Bitcoin Power Law: Kannst du damit den BTC-Kurs vorhersagen?
Power-Laws sind mathematische Modelle, die den Zusammenhang zwischen zwei Variablen über eine Potenzfunktion beschreiben.

Power-Laws sind mathematische Modelle, die den Zusammenhang zwischen zwei Variablen über eine Potenzfunktion beschreiben. Einfach gesagt: Wenn eine Variable wächst, wächst die andere ebenfalls nach einer Formel wie y = a·x^n. Solche Zusammenhänge kommen häufig in der Natur vor, zum Beispiel bei der Stärke von Erdbeben oder dem Wachstum von Städten. Legst du sie logarithmisch in ein Diagramm, siehst du in der Regel eine gerade Linie entstehen.
Laut dem Physiker Giovanni Santostasi lässt sich auch der Bitcoin-Kurs auf diese Weise modellieren.
Durch eine lineare Regression auf das Logarithmus der Bitcoin-Kurs im Verhältnis zum Logarithmus der Zeit entsteht tatsächlich eine lineare Gerade, die als grüne Linie im Diagramm dargestellt wird. Oben liegt eine Linie, die mögliche Widerstandslevels zeigt, und unten eine, die die minimalen Unterstützungsniveaus anzeigt. Das Modell zeigt deutlich die Volatilität von Bitcoin, aber im Durchschnitt lässt sich das Wachstumsmuster erstaunlich genau mathematisch annähern. Nicht umsonst nennt Santostasi sein Diagramm: The Power Law Corridor.

Kann dieses Modell die Zukunft von Bitcoin vorhersagen?
Noch interessanter als zurückblättern ist natürlich der Blick nach vorn. Die Geradlinigkeit, die den Trend zwischen Kurs und Zeit zeigt, lässt sich nämlich extrapolieren. Basierend auf seinem Modell prognostiziert Santostasi daher eine Reihe konkreter Meilensteine. So könnte Bitcoin laut dem Power-Law-Modell irgendwo zwischen 2025 und 2034 die Marke von 500.000 Dollar erreichen. Und die magische Marke von 1 Million Dollar pro BTC? Die würde zwischen 2028 und 2036 in Sicht geraten.
Ein Bitcoin-Kurs von 1 Million Dollar vor 2030 ist also keineswegs ausgeschlossen, würde aber am oberen Rand des erwarteten Wachstumspfads liegen. Dafür wäre eine außergewöhnlich starke Zyklusfase nötig, in der Bitcoin schneller wächst als das Durchschnittstempo.
Wie zuverlässig ist das Modell?
Bis jetzt hat sich das Power-Law-Modell als ziemlich robust erwiesen. Alle historischen Bitcoin-Kurse bewegten sich innerhalb der Corridor, die Santostasi gezeichnet hat. Das gibt dem Modell eine gewisse Glaubwürdigkeit – es gab noch keine größeren Abweichungen. Allerdings ist die Corridor recht breit: Gegen Ende dieses Jahres prognostiziert das Modell einen Kurs irgendwo zwischen 50.000 und 500.000 Dollar. Das ist also alles andere als exakt.
Andererseits wird das Modell genauer, je mehr Zeit vergeht und die Abweichung zwischen prognostizierter und tatsächlicher Kurse kleiner wird. Das zeigt auch der Power-Law-Oszillator. Mit einem Kurs von etwa 90.000 Dollar liegt Bitcoin derzeit exakt im Einklang mit dem Modell.
Aber wie bei jedem Modell gilt: Es ist nicht unfehlbar. Externe Einflüsse, wie unerwartete politische Entscheidungen oder technische Probleme, sind nicht vorherzusagen – kein Modell kann das. Ein weltweites Verbot von Bitcoin oder ein großer Softwarefehler könnte das Modell nach unten ziehen, während beispielsweise das Anlegen einer strategischen Bitcoin-Reserven es nach oben treiben könnte.
Fazit
Kein Modell ist perfekt, aber einige sind sehr nützlich. Und das Power-Law-Modell ist vielleicht das nützlichste Modell, das es gibt, um die Kursentwicklung von Bitcoin zu verstehen (und vielleicht vorherzusagen).