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Cowen: Krypto seit 2010 so günstig wie nie, ein Boden ist aber noch nicht in Sicht

Cowen vergleicht den gesamten Kryptomarkt mit seinem Trendmodell und sieht im dritten Quartal noch Spielraum für weitere Verluste. Bitcoin liegt seiner Einschätzung nach trotz der Sommererholung weiter unter dem Fair Value.

Cowen: Krypto seit 2010 so günstig wie nie, ein Boden ist aber noch nicht in Sicht

Wichtigste Erkenntnisse

  • Benjamin Cowen sagt, dass Krypto seit 2010 im Verhältnis zum langfristigen Trend nicht mehr so günstig gewesen sei, der Boden aber noch nicht erreicht sei.
  • Die gesamte Kryptomarkt lag am 31. Juli 62,49 % unter dem Fair Value, laut Cowens logarithmischem Regressionstrend.
  • Cowen rechnet damit, dass Bitcoin in den nächsten zwei bis drei Wochen erneut unter Druck geraten könnte, und sagt, er würde lieber DCA betreiben, als den Boden zu timen.

Laut Benjamin Cowen ist Krypto im Verhältnis zum langfristigen Trend seit 2010 so günstig wie lange nicht mehr. Ein belastbarer Boden sei seiner Einschätzung nach aber noch nicht erreicht. Der Gründer von Into The Cryptoverse sieht vielmehr im dritten Quartal noch Raum für weitere Rückgänge, während der Markt seinem Modell zufolge weiterhin unter dem Fair Value notiert.

Markt bleibt unter dem Trend

Cowen, der auch dem Markets Intelligence Council von BeInCrypto angehört, setzt den gesamten Kryptomarkt in Relation zu seinem logarithmischen Regressionstrend. Auf dieser Grundlage lag die gesamte Marktkapitalisierung am 31. Juli bei 2.152 $ Billionen (1,9 € Billionen), während der Fair Value bei 5.737 $ Billionen (5 € Billionen) lag. Damit wurde Krypto 62,49 % unter diesem Wert gehandelt, was einem Marktpreis von 37,52 % des Fair Value entspricht.

Nach Cowens Einschätzung ist das der niedrigste Stand seit den frühen Jahren der Branche. Nur am 20. September 2010 lag das Verhältnis noch tiefer. Er weist zugleich darauf hin, dass der Abschlag noch größer werden kann, wenn sich die Kurse seitwärts bewegen, weil der Fair Value im Zeitverlauf weiter ansteigt.

Sommerstärke kann schnell kippen

Der Analyst geht davon aus, dass die aktuelle Erholung bei Bitcoin nicht unbegrenzt trägt. Bitcoin legte im Juli zwar noch 10,42 % zu, doch Cowen hält es für möglich, dass sich das nächste schwächere Zeitfenster innerhalb von zwei bis drei Wochen öffnet. Als mögliche Belastungsfaktoren nennt er die Saisonalität im Midterm-Jahr und steigende Bond Yields.

Solche saisonalen Muster seien seiner Ansicht nach bereits mehrfach zu beobachten gewesen. In 2014, 2018 und 2022 waren August und September rot, und in früheren Zyklen zeigte sich die Schwäche oft schon Anfang August. BTC handelt um 62.648 $ (54.300 €) und liegt damit rund 45 % unter dem Vorjahresniveau sowie 27 % im Minus seit Jahresbeginn.

Warum das für Anleger wichtig ist

Für europäische Krypto-Anleger ist vor allem relevant, dass Cowen die aktuelle Marktphase eher als Apathie denn als Euphorie einordnet. Das passt zu seinem breiteren Bild eines Marktes, in dem das Interesse von Privatanlegern begrenzt bleibt und die Spekulation weniger breit ausgeprägt ist als an früheren Hochpunkten. In seinem Modell kann das darauf hindeuten, dass der Markt noch Zeit braucht, bis ein nachhaltiger Boden sichtbar wird.

Gleichzeitig hält Cowen an einem längerfristigen Szenario fest, in dem der Kryptomarkt irgendwann in Richtung 10 $ Billionen (8,7 € Billionen) wachsen kann, plus oder minus einige Billionen. Zugleich warnt er, dass ein längerer Vierjahreszyklus wie 2022 die Erholung bis 2027 verzögern könnte. Deshalb sagt er, dass er lieber eine DCA-Strategie verfolgt, statt zu versuchen, den Boden exakt zu timen.


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