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Bitcoin gerät nach Eskalation in der Straße von Hormus unter Druck

Der Rückgang fiel mit neuen Spannungen zwischen den USA und Iran rund um die Straße von Hormus zusammen. Altcoins und Derivate wurden dabei stärker getroffen als Bitcoin.

Bitcoin gerät nach Eskalation in der Straße von Hormus unter Druck

Wichtigste Erkenntnisse

  • Bitcoin fiel am Montag auf 63.100 $, nachdem die Spannungen zwischen den USA und Iran rund um die Straße von Hormus erneut zugenommen hatten.
  • Altcoins standen deutlich stärker unter Druck. Lighter verlor 8 %, Hyperliquid gab um 3,3 % auf 65,1 $ nach.
  • Innerhalb von 24 Stunden wurden 253 Millionen $ liquidiert, davon 76 % Long-Positionen. 62.000 $ bleibt ein wichtiges Unterstützungsniveau.

Der Kryptomarkt hat am Montag während der asiatischen und europäischen Handelsstunden nachgegeben. Auslöser war die erneut aufgeflammte Spannung zwischen den USA und Iran rund um die Straße von Hormus. Bitcoin rutschte auf 63.100 $ (55.200 €) ab, nachdem der Kurs zum wöchentlichen Schlusskurs am Sonntag um Mitternacht UTC noch bei mehr als 64.300 $ (56.300 €) gelegen hatte. Altcoins gerieten dabei noch stärker unter Druck.

Risk-off trifft auch Aktien

Die Bewegung blieb nicht auf den Kryptomarkt beschränkt. In Südkorea verlor der Kospi 9,2 %, während SK Hynix nach dem US-Börsenhandel am Freitag um 15 % nachgab. Auch der Nikkei und der SSE büßten jeweils mehr als 2 % ein. US-Futures signalisierten ebenfalls einen schwächeren Start, wobei Nasdaq-100-Futures und S&P-500-Futures seit Mitternacht um 0,9 % beziehungsweise 0,25 % nachgaben.

Die Nervosität steht im Zusammenhang mit den erneuten Auseinandersetzungen zwischen Iran und den USA um die Kontrolle der Straße von Hormus. Die Meerenge gilt als zentraler Korridor für den weltweiten Ölhandel, weshalb Spannungen dort oft rasch auf breitere Risikomärkte übergreifen. Im Kryptomarkt führt das häufig dazu, dass Anleger zunächst Gewinne bei zuletzt gut gelaufenen Positionen mitnehmen.

Altcoins bekommen den härtesten Schlag

Innerhalb des Kryptomarkts fiel die Verkaufswelle breiter aus als nur bei Bitcoin. Lighter (LIT) verzeichnete mit minus 8 % den stärksten Rückgang und damit den ersten größeren Rücksetzer, seit der Token in den vergangenen zwei Monaten um mehr als 200 % gestiegen war. Hyperliquid (HYPE) gab um rund 3,3 % auf 65,1 $ (57 €) nach und fiel damit auf den niedrigsten Stand seit dem 2. Juli.

Auch am Derivatemarkt zeigte sich, dass der Druck vor allem aus bestehenden Positionen kam. Das Open Interest in Bitcoin blieb mit 17 Milliarden $ (14,9 Milliarden €) stabil, und die annualisierte Drei-Monats-Basis lag weiterhin bei 3,8 %. Die Funding Rates waren auf mehreren Handelsplätzen leicht positiv, mit Bybit als Ausnahme. Das spricht dafür, dass der Markt nicht plötzlich stark auf mehr Hebelwirkung gesetzt hatte, aber dennoch empfindlich auf die Risk-off-Bewegung reagierte.

Liquidationen und Marktsignale

Laut Coinglass wurden innerhalb von 24 Stunden 253 Millionen $ (221 Millionen €) liquidiert. Davon entfielen 76 % auf Long-Positionen und 24 % auf Shorts. Bei Bitcoin summierten sich die Liquidationen auf 70 Millionen $ (61,2 Millionen €), bei Ethereum auf 60 Millionen $ (52,5 Millionen €). In der Binance-Liquidation-Heatmap gilt 62.000 $ (54.200 €) als wichtiges Niveau, das bei einem weiteren Rückgang im Blick bleiben dürfte.

Für europäische Krypto-Leser ist vor allem relevant, dass geopolitische Schocks nicht nur die Aktienmärkte treffen, sondern auch schnell auf Derivate und Liquidationen an Krypto-Börsen durchschlagen können. Die Straße von Hormus ist dabei besonders sensibel, weil Störungen in der Region unmittelbar auf die Ölpreise und die Stimmung bei risikoreichen Anlageklassen wirken können. Bitcoin fiel dieses Mal weniger stark als viele traditionelle Indizes, was darauf hindeutet, dass sich die Kryptowährung in solchen Phasen mitunter relativ robust hält, auch wenn der Markt klar anfällig für plötzliche Eskalationen bleibt. Die jüngste Bewegung passt zudem zu dem Muster, das Bitcoin bleibt stabil nach neuen US-Angriffen auf Iran bereits gezeigt hat: Geopolitische Schocks lösen schnell Volatilität aus, doch Bitcoin hält sich in solchen Phasen manchmal besser als Aktien.


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