Finst

Coldcard warnt vor aktivem Bitcoin-Wallet-Exploit

Coldcard sagt, dass ein Firmware-Fehler in bestimmten Mk3-, Mk4-, Mk5- und Q-Wallets weiter ausgenutzt wird. Nutzer sollen ihre Seed erneuern und ihre Bitcoin verschieben.

Coldcard warnt vor aktivem Bitcoin-Wallet-Exploit

Wichtigste Erkenntnisse

  • Coldcard ruft Nutzer dazu auf, ihre Bitcoin sofort zu verschieben, weil ein aktiver Exploit weiterhin Gelder aus self-custodied Wallets abzieht.
  • Nach überarbeiteten Zahlen wurden rund 449 BTC aus 709 Adressen entwendet, wodurch sich der Gesamtschaden auf bis zu 114 $ Millionen beläuft.
  • Vor allem bestimmte Coldcard-Modelle und Firmware-Versionen sind betroffen; Wallets, die mit der Dice-Option erstellt wurden, bleiben laut Coldcard verschont.

Die Entwickler hinter der Coldcard-Wallet haben Nutzer am Dienstag dazu aufgefordert, ihre Bitcoin umgehend zu verschieben. Hintergrund ist ein Exploit, der bereits Millionenbeträge aus self-custodied Wallets abgezogen hat und nach Angaben des Unternehmens weiterhin aktiv ist. Coldcard betont damit, dass es sich nicht um ein theoretisches Risiko handelt, sondern um eine laufende Bedrohung, vor der vor allem weniger aktive Nutzer schnell gewarnt werden sollen.

Aktive Bedrohung für Nutzer

Coldcard schrieb, Nutzer sollten ihre Funds auf eine neue Wallet übertragen, das Gerät aktualisieren, eine neue Seed anlegen und anschließend ihre Coins sorgfältig verschieben. Die Warnung richtet sich vor allem an Wallets, bei denen der Fix manuell eingespielt werden muss. Dadurch besteht das Risiko, dass einige Besitzer die Mitteilung nicht rechtzeitig mitbekommen.

Laut früheren Berichten von CoinDesk war der Exploit am Montag erneut aktiv. Nach einer überarbeiteten Zählung von Galaxy Research wurden dabei rund 449 BTC aus 709 Adressen abgezogen. Damit ist der Gesamtschaden von etwa 89 $ Millionen (77,2 € Millionen) auf bis zu 114 $ Millionen (98,8 € Millionen) gestiegen.

Welche Wallets gefährdet sind

Die Schwachstelle steht mit einer Firmware in Verbindung, die seit 2021 in bestimmten Konfigurationen vorhanden war, vor allem dann, wenn ein einzelner Schlüssel die Funds verwaltet und keine zweite Freigabe erforderlich ist. Betroffen sind nicht alle Nutzer, das Risiko betrifft aber bestimmte Modelle und Firmware-Versionen.

Besitzer der Mk3, dem Modell aus 2019, müssen ihre Funds verschieben, wenn die Wallet auf Firmware 4.0.1 oder neuer läuft. Nutzer der Mk4, Mk5 und Q sollen updaten, eine neue Wallet anlegen und danach ihre Coins übertragen, wenn sie Firmware unter 5.6.0 oder 1.5.0Q verwenden.

Coldcard sagt, dass Wallets, die mit der Dice-Option erstellt wurden, nicht betroffen sind. Dabei würfelt der Nutzer mindestens 50 Mal und gibt das Ergebnis manuell ein. Auf dieser Basis erzeugt die Wallet den Schlüssel, statt selbst Zufallsdaten zu generieren.

Warum das über den Einzelfall hinaus wichtig ist

Der Fall zeigt, dass auch Hardware Wallets weiterhin anfällig für Firmware-Fehler sein können, obwohl sie Self-Custody eigentlich sicherer machen sollen. Für europäische Krypto-Nutzer ist das relevant, weil es verdeutlicht, dass Offline-Speicherung Risiken nicht automatisch ausschließt, vor allem dann nicht, wenn eine Seed oder die Firmware-Implementierung Schwächen aufweist.

Vincent Bouzon, Product Security Director bei Ledger, bezeichnete den Vorfall als Fehler in einer einzelnen Implementierung und nicht als Urteil über Self-Custody insgesamt. Er verwies darauf, dass jede Wallet am Ende von einem Root Secret mit hoher Entropie abhängt und dass diese Generierung fest in sicherer Hardware verankert sein muss. Bitcoin handelte am Dienstag in den frühen US-Stunden bei rund 63.800 $ (55.300 €) und zeigte sich damit nach der Warnung kaum verändert. Eine aktuelle Analyse zu Private Keys deutet zudem auf einen breiteren Trend hin: Angreifer konzentrieren sich immer häufiger auf das Schlüsselmanagement statt auf Smart Contracts.


Haftungsausschluss: Dieser Inhalt dient ausschließlich zu Informationszwecken und stellt keine finanzielle, anlagebezogene, rechtliche oder steuerliche Beratung dar. Die bereitgestellten Informationen können unvollständig, ungenau oder veraltet sein und sollten nicht als solche herangezogen werden. Nichts auf dieser Website sollte als Empfehlung zum Kauf, Verkauf oder Halten von Kryptowährungen angesehen werden. Investitionen in Krypto-Assets sind mit Verlustrisiken verbunden.