Bitcoiner gehen ins Gefängnis wegen OTC-Handel
Die unklare Regulierung rund um den direkten Handel mit Kryptowährungen scheint nun der Untergang eines Bitcoiners zu sein.

Die unklare Regulierung rund um den direkten Handel mit Kryptowährungen scheint nun der Untergang eines Bitcoiners geworden zu sein. Er muss mindestens 15 Monate ins Gefängnis.
Mark Alexander Hopkins, auch bekannt als "Doctor Bitcoin" oder unter seinem Twitter-Namen Rizzn, drohen in den USA maximal 15 Monate Freiheitsstrafe auf Bundesebene. Der Grund: Er leitete ein Unternehmen, in dem er für seine Kunden "Over the Counter" (OTC) US-Dollar in Bitcoin umwandelte. Er informierte seine Follower darüber per Tweet auf dem Weg ins Gefängnis.
Das Absurde daran ist, dass sein Kryptodienst faktisch bei FinCEN registriert war, der US-Aufsichtsbehörde für Finanzkriminalität, und damit eigentlich legitim sein sollte.
Zur falschen Zeit, am falschen Ort
Mark Hopkins leitete ein Unternehmen als OTC-Bitcoin-Händler. Das heißt, der Over-the-Counter-Krypto-Handel von Wallet zu Wallet. Viele in der Krypto-Szene kennen OTC-Handel im Zusammenhang mit Krypto-Deals. Diese nutzen oft einzelne Händler statt Krypto-Börsen für größere Transaktionen, wo sie Bitcoin und Fiatwährungen austauschen können. Das verhindert Preisschwankungen am Markt. OTC-Handel wird jedoch auch oft von Kriminellen genutzt. Wegen der teils laxen "Know Your Customer" (KYC) -Verfahren können sie angeblich anonym Kryptowährungen gegen Bargeld handeln.
Genauso war es bei Mark Hopkins. Nicht er selbst, sondern einer seiner Klienten soll unbemerkt gestohlenes Geld von einem Betrug mit demselben umgewandelt haben. Der Fall eskalierte jedoch, und die Ermittler kamen schnell auf Hopkins, die ihn des Hilfeleisten und der Mitbeteiligung beschuldigten. Die FBI stürmte also am 23. Oktober 2020 das Haus des Händlers und nahm technische Geräte wie Handys und Laptops sicher.
Nur ein Missverständnis?
Da Hopkins laut eigener Aussage nicht wissen konnte, dass er es mit einem Betrüger zu tun hatte, vermutete Hopkins zunächst ein Missverständnis. Er soll kooperativ gewesen sein und die Fragen der Beamten transparent beantwortet haben, um Klarheit zu schaffen. In seinen Augen hatte er nichts Falsches getan, daher erwartete er eine schnelle Freilassung.
Das änderte sich, als er zu weiteren Verhören durch die FBI geladen wurde. Berichten zufolge hatten die Behörden erklärt, dass sie ihn und seine Frau wegen Mittäterschaft an dem Betrug anklagen könnten, wodurch beiden bis zu 35 Jahre Gefängnis drohen würden. Um seine Frau zu schützen, erklärte er sich im Juni 2021 schuldig im Hinblick auf die Ausnutzung eines nicht registrierten Krypto-Handels und fahrlässige Unterstützung und Anstiftung zur Betrug. Und das, obwohl er wusste, dass er ein registriertes Unternehmen leitete.
Unklare Regulierung
Hopkins hatte seinen Bitcoin-Handel bei FinCEN, dem Regierungsbüro für Finanzkriminalität, gemeldet. Als Betreiber eines Geldwechselgeschäfts in den USA hätte Hopkins laut FinCEN jedoch auch eine landesweite Genehmigung benötigen, um für KYC-Implementierungen in Frage zu kommen. Das Problem: Das ist für ein einfaches Peer-to-Peer-Krypto-Geschäft laut der aktuellen Gesetzgebung in Texas nicht zulässig. Also ist er anscheinend Opfer eines Systemfehlers geworden. Hopkins beschuldigte das Justizministerium sogar, die Gesetzgebung absichtlich offen zu lassen, um Kleinhändler wie ihn anzugreifen.
Für Hopkins war der ganze Fall der Beweis für den "Übergreifenden Krieg gegen die Privatsphäre" des Staates. Er sah sich auch als Dealer, der "mit Gras erwischt wurde, während der Rest der Nation weiter legalisiert". In seinem Abschlussrundruf forderte er die Einführung klarer Gesetze rund um Blockchain.
Bleibt die Frage, ob jemand, der mit Geldern aus kriminellen Aktivitäten auf der Blockchain in Kontakt kommt, wirklich verfolgt werden kann. Seit der Tornado-Cash-Geschichte scheint die USA Ja zu sagen. Nach den neuesten Sanktionen hätten jedoch auch die zahlreichen Adressen von Prominenten, die unwissentlich Geld von der Mixer-Dienst erhalten haben, verfolgt werden müssen.