Bitcoin-Börse Mt.Gox beginnt mit der Entschädigung der Betroffenen
Im Februar 2014 verschwanden 850.000 Bitcoin von der Mt.Gox-Börse.

In Februar 2014 verschwanden 850.000 Bitcoin von der Mt.Gox-Börse. Nach acht Jahren wollen sie nun geschädigten Anlegern Schadenersatz leisten.
Nach acht Jahren warten scheint das Drama rund um den Mt.Gox-Hack nun langsam ein Ende zu finden. Die insolvente Bitcoin-Börse wird mindestens einen Teil ihrer Einlagen an benachteiligte Parteien zurückzahlen. Das geht aus einem neuen Dokument des japanischen Insolvenzverwalters Nobuaki Kobayashi hervor. Konkret heißt es in dem Dokument:
''Der Sanierungsverwalter bereitet derzeit die Rückzahlungen gemäß dem genehmigten Sanierungsplan vor.''
Ein konkretes Datum für den Start der Auszahlungen lässt jedoch weiterhin auf sich warten. Im Verlauf des Verfahrens hat der Verwalter eine Website erstellt, auf der geschädigte Anleger sich registrieren können, um später für die Rückzahlungen in Frage zu kommen. Zudem können benachteiligte Parteien entscheiden, ob und in welcher Form die Entschädigung erfolgen soll. Es gibt drei Optionen zur Auswahl: Barzahlung, Bitcoin und/oder Bitcoin Cash.
Der Restrukturierungsplan ist seit November letzten Jahres in Kraft, nachdem das Vorhaben von einem japanischen Gericht genehmigt wurde. Zu diesem Zeitpunkt war jedoch noch unklar, ob Anleger auch auf eine Rückzahlung in Bitcoin hoffen konnten. Diese Bedenken scheinen nun ausgeräumt, aber Berichten zufolge stehen nur 150.000 BTC der ursprünglich gestohlenen 850.000 BTC für Auszahlungen bereit.
Krypto-Experten befürchten einen Ausverkauf von Bitcoin
Dennoch befürchten Krypto-Experten einen Ausverkauf von BTC. Der Hack der ehemaligen Bitcoin-Börse liegt acht Jahre zurück. Für viele Anleger hat sich der Preis seitdem mindestens verfünffacht bzw. verzwanzigfacht. Benachteiligte Parteien könnten ihre Beteiligungen nun auf dem Markt einbringen, um von der Performance der vergangenen Jahre zu profitieren, so die Befürchtung. Das sagt BTC-ECHO-Marktexperte Stefan Lübeck:
''Nach Jahren des Wartens auf die Freigabe der Kundengelder ziehen ehemalige Mt.Gox-Nutzer möglicherweise vermehrt in Erwägung, ihre Bitcoins zu verkaufen. Zum Zeitpunkt des Hacks im Februar 2014 lag der Preis eines Bitcoins bei etwa 600 US-Dollar. Folglich könnten die geschädigten Nutzer nun zu einem rund dreissigfachen Kurs verkaufen.''
Ki Young Ju, CEO des Data-Analyse-Dienstes CryptoQuant, bietet ein Tool an, mit dem Händler Kurswarnungen einstellen können, sobald die Auszahlungen von Mt.Gox beginnen. "Bis jetzt ist es ruhig", schreibt der CEO auf Twitter.