Bitcoin-ETF-Zuflüsse erholen sich, bleiben aber deutlich hinter früheren Abflüssen zurück
Die US-Spot-Bitcoin-ETFs verzeichneten zwei Wochen in Folge Zuflüsse. Im Verhältnis zur vorherigen Verkaufswelle von mehr als 8 Milliarden Dollar ist das bisher aber nur ein kleiner Ausgleich.

Wichtigste Erkenntnisse
- US-Spot-Bitcoin-ETFs verzeichneten in zwei Wochen Zuflüsse von 273 Millionen Dollar und beendeten damit eine Serie von acht Wochen mit Abflüssen.
- In der Woche bis zum 17. Juni flossen 75,67 Millionen Dollar zu, nachdem es in der Vorwoche 197,40 Millionen Dollar gewesen waren.
- Im Vergleich zu mehr als 8 Milliarden Dollar an früheren Abflüssen bleibt die Erholung bislang klein und spricht noch nicht für eine strukturelle Trendwende.
Die US-amerikanischen Spot-Bitcoin-ETFs haben in den vergangenen zwei Wochen 273 Millionen Dollar (239 Millionen Euro) an frischem Kapital angezogen und damit erstmals seit längerer Zeit wieder eine Phase mit acht aufeinanderfolgenden Wochen voller Abflüsse unterbrochen. Von einer klaren Rückkehr der institutionellen Nachfrage dürfte man dennoch noch nicht sprechen, zumal zuvor mehr als 8 Milliarden Dollar (7 Milliarden Euro) aus den Produkten abgeflossen waren.
Zuflüsse kehren vorsichtig zurück
Für die Woche bis zum 17. Juni meldete SoSoValue Zuflüsse von 75,67 Millionen Dollar (66,2 Millionen Euro). In der Woche davor waren es 197,40 Millionen Dollar (173 Millionen Euro). Zusammengenommen deutet das auf eine spürbare Verbesserung bei den ETF-Flows hin, nachdem Anleger zuvor über Wochen hinweg Kapital aus den Produkten abgezogen hatten.
Analysten von Ecoinometrics werten die jüngsten Daten als Hinweis darauf, dass sich das Flow-Regime verbessert hat. Nach ihrer Einschätzung bewegen sich die ETF-Flows wieder in Richtung eines gesünderen Gleichgewichts, in dem Zuflüsse über längere Zeiträume möglich sind. Auch in den Krypto-Social-Media-Kanälen wird das als Zeichen dafür interpretiert, dass das institutionelle Interesse an Bitcoin wieder anzieht.
Warum die Zahlen noch klein sind
Der größere Zusammenhang zeigt allerdings, warum weiter Zurückhaltung angebracht ist. Die 273 Millionen Dollar (239 Millionen Euro) an Zuflüssen innerhalb von zwei Wochen liegen nur wenig über dem kleinsten wöchentlichen Abfluss der jüngsten Verkaufsphase. Dieser betrug in der Woche bis zum 18. Juni 226,84 Millionen Dollar (198 Millionen Euro). Anders formuliert: Zwei Wochen mit Zuflüssen reichten gerade aus, um ungefähr eine ruhige Woche aus dem vorherigen Ausverkauf auszugleichen.
Das ist auch deshalb bemerkenswert, weil Spot-Bitcoin-ETFs für viele professionelle Marktteilnehmer der direkteste Weg sind, über ein reguliertes Anlageprodukt ein Bitcoin-Exposure aufzubauen, ohne die Coins selbst verwahren zu müssen. Die Produkte sind inzwischen groß genug, um am Markt spürbar Gewicht zu haben. Die jüngsten Zuflüsse zeigen aber noch nicht, dass sich die Nachfrage dauerhaft erholt hat. Zugleich passt die Entwicklung zu dem breiteren Bild, dass die Zuflüsse nach einer langen Abflussserie wieder vorsichtig zurückkehren.
Signal für europäische Leser
Für europäische Krypto-Leser sind diese Daten vor allem deshalb relevant, weil US-ETF-Flows häufig als Gradmesser für das institutionelle Interesse an Bitcoin gelten. Sollten die Zuflüsse in den kommenden Wochen anhalten, könnte das mehr über die Qualität der Nachfrage aussagen als über eine bloße Zwischenbewegung. Gleichzeitig machen die aktuellen Zahlen deutlich, dass eine einzelne positive Phase noch keinen belastbaren Trend begründet.