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DRW-Chef will, dass Aufseher Perps anders einordnen

Wilson bezeichnet Perps als ganz normale Futures ohne Enddatum und verweist auf Exchange-Entscheidungen wie hohe Leverage und ADL. Die CFTC macht derweil den ersten Schritt hin zu einem formelleren US-Rahmen.

DRW-Chef will, dass Aufseher Perps anders einordnen

Wichtigste Erkenntnisse

  • DRW-Chef Don Wilson sagt, dass perpetual futures wirtschaftlich ganz normale Futures sind und nicht automatisch ein von Natur aus riskantes Krypto-Produkt.
  • Laut Wilson entstehen hohe Leverage, 24-Stunden-Handel und automatische Liquidationen vor allem durch Entscheidungen von crypto exchanges, nicht durch den Vertrag selbst.
  • Die CFTC hat kürzlich die ersten Bitcoin perpetual futures genehmigt, während Wilson Aufseher dazu auffordert, auf den wirtschaftlichen Inhalt zu schauen.

DRW-Chef Don Wilson hält die Einordnung von perpetual futures, kurz Perps, durch Aufseher für zu eng. Aus seiner Sicht handelt es sich nicht um ein grundsätzlich riskantes Krypto-Produkt, sondern um Futures ohne Laufzeitende. Dass Perps oft mit hoher Leverage und automatischen Liquidationen verbunden werden, führt er vor allem auf die Art zurück, wie crypto exchanges das Produkt ausgestalten.

Wilson rückt Perps gerade

Auf X schrieb Wilson, dass vieles von dem, was über Perps gesagt werde, wenig über den Vertrag selbst aussage. ADL, 24-Stunden-Handel und sehr hohe Leverage seien seiner Darstellung nach keine festen Eigenschaften von perpetual futures, sondern Gestaltungsentscheidungen einzelner crypto exchanges.

Zugleich betonte er, dass er ADL nicht besonders schätze. Gemeint ist der Mechanismus, bei dem profitable Positionen automatisch reduziert werden, wenn Trader mit Verlusten ihre Verpflichtungen nicht mehr erfüllen können. Nach Wilsons Einschätzung ist dieses System für Perps nicht zwingend erforderlich.

Die Debatte ist deshalb relevant, weil perpetual futures im Kryptomarkt inzwischen zu den wichtigsten Handelsprodukten zählen. In der Krypto-Branche wurden sie ab 2016 breit eingesetzt, während traditionelle Finanzmärkte diesen Vertragstyp zuvor eher theoretisch betrachtet hatten. Der Ökonom Robert Shiller hatte die Idee bereits 1992 als Möglichkeit vorgeschlagen, Derivate für weniger liquide Assets zu entwickeln.

Regulierung bewegt sich

Wilson äußert sich zu einem Zeitpunkt, an dem mehrere Marktteilnehmer versuchen, Perps auch außerhalb von Krypto in regulierte amerikanische Märkte zu bringen. Die CFTC hat kürzlich die ersten Bitcoin perpetual futures für das Listing auf einer registrierten Exchange genehmigt, was als erster Schritt hin zu einem formelleren Rahmen in den USA gilt. Auch Kalshi hat vor Kurzem einen Vorschlag eingereicht, um sein Angebot auf Edelmetalle auszuweiten, nachdem Perps dort schnell an Zugkraft gewonnen haben.

Nach Wilsons Ansicht sollten Aufseher vor allem den wirtschaftlichen Gehalt des Produkts bewerten und nicht nur die Bezeichnung. Perps seien wirtschaftlich ganz normale Futures, auch wenn sie kein Ablaufdatum haben und Anleger Positionen deshalb nicht fortlaufend rollen müssen.

Bedeutung für Europa

Für europäische Krypto-Anleger zeigt die Debatte, wie schnell Derivate aus dem Kryptomarkt in die breitere Finanzinfrastruktur hineinwachsen. Sollten US-Aufsichtsbehörden Perps anders einordnen, könnte das auch Auswirkungen darauf haben, wie Exchanges, Clearing und Risikomodelle in anderen Märkten betrachtet werden. Für Plattformen und Händler, die rund um Produkte wie Hyperliquid aktiv sind, bleibt vor allem die Frage, wie weit Regulierung mit der Technologie Schritt halten kann.

Die US-Debatte über Perps steht zudem für einen breiteren Streit um die rechtliche Einordnung von Krypto-Derivaten. In einem separaten Fall zwischen der CFTC und onchain perpetual futures geht es genau darum, ob solche Verträge als Swaps oder Futures behandelt werden sollten.


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