Bitcoin erholt sich auf 67.000 $, doch die Optionsstruktur deutet auf Volatilität hin
Bitcoin zieht nach dem Rückgang Käufer an, doch die Optionsstruktur zeigt, dass die Erholung noch anfällig ist. Vor allem rund um 67.000 $ dürfte die Volatilität hoch bleiben.

Wichtigste Erkenntnisse
- Bitcoin hat die Marke von 67.000 $ nach einem Rückgang in Richtung 60.000 $ Anfang Juni zurückerobert.
- On-Chain-Daten zeigen, dass große und kleine Halter mehr Bitcoin abgezogen haben, während die Börsensalden gesunken sind.
- Die Optionsstruktur rund um 67.000 $ deutet auf negatives Gamma und damit auf anhaltende Volatilität hin.
Bitcoin hat zuletzt die Marke von 67.000 $ (57.700 €) zurückerobert, nachdem der Kurs Anfang Juni in Richtung 60.000 $ (51.700 €) gefallen war. On-Chain-Daten zeigen, dass tatsächlich wieder Käufer zurückkehren, was auf den ersten Blick ein positives Signal ist. Trotzdem deutet die aktuelle Optionsstruktur auf eine erhöhte Wahrscheinlichkeit von Volatilität hin, was die Erholung fragil macht.
Käufer kehren zurück, bestätigen den Boden aber nicht
Der Accumulation Trend Score, der misst, wie aktiv Wallets ihren Bitcoin-Bestand ausbauen, zeigte, dass sowohl große als auch kleine Halter mehr Bitcoin aufnahmen, als der Preis in Richtung 60.000 $ (51.700 €) fiel. Das spricht dafür, dass es Nachfrage am Markt gibt und Anleger nicht in Panik verkaufen. Auch die Bitcoin-Bestände auf Börsen sind gesunken, was darauf hindeutet, dass Coins von den Handelsplattformen abgezogen und möglicherweise in Cold Wallets gelegt werden.
Allerdings bedeutet diese gestiegene Nachfrage nicht automatisch, dass der Boden endgültig erreicht ist. Der Score hatte auch schon bei früheren Rückgängen Signale für Akkumulation geliefert, ohne dass daraus ein dauerhafter Wendepunkt wurde. Außerdem kann ein Teil der Erholung auf erzwungene Liquidationen zurückgehen, bei denen Short-Positionen geschlossen werden, was kurzfristige Kursbewegungen verstärkt, ohne dass sich das Vertrauen in den Markt grundlegend verändert hat. Das passt zum breiteren Bild, dass die institutionelle Nachfrage nicht automatisch zurückkehrt, wenn der Kurs unter Druck steht, wie der jüngste Rückgang der institutionellen Bitcoin-Käufe gezeigt hat.
Optionsstruktur deutet auf mehr Volatilität hin
Ein wichtiger Faktor, der die aktuelle Kurserholung bremsen könnte, ist die Gamma Exposure der Optionshändler auf Deribit. Gamma Exposure zeigt, wie Optionshändler ihre Positionen bei Kursveränderungen absichern müssen. Bei positivem Gamma kaufen sie bei Rückgängen und verkaufen bei Anstiegen, was die Volatilität dämpft. Bei negativem Gamma machen sie das Gegenteil, was die Kursschwankungen eher verstärkt.
Die Konzentration der Optionen rund um den Strike-Preis von 67.000 $ (57.700 €) deutet auf eine negative-Gamma-Situation hin. Das bedeutet, dass Händler bei Dips eher verkaufen und bei Rallys eher kaufen, was zu starken Bewegungen in beide Richtungen führen kann. Die Zone mit positivem Gamma, die für mehr Stabilität sorgt, liegt erst höher zwischen 80.000 $ (68.900 €) und 85.000 $ (73.200 €). Solange Bitcoin diese höhere Spanne nicht erreicht, bleibt das Risiko volatiler Kursschwankungen bestehen.
Wichtige Preisniveaus für die nächste Bewegung
Drei Preiszonen sind besonders wichtig: 60.000 $ (51.700 €) als jüngstes Tief und Unterstützung, 67.000 $ (57.700 €) als Pivotpunkt, an dem die Volatilität wahrscheinlich bleibt, und die höhere Spanne um 75.000 $ (64.600 €) bis 80.000 $ (68.900 €), wo positives Gamma für mehr Ruhe am Markt sorgen könnte. Ein Ausbruch über diese höhere Spanne würde das positive Szenario stärken und die Chance auf eine nachhaltige Rally erhöhen.
Für europäische und andere internationale Kryptoanleger ist wichtig zu verstehen, dass es zwar Käufer gibt, die aktuelle Erholung aber fragil bleibt, solange Bitcoin nicht über den stabilisierenden Options-Strike steigt. Das könnte auf eine Phase mit stärkeren Kursschwankungen und erhöhten Marktspannungen hindeuten, was für Risikomanagement und Handelsstrategien relevant ist.