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Studie: Quantencomputer könnten Bitcoin-Sicherheit schneller brechen

Alice & Bob schätzt, dass ein Quantencomputer mit rund 30.000 Qubits die Bitcoin-Kryptografie schon in etwas mehr als einer Stunde brechen könnte. Vor allem Adressen, deren Public Key bereits sichtbar ist, sind gefährdet.

Studie: Quantencomputer könnten Bitcoin-Sicherheit schneller brechen

Wichtigste Erkenntnisse

  • Forschende von Alice & Bob schätzen, dass rund 29.588 physische Qubits die Bitcoin-Kryptografie in etwas mehr als einer Stunde brechen könnten.
  • Die Studie warnt vor allem vor Adressen, deren Public Key bereits sichtbar ist; dort liegen nach Angaben der Forschenden mehr als 6 Millionen Bitcoin.
  • Die Untersuchung erhöht den Druck auf Bitcoin, rechtzeitig auf quantenresistente Sicherheit umzusteigen, während die Bedrohung und der Zeitpunkt weiterhin ungewiss bleiben.

Forschende des Quantenunternehmens Alice & Bob warnen, dass eine Maschine mit rund 30.000 physischen Qubits Bitcoin-Kryptografie schon in etwas mehr als einer Stunde brechen könnte. Diese Einschätzung liegt deutlich unter früheren Berechnungen und verstärkt die Sorgen darüber, wie schnell sich Bitcoin gegen Quantenangriffe wappnen muss.

Niedrigere Hürde als gedacht

Alice & Bob kommt auf 29.588 Qubits, also etwa 17-mal weniger als die frühere Schätzung von Google im März. Dieser Unterschied ergibt sich teilweise aus anderen Annahmen und einem anderen Hardware-Design, doch die Schlussfolgerung bleibt dieselbe: Die Rechenleistung, die nötig ist, um Bitcoin zu bedrohen, könnte geringer sein als bisher angenommen.

Die Forschenden nutzten Shor's algorithm, eine Methode, die auf einem ausreichend leistungsstarken Quantencomputer bestimmte kryptografische Probleme lösen kann, die klassische Computer nicht praktisch knacken können. Laut dem Senior-Cryptanalysten Dahmun Goudarzi ist es deshalb wichtig, dass der Wechsel zu stärkerem Schutz jetzt beginnt.

Vor allem exponierte Schlüssel sind gefährdet

Die Studie unterscheidet auch zwischen zwei Arten von Risiken. Eine Transaktion, die noch auf Bestätigung wartet, ist schwer anzugreifen, weil der Angriff nach Einschätzung der Forschenden etwa 62 Minuten dauern würde und Bitcoin im Schnitt alle 10 Minuten einen Block hinzufügt. Bitcoin auf Adressen, deren Public Key bereits sichtbar ist, bleibt jedoch länger verwundbar.

Darin liegt die größte Sorge: Mehr als 6 Millionen Bitcoin liegen hinter solchen exponierten Public Keys. Ein leistungsstarker Quantencomputer könnte theoretisch den Private Key zurückrechnen und die Coins stehlen. Die Forschenden bezeichnen ihre Arbeit zwar als theoretisch, sagen aber auch, dass Hardware-Verbesserungen und die geringere benötigte Rechenleistung in den frühen 2030er-Jahren näher zusammenrücken könnten.

Was das für Bitcoin bedeutet

Für europäische Krypto-Beobachter ist das vor allem relevant, weil die Debatte über Quanten­sicherheit längst über Bitcoin hinausgeht. Die EU-Behörden haben bereits auf die mögliche Bedrohung durch Quantencomputing für Blockchain-Verschlüsselung hingewiesen, während auch NIST an Post-Quantum-Kryptografie arbeitet. Das zeigt, dass die Branche nicht nur auf Preis oder Adoption schaut, sondern auch auf die Frage, wie lange die aktuelle Sicherheit noch tragfähig bleibt.

Auch innerhalb der Branche wächst der Druck, schon jetzt Schritte einzuleiten. Coinbase will Bitcoin jetzt schon auf die Quantenbedrohung vorbereiten plädierte kürzlich für Post-Quantum-Signaturen, eine gestaffelte Wallet-Migration und eine besondere Behandlung alter oder verlorener Coins, die zusätzlich verwundbar sein könnten.

Für Bitcoin-Entwickler bedeutet das, dass ein Wechsel zu quantenresistenten Signaturen Jahre dauern kann, während sich die Bedrohung selbst noch weiterentwickelt. Der Zeitpunkt bleibt also ungewiss, doch die Studie erhöht den Druck auf die Debatte über eine künftige Migration der Sicherheit.


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