Strategy weist virale Bitcoin-Verkaufsbehauptung über 5 Milliarden Dollar zurück
Saylor stellt klar, dass es sich um einen bereits veröffentlichten Kapitalplan und nicht um einen plötzlichen Strategiewechsel handelt. Strategy hält an seiner BTC-Treasury-Politik fest, schließt begrenzte Verkäufe aber nicht mehr aus.

Wichtigste Erkenntnisse
- Michael Saylor bezeichnet die virale Behauptung, Strategy wolle Bitcoin im Wert von 5 Milliarden Dollar verkaufen, als irreführend und verweist auf einen bereits zuvor veröffentlichten Kapitalplan.
- Der Juni-Plan enthält ein BTC Monetization Program, das Verkäufe zwar ermöglicht, aber nicht vorschreibt, und umfasst unter anderem Cashreserven, Rückkäufe und Dividendenlasten.
- Strategy hat seit 2022 wieder Bitcoin verkauft, die Erlöse für Dividenden genutzt und bleibt laut Saylor auf längere Sicht ein Netto-Käufer von BTC.
Michael Saylor hat die im Netz kursierende Behauptung, Strategy wolle Bitcoin im Wert von 5 Milliarden Dollar (4,4 € Milliarden) verkaufen, als falsch eingeordnet. Nach seiner Darstellung handelt es sich nicht um eine neue Kehrtwende, sondern um einen Punkt aus dem Kapitalplan, den das Unternehmen bereits am 29. Juni veröffentlicht hatte.
Woher die 5 Milliarden Dollar (4,4 € Milliarden) kommen
Im Zentrum der Debatte stand am Wochenende vor allem eine Zahl. Auf X verbreiteten sich Beiträge, wonach MicroStrategy, inzwischen Strategy genannt, die Freigabe erhalten habe, Bitcoin im Wert von bis zu 5 Milliarden Dollar (4,4 € Milliarden) zu verkaufen. Saylor widersprach dieser Lesart und sagte, der Betrag sei schon Wochen zuvor im Plan genannt worden und bedeute keineswegs, dass ein Verkauf von BTC verpflichtend sei.
Der Juni-Plan enthält ein BTC Monetization Program. Dieses Programm eröffnet die Möglichkeit, Bitcoin zu verkaufen, schreibt einen solchen Schritt aber nicht vor. Die vier Positionen des Plans summieren sich auf rund 5,01 Milliarden Dollar (4,4 € Milliarden): 1,25 Milliarden Dollar (1,1 € Milliarden) zur Auffüllung der Cashreserve, 1 Milliarde Dollar (0,9 € Milliarden) für den Rückkauf von Preferred Shares, 1 Milliarde Dollar (0,9 € Milliarden) für den Rückkauf von Stammaktien sowie rund 1,76 Milliarden Dollar (1,5 € Milliarden) pro Jahr für Dividenden und Zinszahlungen.
Die Cashreserve war Ende Mai bereits auf 871 Millionen Dollar (758 € Millionen) gefallen, nachdem das Unternehmen 1,38 Milliarden Dollar (1,2 € Milliarden) an Barmitteln zur Schuldentilgung eingesetzt hatte. Damit zeichnete sich die Verschiebung hin zu einem aktiveren Kapitalmanagement schon ab, bevor die viralen Beiträge auftauchten.
Alte Zusage, neue Politik
Für zusätzliche Aufmerksamkeit sorgte, dass Saylor im Februar 2025 noch geschrieben hatte: "Never sell your Bitcoin". Viele Anleger interpretierten das lange als feste Leitlinie. Inzwischen hat sich das Unternehmen davon jedoch ausdrücklich entfernt. Chief Executive Phong Le sagte bereits am 26. Mai, dass der Verkauf von Bitcoin Teil des Werkzeugkastens sei und dass Investoren das auch in der Quartalskonferenz gehört hätten.
Der Zeitpunkt ist deshalb relevant. Nur wenige Tage später folgte der erste Verkauf von Strategy seit 2022, der zur Zahlung einer Dividende verwendet wurde. Saylor betont nun, dass sein persönlicher Rat nicht mit der Unternehmenspolitik gleichzusetzen ist: Das Programm verlangt keinen Verkauf, und aus seiner Sicht dürfte Strategy auf längere Sicht weiterhin Netto-Käufer von Bitcoin bleiben.
Auch die Zahlen sprechen eher für einen begrenzten Umfang. Zwischen April und Juni kaufte Strategy 85.296 Bitcoin und verkaufte 1.395 BTC. Der Bestand stieg in diesem Zeitraum um 11 Prozent auf 846.000 BTC. Bis zum 26. Juli beliefen sich die Verkäufe in diesem Jahr auf 218,4 Millionen Dollar (190 € Millionen), die vollständig für Dividenden verwendet wurden.
Warum das relevant bleibt
Für europäische Krypto-Anleger ist das vor allem deshalb interessant, weil Strategy weiterhin zu den größten institutionellen Bitcoin-Haltern zählt. Änderungen im Kapitalmanagement eines solchen Unternehmens ziehen naturgemäß viel Aufmerksamkeit auf sich, zumal Strategy seit Jahren als Symbol für den Buy-and-hold-Ansatz bei Bitcoin gilt. Der jüngste Verkauf von 32 BTC im Juni, der rund 2,5 Millionen Dollar (2,2 € Millionen) wert war, markiert dabei einen klaren Bruch mit dieser bisherigen Linie.
Auch die Kursreaktion rund um Strategy zeigt, wie genau der Markt solche Signale verfolgt. Laut dem bereitgestellten Kontext fielen die Aktien des Unternehmens nach dem ersten Bitcoin-Verkauf seit vier Jahren um mehr als 30 Prozent vom Hoch des Jahres 2026, während der breitere Kryptomarkt in der darauffolgenden Woche rund 160 Milliarden Dollar (139 € Milliarden) an Wert verlor. Das unterstreicht, wie sensibel die Aktie und Bitcoin weiterhin auf Nachrichten zu Treasury-Management und Verkaufsrichtlinien reagieren.