Bitcoin bleibt trotz stärkerer Börsenkorrelation hinter 85.000 Dollar zurück
Bitcoin entwickelt sich stärker als der S&P 500, doch ETF-Zuflüsse und Verkaufsdruck von Langzeitinhabern halten den Kurs unter 85.000 Dollar.

Wichtigste Erkenntnisse
- Bitcoin schneidet an mehr Handelstagen besser ab als der S&P 500, doch der Kurs kommt weiterhin nicht überzeugend über 85.000 Dollar hinaus.
- Die ETF-Zuflüsse haben sich abgekühlt, und Langzeitinhaber mit Käufen zwischen 85.000 Dollar und 118.000 Dollar sorgen in dieser Zone für zusätzlichen Verkaufsdruck.
- Wichtige Unterstützung liegt bei rund 78.000 Dollar bis 79.000 Dollar und 77.900 Dollar. Oberhalb von 81.500 Dollar und 85.000 Dollar verbessert sich das Bild.
Bitcoin entwickelt sich in den vergangenen Wochen an mehr Handelstagen besser als der S&P 500, doch das hat bislang nicht zu einem Ausbruch über 85.000 Dollar (76.400 Euro) geführt. Der Kurs tut sich dort weiter schwer und näherte sich zuletzt sogar wieder 80.000 Dollar (71.900 Euro) an.
Stärker als Aktien
Die relative Stärke von Bitcoin gegenüber Aktien hat sich im Oktober deutlich verbessert. Im Juni schnitt Bitcoin nur an einem von fünf Tagen besser ab als der S&P 500, die schwächste Phase seit mehr als fünf Jahren. Jetzt gewinnt Bitcoin häufiger gegen Aktien, als es verliert, und das zeigt, dass Anleger die Münze wieder öfter als stärkere Alternative innerhalb des Marktes sehen.
Trotzdem bleibt der Kurs selbst zurück. Bitcoin erreichte am 23. September mit 87.100 Dollar (78.300 Euro) seinen Höchststand, schloss seit Januar aber nur an fünf Tagen über 85.000 Dollar (76.400 Euro). Das macht deutlich, dass die Münze zwar gegenüber Aktien stärker wirkt, aber noch keinen überzeugenden Ausbruch hingelegt hat.
Druck von Angebot und Nachfrage
Glassnode verweist auf zwölf Faktoren, die Bitcoin unter 85.000 Dollar (76.400 Euro) halten, verteilt auf Nachfrage, Angebot und Marktstimmung. Auf der Nachfrageseite haben sich die ETF-Zuflüsse abgekühlt. Von den 653 Millionen Dollar (587 Millionen Euro), die am 19. Oktober hereinkamen, ist der größte Teil inzwischen wieder verpufft. Auch die Kaufaufträge auf Binance sind zurückgegangen, in Richtung 78.000 Dollar (70.100 Euro) bis 79.000 Dollar (71.000 Euro).
Auf der Angebotsseite spielt mit hinein, dass Langzeitinhaber rund 4 Millionen BTC halten, die zwischen 85.000 Dollar (76.400 Euro) und 118.000 Dollar (106.000 Euro) gekauft wurden. Wenn diese Gruppe bei etwa Break-even verkaufen will, kann das die Zone um 84.000 Dollar (75.500 Euro) bis 85.000 Dollar (76.400 Euro) weiter bremsen. Bitcoin fiel außerdem knapp unter den durchschnittlichen Kaufpreis von ETF-Anlegern, der bei rund 81.500 Dollar (73.200 Euro) liegt. Das passt zur breiteren Abkühlung am Derivatemarkt, wo Abwärtsschutz deutlich gefragt ist, während der Kurs unter Druck steht.
Niveaus, die du im Blick behalten solltest
Der breitere Markt bleibt derweil schwach. Das Wirtschaftswachstum stockt, das Verbrauchervertrauen liegt nahe den niedrigsten Ständen seit 2009, und Bitcoin erholt sich weniger kräftig als 2023. Gleichzeitig setzen spekulative Händler häufiger auf Aktien, während die Breite unter den Altcoins abnimmt.
Für europäische Krypto-Beobachter ist vor allem relevant, dass der Markt derzeit stark auf ETF-Ströme und das Verhalten großer Halter angewiesen ist. Das macht den Kurs besonders anfällig für Verschiebungen in der Nachfrage, zumal die Volatilität nachgelassen hat und Wallets mit 100 bis 1.000 BTC weiter zukaufen. Die Fed ließ die Zinsen am 28. Oktober nach einer Erhöhung im September unverändert, und einige Analysten sahen darin einen Moment, in dem der Markt besonders sensibel reagieren konnte. Auch bei Strategy wurde diese Sensibilität sichtbar, weil die Marge auf den Bitcoin-Bestand kleiner wurde, als BTC in Richtung 80.000 Dollar (71.900 Euro) fiel.
Auf der Unterseite liegen 78.000 Dollar (70.100 Euro) bis 79.000 Dollar (71.000 Euro) und der True Market Mean bei rund 77.900 Dollar (70.000 Euro) als wichtige Unterstützung. Darunter liegt der Einstandspreis der kurzfristigen Halter bei rund 75.800 Dollar (68.100 Euro). Auf der Oberseite würde ein täglicher Schlusskurs über 81.500 Dollar (73.200 Euro) ETF-Anleger wieder ins Plus bringen, während ein Schlusskurs über 85.000 Dollar (76.400 Euro) der nächste Schritt wäre.