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Chip-Rally belastet den Kryptomarkt: Bitcoin hinkt hinterher

Die Rally bei KI-Chips zieht Kapital aus Krypto ab: Der Philadelphia Semiconductor Index hat sich verdoppelt, während Bitcoin, Ether und Solana deutlich zurückblieben.

Chip-Rally belastet den Kryptomarkt: Bitcoin hinkt hinterher

Wichtigste Erkenntnisse

  • Halbleiter-Aktien legten in der ersten Hälfte von 2026 kräftig zu, während Bitcoin 33 % verlor und die Magnificent Seven 2 % nachgaben.
  • Der Philadelphia Semiconductor Index war laut Deutsche Bank das am besten laufende große Asset, gestützt von starken Chipkursen und ETF-Zuflüssen.
  • Bitcoin, Ether und Solana standen unter Druck, während Render und NEAR Protocol im Plus endeten.

Halbleiter-Aktien haben in den ersten sechs Monaten von 2026 sowohl Big Tech als auch Krypto deutlich hinter sich gelassen. Der Philadelphia Semiconductor Index legte um 102 % zu, während die Magnificent Seven 2 % verloren und Bitcoin um 33 % nachgab, wie Daten von Deutsche Bank und CoinGecko zeigen. An der Wall Street stellt sich damit weiter die Frage, ob der Chip-Trade noch Luft nach oben hat oder bereits an Dynamik verliert.

Chips dominieren die erste Hälfte

Die Halbjahresdaten machen die klare Trennung zwischen KI-Gewinnern und unter Druck stehenden Assets deutlich. Deutsche Bank stufte den Philadelphia Semiconductor Index als das weltweit am besten laufende große Asset in H1 ein. Ausschlaggebend waren kräftige Kursgewinne bei Chip-Herstellern und ETF-Zuflüsse in den Sektor. Der VanEck Semiconductor ETF kam auf ein Plus von 72 %, der iShares Semiconductor ETF sogar auf 99 %, während der Roundhill Magnificent Seven ETF leicht nachgab.

Auch der breitere Markt blieb hinter den Halbleitern zurück. Der Nasdaq gewann 13 %, der S&P 500 etwas weniger als 10 %. Gold verlor 7 %, Silber sogar 18 %. Das unterstreicht, wie selektiv Anleger in diesem Jahr positioniert waren und wie stark der Fokus auf Unternehmen lag, die direkt von der KI-Capex-Welle profitieren.

Bitcoin und große Coins unter Druck

Für Krypto fiel diese Rotation deutlich ungünstiger aus. Bitcoin rutschte von rund $87.500 (€76.700) auf unter $59.000 (€51.700), Ether verlor 47 % und Solana 41 %, wie Daten von CoinGecko zeigen. Innerhalb des Kryptomarkts gab es zwar Unterschiede zwischen Tokens mit Bezug zu Rechenleistung und den größeren Coins: Render und NEAR Protocol schlossen im Plus, während andere große Namen mehr als 30 % einbüßten.

Die Einschätzung von Goldman Sachs passt zu diesem Bild. Laut Derivate-Spezialist Brian Garrett belohnt der Markt derzeit vor allem Unternehmen, die bereits Geld verdienen, etwa Chip-Hersteller, und bestraft gleichzeitig Firmen mit hohen Ausgaben, darunter Hyperscaler. Bitcoin profitiert nicht direkt vom KI-Boom und wurde deshalb eher wie ein Kostenfaktor als wie ein Gewinner des Capex-Zyklus gehandelt.

Bedeutung für Krypto

Für europäische Kryptonutzer ist vor allem relevant, dass Bitcoin inzwischen stärker mit breiteren Rotationen zwischen Wachstumssektoren und Liquidität mitläuft und nicht nur auf krypto-spezifische Nachrichten reagiert. Sollte Kapital aus dem stark gelaufenen Chip-Trade abfließen, könnte das zwar Spielraum für Nachzügler schaffen. Eine große Bank nennt digitale Assets bislang aber nicht als naheliegenden nächsten Profiteur. In den kommenden Wochen dürfte sich zeigen, ob die jüngste Schwäche bei Halbleitern anhält und ob sich dieser Effekt auch bei Bitcoin und anderen großen Tokens bemerkbar macht.

Die Schwäche bei Bitcoin fügt sich auch in das Bild ein, das Bitcoin hinkt Aktien hinterher, Analysten sehen aber eine Erholung zeichnet: Kapital floss zuvor eher in KI-Aktien und weg von BTC. Genau deshalb ist die aktuelle Rotation an der Wall Street auch für den Kryptomarkt besonders relevant.

Morgan Stanley sieht diese Verschiebung bereits früher einsetzen. Stratege Michael Wilson sagte am Montag, dass das Momentum bei Chips nachlässt und Anleger sich wieder stärker in Richtung Hyperscaler orientieren. JPMorgan rechnet derweil damit, dass sich die Rally in der zweiten Jahreshälfte verbreitert, was die aktuelle Marktverteilung zusätzlich verändern könnte.


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