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Kospi wird am Optionsmarkt volatiler als Bitcoin

Der südkoreanische Index steht unter Druck durch KI-Aktien und Hebelhandel. Samsung und SK Hynix haben ein hohes Gewicht, während die implizite Volatilität inzwischen sogar über der von Bitcoin liegt.

Kospi wird am Optionsmarkt volatiler als Bitcoin

Wichtigste Erkenntnisse

  • Der südkoreanische Kospi-Index ist in vier Wochen um fast 25 Prozent gefallen und hat eine implizite Volatilität von 81 Prozent.
  • Bitcoin ist laut dem Text stabiler als der Kospi, bleibt aber immer noch etwa doppelt so volatil wie der S&P 500.
  • Der Rückgang im Kospi wurde durch Hebelhandel, gehebelte ETFs und erzwungene Liquidationen von mehr als 2 $ Billionen verstärkt.

Während geopolitische Spannungen Bitcoin und den breiteren Kryptomarkt belasten, macht ein ungewöhnlicher Vergleich deutlich, wie stark der KI-Hype inzwischen auch außerhalb von Krypto auf die Märkte durchschlägt. Der südkoreanische Kospi-Index hat innerhalb von vier Wochen fast 25 Prozent verloren und gilt am Optionsmarkt inzwischen als riskanter als Bitcoin.

Kospi unter Druck

Die 30-Tage-implizite Volatilität des Kospi liegt laut Daten von Bloomberg und Volmex bei annualisierten 81 Prozent. Damit liegt sie mehr als doppelt so hoch wie die BVIV, also die Volatilitätskennzahl für Bitcoin, die bei rund 38 Prozent steht. Aus der impliziten Volatilität lässt sich ablesen, wie stark Anleger über Optionen Absicherung gegen größere Kursschwankungen nachfragen.

Ein wesentlicher Treiber dieser Nervosität ist die Struktur des koreanischen Leitindex. Der Kospi ist stark von Halbleiterwerten abhängig, vor allem von Samsung Electronics und SK Hynix, die zusammen mehr als die Hälfte der Marktkapitalisierung ausmachen. Schwächt sich der Markt für KI-Aktien ab, wirkt sich das deshalb direkt auf den Index aus. Das passt auch zur breiteren Rotation weg von Chip- und KI-Titeln, wie der jüngste Rücksetzer im Chip-Trade gezeigt hat.

Hebelhandel verschärft den Schaden

Zusätzlich verstärkt wurde der Rückgang durch Privatanleger in Südkorea, die in großem Stil auf Leverage und gehebelte ETFs setzen. Den vorliegenden Daten zufolge kam es dadurch in weniger als drei Monaten zu erzwungenen Liquidationen von insgesamt mehr als 2 $ Billionen (1,7 € Billionen). Das verdeutlicht, wie schnell sich Risiken in Märkten aufbauen können, in denen Spekulation rund um neue Technologien eine zentrale Rolle spielt.

Für Bitcoin-Anhänger ist bemerkenswert, dass sich BTC in dieser Phase stabiler zeigt als ein großer Aktienindex aus einer entwickelten Volkswirtschaft. Dennoch bleibt Bitcoin selbst immer noch etwa doppelt so volatil wie der S&P 500, dessen 30-Tage-Volatilitätsindex unter 20 liegt.

Bedeutung für Europa

Für europäische Krypto-Anleger ist vor allem relevant, dass der Vergleich zwischen Bitcoin und dem Kospi zeigt, wie schnell sich die Risikobereitschaft zwischen verschiedenen Märkten verschieben kann. Sollte die KI-Rally weiter an Dynamik verlieren, könnte das auch außerhalb Koreas die Stimmung gegenüber risikoreichen Anlageinstrumenten beeinflussen, einschließlich Krypto. Gleichzeitig bleibt Bitcoin anfällig für geopolitische Nachrichten und für die Frage, ob der Markt mehr Absicherung über Optionen und Stablecoins nachfragt.

Zwischenzeitlich notiert Bitcoin unter seinem viel beachteten 50-Tage-Durchschnitt. Nansen berichtete allerdings, dass Wallets, die sich bei geopolitischen Schocks häufig zuerst bewegen, sich nicht eindeutig in Richtung Stablecoins verschoben haben. Das spricht dafür, dass zunächst vor allem kurzfristige Hebelpositionen aus dem Markt gedrückt werden, bevor später wieder Akkumulation einsetzen könnte.


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