Ehepaar klaut Milliarden Dollar BTC von der Kryptobörse
Ein verheiratetes Paar hat bekannt, Milliarden Dollar von der Kryptobörse Bitfinex gestohlen zu haben.

Ein verheiratetes Paar hat bekannt, Milliarden Dollar von der Kryptobörse Bitfinex gestohlen zu haben. Sie riskieren Gefängnisstrafen mehrerer Jahre.
Ilya Lichtenstein und Heather Morgan haben vor Gericht gestanden, dass sie etwa 120.000 Bitcoin von der Kryptobörse Bitfinex gestohlen haben. In einem Versuch, das Geld, rund vier Milliarden US-Dollar, zu waschen, wurden sie im Februar 2022 festgenommen. Deutsche Ermittlungsbehörden waren ebenfalls in die Untersuchung involviert. Das Duo drohen nun viele Jahre Haft.
Bis zu 20 Jahre Haft für Bitfinex-Hacker
Der Fall, einer der größten Kryptohacks der Geschichte, machte weltweit Schlagzeilen. Der Angriff auf die Börse fand bereits 2016 statt, doch das Duo wurde erst im Frühjahr des vorigen Jahres überführt. "Nach sieben Jahren tragen diese Bemühungen nun Früchte", erklärte ein Bitfinex-Sprecher gegenüber dem Nachrichtenportal BTC-ECHO. In dieser Zeit haben sie eng mit dem US-Justizministerium zusammengearbeitet.
Beschuldigte sollen laut Berichten unter anderem Spuren mit sogenannten Kryptomixern verwischt haben. Letztlich rückten sie so in den Fokus der Ermittler. Auch die Polizei von Ansbach war beteiligt.
Die Untersuchung sei "ein ausgezeichnetes Beispiel dafür, wie Blockchain-Analytics in Kombination mit traditionellen Finanzermittlungstechniken Strafverfolgungsbehörden befähigen kann, Straftaten mit Kryptowährungen aufzuklären, Verurteilungen zu erzielen und gestohlenes Geld zu beschlagnahmen", erläutert Chainalysis in einer Pressemitteilung. Das Blockchain-Analyseunternehmen war ebenfalls an der Untersuchung beteiligt.
Lichtenstein plädierte schuldig wegen Verschwörung zur Geldwäsche. Er drohen bis zu 20 Jahre Haft. Morgan plädierte schuldig wegen einer Anklage wegen Verschwörung zur Geldwäsche und einer Anklage wegen Betrugs gegenüber den Vereinigten Staaten. Die Höchststrafe beträgt fünf Jahre je Anklage.
Anteile in goldene Münzen investiert
Laut den Gerichtsakten nutzte Lichtenstein "eine Reihe fortschrittlicher Hacking-Tools und -Techniken, um Zugriff auf Bitfinex zu bekommen". Er soll in die Systeme eingedrungen und "mehr als 2.000 Transaktionen" autorisiert haben. Dabei wurden "119.754 Bitcoin von Bitfinex auf eine von Lichtenstein verwaltete Kryptowallet überwiesen". Danach loggte er sich erneut bei Bitfinex ein, um seine Spuren zu verwischen. Seine Frau Morgan, die eine recht erfolgreiche Rap-Karriere als "Razzlekhan" hatte, soll beim Waschen des gestohlenen Geldes geholfen haben.
Das Paar soll nach Berichten "zahlreiche fortschrittliche Techniken" verwendet haben, "darunter die Verwendung falscher Identitäten, um Online-Konten zu erstellen". Gelder wurden laut Berichten auf Konten auf Darknet-Marktplätzen überwiesen, gestohlene Bitcoins in andere Kryptowährungen umgewandelt und über Kryptomixer gewaschen. Ein Teil wurde auch in Goldmünzen investiert, "die Morgan anschließend vergraben hat".