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Bolivien prüft USDT im nationalen Zahlungssystem

Die Regierung prüft, ob der Tether-Stablecoin neben dem Boliviano zirkulieren kann, während Bolivien gleichzeitig AML-Regeln sowie die Aufsicht über Banken und Wallets verschärft.

Bolivien prüft USDT im nationalen Zahlungssystem

Wichtigste Erkenntnisse

  • Bolivien prüft, ob Tethers USDT neben dem Boliviano und dem US-Dollar im nationalen Zahlungssystem genutzt werden kann.
  • Die Regierung arbeitet an Regeln für Banken, Krypto Wallets und Zahlungsanbieter, hat aber bislang weder konkrete Umsetzungsregeln noch einen Status als gesetzliches Zahlungsmittel veröffentlicht.
  • Der Vorstoß fällt in eine Phase stark wachsender Krypto-Nutzung in Bolivien, während wegen der FATF-Grey-List weiterhin strengere Anti-Money-Laundering-Kontrollen relevant bleiben.

Bolivien prüft derzeit, ob Tethers USDT in das nationale Zahlungssystem eingebunden werden kann. Das Land bewegt sich damit weiter weg von früheren Beschränkungen für Kryptotransaktionen und hin zu einer regulierteren Nutzung digitaler Assets.

USDT neben dem Boliviano

Wirtschaftsminister José Gabriel Espinoza sagte am Montag auf einer Pressekonferenz, die Regierung prüfe, ob USDT neben dem Boliviano, der Fiatwährung des Landes, und dem US-Dollar zirkulieren könne. Der Vorschlag befindet sich allerdings noch in einer frühen Phase. Bisher hat die Regierung weder konkrete Umsetzungsregeln vorgelegt noch dem Stablecoin den Status eines gesetzlichen Zahlungsmittels gegeben.

Nach Angaben von Espinoza arbeitet die Regierung an einem Rahmenwerk für Banken, Krypto Wallets und Zahlungsanbieter. Das passt zu dem breiteren Versuch, digitale Zahlungen stärker zu ordnen, nachdem Bolivien den Weg für regulierte Krypto-Nutzung bereits geöffnet hat. Auch in anderen Ländern suchen Aufsichtsbehörden derzeit nach Wegen, Stablecoin-Zahlungen zu regulieren, etwa in Thailand, wo die Zentralbank zusätzliche Anti-Geldwäsche-Maßnahmen rund um USDT plant.

Strengere Aufsicht bleibt nötig

Ein möglicher Rollout dürfte von deutlich strengeren Anti-Money-Laundering-Kontrollen begleitet werden. Bolivien steht weiterhin auf der Grey List der Financial Action Task Force. Das bedeutet, dass das Land wegen Schwächen im System zur Bekämpfung von Finanzkriminalität zusätzliche Aufsicht erhält.

Gerade dieser Hintergrund ist relevant, weil die Behörden nicht nur die praktische Nutzung im Blick haben, sondern auch Kontrolle und Regelkonformität. Im Mai 2025 veröffentlichte Bolivien außerdem Supreme Decree No. 5384, die erste Regelung, die Financial Technology Companies ausdrücklich anerkennt und reguliert. Das deutet darauf hin, dass das Land schrittweise einen rechtlichen Rahmen für digitale Finanzdienstleistungen aufbaut.

Krypto wächst schnell in Bolivien

Die Debatte fällt in eine Phase, in der die Krypto-Nutzung in Bolivien deutlich zugenommen hat. Nachdem die Zentralbank im Juni 2024 die Beschränkungen für Transaktionen aufgehoben hatte, stieg der Transaktionswert laut offiziellen Angaben von 46,5 $ Millionen (40,7 € Millionen) in der ersten Hälfte von 2024 auf 294 $ Millionen (257 € Millionen) im gleichen Zeitraum ein Jahr später. Insgesamt seien die Transaktionen mit virtuellen Assets seit der Aufhebung der Beschränkungen um 630 Prozent gestiegen, teilte die Zentralbank mit.

Die Nachfrage nach Alternativen hat zugenommen, weil Unternehmen und Verbraucher nach Wegen suchen, die Knappheit an US-Dollar zu umgehen. Bolivien hat zuvor auch die feste Dollarbindung aufgegeben und ist in diesem Jahr zu einem flexiblen Wechselkurs übergegangen. Das Staatsunternehmen YPFB kündigte bereits im vergangenen Jahr an, Krypto für Energieimporte nutzen zu wollen. Im April ermöglichten Banco Unión und die Yasta Wallet zudem den Kauf von USDT über EFY Finance für internationale Zahlungen und Remittances.


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