BNY verlagert Fondsadministration auf die Blockchain für 8,6 Billionen US-Dollar
BNY will Bücher und Aufzeichnungen von Fonds onchain bringen, um die Transfer Agency zu modernisieren. Der Schritt passt zum Aufkommen tokenisierter Fonds unter anderem bei BlackRock und Baillie Gifford.

Wichtigste Erkenntnisse
- BNY bringt einen wichtigen Teil seiner Fondsadministration onchain, um Transfer Agency und Eigentumsregistrierung zu modernisieren.
- Die Bank verarbeitet rund 8,6 Billionen $ an Assets über 7,6 Millionen Konten und rechnet damit, dass traditionelle Systeme noch jahrelang bestehen bleiben.
- Tokenisierte Fonds gewinnen bei großen Anbietern an Boden, während BNY vor Risiken wie Smart-Contract- und Bridge-Bugs warnt.
BNY verlagert einen zentralen Teil seiner Fondsadministration auf Blockchain. Der Schritt zeigt, wie klassische Vermögensverwalter die Infrastruktur hinter tokenisierten Fonds weiterentwickeln. Die Bank verwaltet und verwahrt mehr als 59 Billionen $ (51,9 € Billionen) an Assets und will ihre Transfer Agency modernisieren, indem sie Bücher und Aufzeichnungen onchain führt.
Ein einziges Eigentumsregister
Nach Angaben von BNY soll die Umstellung auf die Blockchain ein zentrales Register für Eigentumsverhältnisse schaffen und damit die Zahl der Zwischenparteien verringern. Carolyn Weinberg, Chief Product and Innovation Officer, sagte, die Bank modernisiere damit eine Funktion, die hinter fast jeder Fondstransaktion steht.
BNY verarbeitet rund 8,6 Billionen $ (7,6 € Billionen) an Assets über 7,6 Millionen Konten. Emily Portney, weltweit zuständig für Asset Servicing, machte zugleich deutlich, dass die bestehende Infrastruktur nicht kurzfristig verschwinden dürfte. Nach Einschätzung der Bank wird ein großer Teil der Fonds noch über Jahre auf traditionellen Systemen laufen.
Tokenisierte Fonds gewinnen an Boden
Die neue Struktur fügt sich in einen breiteren Trend an der Wall Street ein, wo Asset Manager zunehmend tokenisierte Money-Market-Fonds und andere Blockchain-basierte Produkte testen. Baillie Gifford, ein Kunde von BNY, will den Dienst für das nutzen, was die Unternehmen als den ersten vollständig nativen, im Vereinigten Königreich regulierten tokenisierten Fonds bezeichnen. Auch BlackRock und Dreyfus werden als Parteien genannt, die die Infrastruktur für geplante Fonds einsetzen wollen.
Tokenisierte Fonds halten in der Regel kurzfristige Schuldtitel und Cash, geben die Eigentumsrechte aber über Blockchain-Tokens aus. Für Marktteilnehmer, die Settlement, Administration und Übertragbarkeit vereinfachen wollen, kann das ein praktischer Ansatz sein, ohne sofort vollständig von bestehenden Systemen abzugehen.
Bedeutung für Europa
Für europäische Krypto- und Fondsanleger zeigt sich daran, dass Blockchain längst nicht mehr nur mit einzelnen Krypto-Produkten verbunden ist, sondern zunehmend auch die Backoffice-Prozesse des traditionellen Finanzmarkts betrifft. Das Wachstum tokenisierter Assets und mehr regulatorische Klarheit, unter anderem in der EU und den USA, dürften es großen Instituten erleichtern, solche Systeme einzuführen. Gleichzeitig verweist BNY weiter auf Risiken wie Bugs in Smart Contracts und Bridges, was zeigt, dass die Infrastruktur noch nicht vollständig ausgereift ist.
Der Schritt von BNY passt zu der breiteren institutionellen Bewegung in Richtung Tokenisierung, wie sie die Branche auch in Wall Street macht Tokenisierung zur strategischen Priorität beschreibt. Das unterstreicht, dass große Finanzhäuser Blockchain immer häufiger als Teil der bestehenden Marktinfrastruktur betrachten und nicht nur als separates Krypto-Experiment.