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CME warnt vor Steuerfolgen bei Krypto-Perps

Im Fokus steht die steuerliche Behandlung von perpetual futures in den USA. Eine Neueinstufung als Swaps könnte Folgen für Section 1256 und die IRS haben.

CME warnt vor Steuerfolgen bei Krypto-Perps

Wichtigste Erkenntnisse

  • CME-Chef Terry Duffy warnt, dass perpetual futures in den USA unter Umständen als Swaps eingestuft werden könnten, was unerwartete steuerliche Folgen hätte.
  • Werden Perps als Futures behandelt, könnte Section 1256 greifen. Fallen sie dagegen unter Swaps, gilt die reguläre Besteuerung. Spezielle Vorgaben der IRS gibt es dazu bislang nicht.
  • Die Bundesklage zur Einordnung könnte auch über die USA hinaus Bedeutung haben und die Marktstruktur für Krypto-Derivate beeinflussen.

CME-Group-Chef Terry Duffy warnt davor, dass perpetual futures in den USA ein bislang unterschätztes Steuer-Risiko bergen könnten. Sollte ein Gericht oder eine Aufsicht die Produkte am Ende als Swaps und nicht als Futures einordnen, könnte das aus seiner Sicht spürbare Folgen haben. Gerade im schnell wachsenden Markt für Krypto-Derivate sei der rechtliche Status von Perps noch nicht abschließend geklärt, sagte er sinngemäß.

Rechtsstreit um die Einstufung

Im Kern geht es um die Frage, ob perpetual futures rechtlich als Futures oder als Swaps zu behandeln sind. CME geht gegen die Genehmigung dieser Produkte durch die Commodity Futures Trading Commission vor und wartet gemeinsam mit der Aufsicht auf ein Bundesurteil. Das Verfahren dürfte nicht nur für die Regulierung in den USA relevant sein, sondern auch dafür, wie die Internal Revenue Service die Produkte steuerlich einordnet.

Duffy argumentiert, dass Perps wegen der regelmäßigen Funding Payments eher an Swaps erinnern als an klassische Futures. Schließlich haben perpetual contracts kein Verfallsdatum, während Long- und Short-Positionen über diese Zahlungen im Gleichgewicht gehalten werden. Nach seiner Einschätzung spricht das eher für die gesetzliche Definition eines Swaps.

Steuerliche Behandlung bleibt unklar

Für Händler steht vor allem die steuerliche Behandlung im Vordergrund. Werden die Kontrakte als Futures eingestuft, könnten viele institutionelle Marktteilnehmer unter die gemischte Behandlung nach Section 1256 des US-Steuerrechts fallen. Dabei werden Gewinne und Verluste in der Regel zu 60 % als langfristig und zu 40 % als kurzfristig behandelt. Gelten die Kontrakte hingegen als Swaps, greift die normale Besteuerung. Spezielle Leitlinien der IRS für perpetual futures gibt es bislang nicht.

Duffy machte zudem auf ein mögliches Folgeproblem aufmerksam: Wer diese Produkte heute als Futures meldet, könnte später dennoch in Schwierigkeiten geraten, falls ein Gericht zu einer anderen Einordnung kommt. Er sagte, ihn würde interessieren, was die IRS dann Marktteilnehmern antwortet, die ihre Steuererklärung auf Basis der aktuellen Einstufung abgegeben haben.

Warum das auch außerhalb der USA zählt

Auch für europäische Kryptonutzer und Marktteilnehmer ist der Fall relevant, weil das Ergebnis in den USA als Orientierung für die Einordnung neuer Derivate dienen könnte. Die CFTC genehmigte perpetual futures im Mai 2026 für Plattformen wie Kalshi und Coinbase, was den Wettbewerb mit etablierten Anbietern wie CME bereits verschärft hat. Sollte das Gericht die rechtliche Grundlage dieser Produkte anders bewerten, könnte das die Marktstruktur für Krypto-Derivate in den USA spürbar verändern.

Von CoinDesk zitierte Juristen weisen allerdings darauf hin, dass die Frage komplexer ist als eine einfache Entscheidung zwischen Swap und Future. Ihrer Einschätzung nach ist der Gesetzestext weit gefasst, und das Gericht könnte zunächst prüfen, ob die CFTC ihre Entscheidung ausreichend begründet hat. Seit dem Loper-Bright-Urteil des US-Supreme-Court im Jahr 2024 haben Richter außerdem mehr Spielraum, ein Gesetz selbst auszulegen, statt sich vor allem auf die Interpretation einer Aufsicht zu stützen.

Die Debatte fügt sich in einen breiteren Streit über den Status von Perps in den USA ein. In einem separaten Verfahren versucht CME bereits, die Aufsicht bei der Genehmigung von onchain perpetual futures zurückzupfeifen, während andere Marktteilnehmer wiederum einen klaren Futures-Rahmen fordern.


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