Britische Justiz friert 13,5 Millionen Dollar rund um Premier League und Sorare ein
Die NCA prüft, ob eine Sponsorenzahlung von Sorare über die Premier League mit möglichen kriminellen Geldflüssen zusammenhängt. Der Fall erhöht den Druck auf Krypto-Sponsoring im britischen Fußball.

Wichtigste Erkenntnisse
- Die britische National Crime Agency hat mehr als 10 Millionen Pfund auf Konten der Premier League eingefroren.
- Die Maßnahme hängt mit Ermittlungen zu einer Sponsorenzahlung aus dem vierjährigen Vertrag über 140 Millionen Dollar mit Sorare zusammen.
- Die Premier League steht nicht unter Verdacht; britische Aufseher gehen derweil strenger gegen Krypto-Sponsoring im Fußball vor.
Die britische National Crime Agency hat mehr als 10 Millionen Pfund, umgerechnet 13,5 Millionen Dollar (11,6 Millionen Euro), eingefroren, die auf Konten der Premier League lagen. Es handelt sich um eine Beschlagnahme nach dem Proceeds of Crime Act, während Ermittler prüfen, ob es einen Zusammenhang mit möglicher krimineller Beteiligung Dritter rund um eine Sponsorenzahlung von Sorare gibt.
Untersuchung der Sponsorenzahlung
Laut britischen Medien hängt die Maßnahme mit der ersten Zahlung aus dem vierjährigen Sponsorvertrag über 140 Millionen Dollar (121 Millionen Euro) zusammen, den die Premier League 2023 mit Sorare geschlossen hat. Der Vertrag wurde am Ende der vergangenen Saison beendet. Die NCA sagt, die Einfrierung solle verhindern, dass das Geld verschwindet, während die Ermittlungen zu möglichen Verbindungen zwischen diesen Mitteln und mutmaßlicher Kriminalität Dritter laufen.
Die Premier League selbst steht nicht unter Verdacht. Sorare und die Premier League reagierten nicht auf Anfragen nach einer Stellungnahme. Die Premier League versucht, die Bedingungen der Einfrieranordnung in einer Anhörung am Montag zu ändern, während die Anordnung bis zum 14. September gilt.
Mehr Druck auf Krypto-Sponsoring
Der Fall passt zu einer breiteren, strengeren Haltung britischer Aufseher gegenüber Krypto-Sponsoring im Fußball. Die Financial Conduct Authority hatte Premier-League-Clubs zuvor gewarnt, dass Kooperationen mit nicht lizenzierten Krypto-Unternehmen gegen Finanzregeln verstoßen können.
Für europäische Krypto-Beobachter ist vor allem relevant, dass Aufseher und Strafverfolgungsbehörden im Vereinigten Königreich Krypto zunehmend unter dem Blickwinkel von Betrugs-, Zahlungs- und Lizenzrisiken betrachten. Sorare steht schon länger in einem separaten Verfahren: Die Gambling Commission klagte das Unternehmen im September 2024 wegen des Angebots nicht lizenzierter Glücksspielangebote an. Sorare weist in beiden Fällen jegliches Fehlverhalten zurück.
Sorare unter Beobachtung
Sorare betreibt ein Fantasy-Sports-Spiel mit digitalen Spielerkarten, mit denen Nutzer virtuelle Teams zusammenstellen. Die Plattform startete als reine Krypto-Marktplatzlösung mit ETH und SOL, erlaubte ab August 2023 aber auch Zahlungen in Geld. Die Kombination aus Sport, digitalen Karten und Krypto macht das Unternehmen schon länger zu einem auffälligen Akteur in einem Sektor, in dem Aufseher genauer auf Lizenzen und Geldflüsse schauen. Im Vereinigten Königreich zeigt sich diese strengere Linie auch bei den neuen Krypto-Regeln von FCA und Bank of England, die die Anforderungen an Anbieter weiter erhöhen.