Claude-Chats mit Walletdaten landen bei Google
Geteilte Claude-Links waren über Google auffindbar, mit dem Risiko offengelegter Walletdaten, Seed Phrases und API-Schlüssel. Anthropic verweist auf die Einrichtung der Share-Seiten.

Wichtigste Erkenntnisse
- Geteilte Claude-Chats waren über Google auffindbar, wodurch sensible Informationen wie Walletdaten, Zugangsschlüssel und Unternehmensdateien sichtbar werden konnten.
- Anthropic blockiert Share-Seiten über robots.txt, aber Google konnte die Seiten trotzdem anzeigen, wenn andere Seiten darauf verlinkten.
- Für Krypto-Nutzer ist das besonders riskant, weil ein geleakter Private Key oder eine Seed Phrase direkt Zugriff auf eine Wallet geben kann.
Geteilte Claude-Chats sind über Google auffindbar gewesen. Dadurch konnten sensible Inhalte wie Walletdaten, Zugangsschlüssel und Unternehmensdateien für Dritte sichtbar werden. Für Krypto-Nutzer ist das besonders heikel, weil ein geleakter Private Key oder eine Seed Phrase deutlich kritischer ist als ein gewöhnliches Passwort.
Wie die Chats sichtbar wurden
Laut Meldungen auf Reddit ließen sich bei einer einfachen Google-Suche mehrere geteilte Claude-Seiten finden. Naheliegend war zunächst der Verdacht auf ein fehlendes noindex-Tag. Die technische Erklärung deutet jedoch vor allem darauf hin, wie die Share-Seiten eingerichtet sind.
Anthropic setzt robots.txt ein, um Suchmaschinen von den Share-Seiten fernzuhalten. Google kann die Seite dadurch selbst nicht aufrufen und sieht auch nicht das Tag, das sie aus dem Index halten soll. Die Webadressen können dennoch in den Suchergebnissen erscheinen, wenn andere Seiten darauf verlinken. In diesem Fall weist Google allerdings darauf hin, dass für die Seite keine Informationen verfügbar sind.
Damit erklärt sich, warum die Chats nicht als klassische Suchergebnisse mit Vorschau auftauchten, sondern über den Link selbst lesbar waren. Wer einen solchen geteilten Link hatte, konnte den vollständigen Chat öffnen.
Warum Krypto-Nutzer aufpassen sollten
In den gemeldeten Chats waren neben Walletdaten auch Login-Informationen und weitere sensible Dokumente zu sehen. Für den Krypto-Bereich ist das besonders riskant, weil sich ein Passwort noch ändern lässt, während ein Private Key oder eine Seed Phrase direkten Zugriff auf eine Wallet ermöglichen kann.
Der Vorfall passt zudem zu einem breiteren Trend: Immer mehr Trader und Entwickler verknüpfen KI-Tools mit Wallets, Code und Arbeitsabläufen. Genau dann kann ein Fehler beim Teilen oder Indexieren schnell zu einem Datenschutzproblem mit finanziellen Folgen werden. Hinzu kommt, dass es bereits früher Warnungen gab, wonach KI-Tools sensible Wallet-Informationen offenlegen können. Das steht auch im Zusammenhang mit den größeren Schäden, die entstehen, wenn Private Keys in falsche Hände geraten.
Frühere Signale rund um Anthropic
Der Fall ist kein Einzelfall. Anthropic geriet bereits zuvor wegen mehrerer Security-Vorfälle in die Kritik, darunter ein Leak von Quellcode für Claude Code und Berichte über Schwachstellen in Claude.ai, über die sensible Daten hätten abfließen können. Zusätzlich stand das Unternehmen wegen eines versteckten Trackers in Claude Code und eines großen Copyright-Vergleichs rund um das Training von Claude unter Druck.
Für europäische Krypto-Leser ist vor allem relevant, dass sich zeigt, wie schnell Daten, die über KI-Tools geteilt werden, außerhalb des eigentlich vorgesehenen Kontexts landen können. In einem Markt, in dem Wallets, Seed Phrases und API-Schlüssel oft in derselben Arbeitsumgebung genutzt werden, kann schon eine scheinbar kleine Freigabeeinstellung ein größeres Sicherheitsproblem auslösen.