Bitcoin-ETF: Die erste Frist naht
Am 15. Juni begann der Bitcoin-Spot-ETF-Wahnsinn.

Am 15. Juni begann der Bitcoin-Spot-ETF-Wahnsinn. BlackRock reichte einen Antrag bei der SEC ein. Die größten Vermögensverwalter der Welt folgten. Jetzt liegen viele Anträge auf dem Schreibtisch von Gary Gensler. Der Leiter der US-Börsenaufsicht SEC steht unter Druck - der erste Spot-ETF ist in Europa genehmigt worden. Dieser Bericht hat kaum Einfluss auf den Bitcoin-Preis: In den letzten 24 Stunden ist die Kryptowährung um fast ein Prozent gefallen.
Der US-Markt ist relevant für eine Wertsteigerung. Der Antrag von BlackRock war bereits ausreichend, um eine stolze Kurssteigerung von Bitcoin auszulösen. Wenn der Antrag genehmigt wird, geht es nicht um das Ob, sondern darum, wie stark der BTC-Kurs explodieren wird. Schließlich könnte der weltweit größte Vermögensverwalter die Marktkapitalisierung von Bitcoin auf ein neues Allzeithoch katapultieren. Ob das überhaupt geschieht, ist noch offen. Die SEC nimmt sich Zeit. Doch sie muss Fristen einhalten, wie Daten von Bloomberg Intelligence zeigen.
ARK 21Shares Bitcoin ETF (ARKB)
Das Unternehmen von Cathie Wood wartet bereits seit Juni 2021 auf eine Entscheidung zu ihrem Bitcoin-Spot-ETF. Die SEC hatte ihre Genehmigungs- oder Ablehnungsentscheidung immer wieder verschoben. Im April 2023 stellte Ark Invest zusammen mit 21Shares erneut einen Antrag. Die SEC ignorierte schon den zweiten Stichtag am 13. August. Cathie Wood und 21Shares müssen nun bis zum 11. November warten.
VanEck Bitcoin Trust
Vermögensverwalter VanEck wartet am längsten: Der erste Antrag wurde im Dezember 2020 von der SEC entgegengenommen. Die Behörde hat die Entscheidung immer wieder verschoben. Nach einer neuen Anmeldung liegt die erste Frist jetzt am 2. September.
Bitwise Bitcoin ETP Trust
Ähnliches Schicksal ereilte die Bitcoin ETP Trust von Bitwise im Jahr 2021. Die Investmentgesellschaft hatte den Antrag für den Spot-ETF bereits Mitte Oktober eingereicht. Es gab keine Genehmigung bis Juni 2023, weshalb Bitwise die Unterlagen erneut ausfüllen musste. Laut Bloomberg Intelligence beträgt die erste Frist 1. September 2023. Wie das ausgeht oder ob die Entscheidung erneut verschoben wird, ist unklar.
BlackRock: iShares Bitcoin Trust
BlackRock steht auf Platz drei nach ARKB-ETF und Bitwise. Als größter Vermögensverwalter der Welt hat Larry Finks Firma eine stolze Reputation bei ETF-Anträgen: Die SEC hat nur eine einzige von Hunderten abgelehnt. Auch am 2. September könnte entschieden werden, ob ein Bitcoin-ETF gestartet wird. Dann läuft die erste Frist ab.
Die US-Börsenaufsicht hat noch einen langen Weg vor sich: Gary Gensler & Co. müssen erst am 15. März 2024 eine endgültige Entscheidung treffen. Wenn es genehmigt wird, könnte das noch vor der nächsten Bitcoin-Halbierung passieren.
Invesco Galaxy Bitcoin ETF
Vermögensverwalter Nummer 15 weltweit muss auch Geduld haben. Invesco und Galaxy Digital stellten den Antrag am 21. September 2021. Die erste Frist für eine erneute Einreichung: 2. September 2023. Fast zwei Jahre später hofft das Unternehmen weiter auf Genehmigung.
Valkyrie Bitcoin Fonds (BRRR)
Es geht weiter mit dem Bitcoin Fund (BRRR) von Valkyrie. Der Antrag für einen spot-basierten ETF liegt seit Anfang Juli 2021 bei der SEC. Nach der erneuten Einreichung – wie bei mehr als vier anderen Vermögensverwaltern – wartet das Unternehmen am 4. September 2023. Ob der ETF dann auch die Freigabe der SEC erhält, ist eine andere Frage. Übrigens: Das Ticksymbol der Valkyrie-ETF ist BRRR – eine Referenz an ein Meme, das in der Bitcoin-Szene weit verbreitet ist.
Fidelity: Wise Origin Bitcoin Trust
Natürlich darf der zweitgrößte Vermögensverwalter der Welt nicht fehlen. Fidelity verwaltet mehr als 5 Billionen USD und reichte seinen ersten ETF-Antrag ein, als Bitcoin 2021 auf dem Weg zu einem frühen Allzeithoch von 63.000 USD war. Nach einer langen, doch letztlich vergeblichen Geduld fand die Neu-Anmeldung ebenfalls im Juni 2023 statt. Fidelity wartet nun – wie du dir vorstellen kannst – auf eine Entscheidung in etwas mehr als zwei Wochen.
WisdomTree Bitcoin Trust (BTCW)
WisdomTrees Bitcoin Trust (BTCW) ergänzt die Liste der Bitcoin-ETFs. Der Spot-ETF wird seit dem 12. August 2021 beantragt und wartet auf eine Entscheidung der SEC. Die Behörde hatte Ende Dezember 2020 ein ähnliches Produkt abgelehnt. Ob dieses Mal die Würfel anders fallen, bleibt abzuwarten. Die Frist ist – du ahnst es – der 2. September 2023.
Bitcoin Spot ETFs: Noch etwas Geduld haben
Für manche ist es nur eine Frage der Zeit. Andere lehnen es ab, in der Annahme, dass die SEC einen Bitcoin-Spot-ETF noch jahrelang blockieren wird. Die Begründung der Behörde: Die Aufsicht über den Handel sei unzureichend und der zugrunde liegende Spotmarkt könnte betrug und Manipulation ausgesetzt sein.
Doch: Bitcoin-Futures-ETFs wurden im Oktober 2021 von der SEC genehmigt. Es gibt sogar seit Januar dieses Jahres einen gehebelten Bitcoin-Futures-Kontrakt am Markt. Es bleibt abzuwarten, ob die SEC der zunehmenden Druck von BlackRock und Co. noch lange blindblicken kann. Die Frist vom 2. September ist nun wichtig. Sobald ein Bitcoin-Spot-ETF genehmigt wird, werden die verschiedenen Vermögensverwalter laut Crypto-Milliardär Mike Novogratz “um Marktanteile kämpfen wie Katzen und Hunde.” Zum Vorteil des Bitcoin-Kurses.