CFTC wehrt sich gegen CME wegen Bitcoin-Perpetual-Futures
Die Aufsichtsbehörde stellt klar, dass CME kein direktes Interesse an dem Fall hat, während sich die Debatte um den rechtlichen Status von Bitcoin-Perps und den US-Markt für Krypto-Derivate dreht.

Wichtigste Erkenntnisse
- Die CFTC stellt klar, dass CME keine rechtliche Grundlage hat, um die Genehmigung von Bitcoin-Perpetual-Futures anzufechten.
- Nach Ansicht der Aufsichtsbehörde hat CME nicht gezeigt, dass die neuen Regeln das Unternehmen direkt oder in naher Zukunft finanziell schädigen.
- Im Kern geht es um die Frage, ob Perpetual Futures in den USA als Futures oder als Swaps eingestuft werden sollten.
Die US-Aufsichtsbehörde CFTC sagt in dem Rechtsstreit mit CME Group, dass die Börse keine rechtliche Grundlage hat, um die Genehmigung von Bitcoin-Perpetual-Futures anzufechten. Nach Ansicht der Aufsichtsbehörde hat CME nicht dargelegt, dass die neuen Regeln das Unternehmen direkt oder in naher Zukunft finanziell schädigen, während der Handel mit Krypto-Futures bei CME seit der Richtungsänderung sogar zugenommen hat.
Streit um die Definition
Der Fall dreht sich um die Frage, wie Perpetual Futures in den USA eingeordnet werden sollen. Die CFTC genehmigte im Mai den ersten Bitcoin-Perp von Kalshi und signalisierte damit Offenheit für diese Art von Kontrakten auf dem US-Markt. CME stellt sich dagegen und argumentiert, dass diese Produkte keine Futures seien, weil sie kein Enddatum haben. Nach Ansicht des Unternehmens gehören sie eher in die Kategorie der Swaps, mit einem anderen Aufsichtsansatz.
Die Aufsichtsbehörde wies in ihrem Schreiben außerdem darauf hin, dass CME Anlegern gegenüber selbst gesagt habe, dass es keine Nachfrage nach Perps sehe und dass diese Kontrakte kein Ersatz für die Futures seien, die das Unternehmen selbst anbietet. Damit, so die CFTC, könne CME nicht gleichzeitig vor Gericht ziehen und der Öffentlichkeit ein anderes Bild vermitteln.
Warum das für Krypto wichtig ist
Perpetual Futures sind außerhalb der USA bereits ein wichtiger Bestandteil des Kryptomarkts. Sie haben keine feste Laufzeit und werden oft mit Hebel eingesetzt, weshalb sie bei aktiven Händlern beliebt sind. Die US-Genehmigung könnte daher relevant dafür sein, wie Krypto-Derivate in den USA angeboten und reguliert werden.
Der Fall zeigt auch, dass es nicht nur um ein einzelnes Produkt geht, sondern um die Frage, wer den Ton für den US-Markt für Krypto-Derivate angibt. Die CFTC sagt, dass solche Kontrakte je nach Einzelfall als Futures behandelt werden können, während CME erreichen will, dass das Gericht zunächst Klarheit über die rechtliche Einordnung schafft.
Auch die breitere Debatte über Aufsicht spielt eine Rolle. In einem anderen Fall versucht die CFTC nämlich gerade, Event Contracts unter Swaps-Regeln zu bringen, was zeigt, wie heftig der Streit um den Zuständigkeitsbereich der Aufsichtsbehörde inzwischen ist.
Die Uhr tickt weiter
Analyst Jaret Seiberg von TD Cowen schrieb am Montag, dass CME weiterhin eine starke Position haben könnte, sowohl mit seinem Argument in der Rechtsstreitigkeit als auch mit der These, dass Perps möglicherweise als Swaps behandelt werden sollten. Gleichzeitig warnte er davor, dass das Wachstum von Perps während des Verfahrens zu Komplikationen führen könnte, falls CME am Ende recht bekommt.
Die CFTC hatte den Bundesrichter bereits im vergangenen Monat gebeten, den Fall von CME abzuweisen. Mit dem neuesten Schreiben setzt die Aufsichtsbehörde diese Linie fort und versucht, die Klage schon in einem frühen Stadium scheitern zu lassen.