die Marke von 60.000 $ (52.600 €) im Markt besonders im Fokus bleiben.