Finst

Ethereum setzt sich gegen Bitcoin ab, doch die 60-%-Dominanz bleibt ein Bremsfaktor

ETH/BTC ist aus einem fallenden Kanal ausgebrochen, doch die Bitcoin-Dominanz bei rund 60 % deutet darauf hin, dass eine breite Altcoin-Rotation noch nicht bestätigt ist.

Ethereum setzt sich gegen Bitcoin ab, doch die 60-%-Dominanz bleibt ein Bremsfaktor

Wichtigste Erkenntnisse

  • Ethereum ist im Juli gegenüber Bitcoin aus einem fallenden Kanal ausgebrochen und notiert nun bei rund 0,0289 im ETH/BTC-Verhältnis.
  • Whales haben in diesem Monat 50.000 ETH nachgekauft, während Ethereum selbst bei 1.881 $ steht und damit 2,2 % unter dem Niveau von vor 24 Stunden liegt.
  • Die Bitcoin-Dominanz nähert sich wieder 60 %, weshalb eine echte Altcoin Season im Jahr 2026 bislang nicht bestätigt ist.

Ethereum hat sich erstmals seit fast einem Jahr klar gegen Bitcoin abgesetzt. Das ETH/BTC-Verhältnis ist im Juli aus einem fallenden Kanal ausgebrochen, der den Aufwärtstrend seit August 2025 gebremst hatte. Der breitere Kryptomarkt wartet allerdings weiter auf ein Signal, das eine echte Altcoin Season im Jahr 2026 bestätigen würde.

ETH/BTC dreht nach oben

Im Drei-Tage-Chart bewegte sich ETH/BTC fast ein Jahr lang in einem fallenden parallelen Kanal mit tieferen Hochs und tieferen Tiefs. Der jüngste Schlusskurs oberhalb der oberen Begrenzung dieses Kanals gilt als klare technische Verbesserung für Ethereum gegenüber Bitcoin.

Das Verhältnis liegt inzwischen bei rund 0,0289. Ethereum selbst notiert bei 1.881 $ (1.650 €) und damit 2,2 % unter dem Stand von vor 24 Stunden. Laut den Marktdaten haben Whales in diesem Monat zudem 50.000 ETH zugekauft, und zwar genau in dem Zeitraum, in dem das Verhältnis um 6 % gestiegen ist. Das verleiht dem Ausbruch zusätzliches Gewicht, auch wenn die Bewegung vorerst anfällig bleibt, solange der übergeordnete Trend nicht deutlicher bestätigt wird.

Oberhalb des aktuellen Niveaus liegen zunächst Widerstände bei 0,0316 und anschließend bei 0,0352. Gleichzeitig notiert das Verhältnis noch unter dem 200-Tage-Durchschnitt. Ein Anstieg über diese Linie könnte den Weg in die erste Widerstandszone öffnen, während ein Rücksetzer in Richtung 0,0259 den Ausbruch erneut auf die Probe stellen würde.

Auch das Momentum hat sich bereits vor der Kursbewegung verbessert. Der Drei-Tage-Relative-Strength-Index ist Ende Juni aus einem langen Falling Wedge ausgebrochen und liegt inzwischen bei rund 57, also klar über der neutralen Zone. Das spricht dafür, dass die jüngste Erholung nicht nur auf dem Kursverlauf beruht, sondern auch von einem stärkeren technischen Momentum getragen wird.

Bitcoin-Dominanz bleibt hoch

Gleichzeitig zeichnet die Bitcoin-Dominanz ein deutlich vorsichtigeres Bild. Die Kennzahl bewegt sich wieder in Richtung 60 %, ein Bereich, der in früheren Zyklen häufig als wichtiger Wendepunkt galt. Seit 2017 schwankte die Bitcoin-Dominanz grob zwischen 33 % und 73 %, mit markanten Spitzen im Januar 2018 und im April 2021.

Für alle, die auf eine breitere Rotation in Richtung Altcoins warten, ist das ein wichtiger Punkt. Der Monatschart zeigt, dass die Dominanz 2025 zwar bei rund 66 % abgeprallt ist, danach aber nicht weit genug zurückging, um die tieferen Niveaus zu testen, die in früheren Phasen mit einer vollständigen Rotation verbunden waren. Der Altcoin Season Index wird in solchen Phasen oft als zusätzlicher Indikator herangezogen, weil er zeigt, wie viele der Top-100-Coins Bitcoin über einen Zeitraum von 90 Tagen schlagen.

Im Drei-Tage-Chart bewegt sich die Dominanz seit August 2025 bereits seitwärts zwischen 58 % und 60,7 %. Besonders relevant ist nun die Zone um 59,5 %, weil dort die gebrochene Supportlinie und ein Fibonacci-Niveau zusammenlaufen. Eine Ablehnung an dieser Stelle würde den Druck auf 58 % und womöglich 55,66 % erhöhen. Ein Rückkehr über 61 % könnte eine Rotation in Richtung Altcoins dagegen weiter hinauszögern.

Bedeutung für Europa

Für europäische Krypto-Anleger ist das vor allem deshalb relevant, weil der Markt weiter zwischen einer möglichen Rotation in Altcoins und einer Phase schwankt, in der Bitcoin den Takt vorgibt. Das dürfte in den kommenden Wochen Auswirkungen auf Handelsvolumen, Risikobereitschaft und die Positionierung größerer Marktteilnehmer haben. Ethereum zeigt technisch bereits eine Verbesserung, doch solange die Bitcoin-Dominanz bei rund 60 % verharrt, gibt es noch keine belastbare Bestätigung dafür, dass sich die Marktbreite tatsächlich gedreht hat. Die jüngste Akkumulation durch neue Ethereum-Wallets passt zwar zu einem frühen Rotationsmuster, reicht aber noch nicht für die Bestätigung einer voll ausgeprägten Altcoin-Phase.


Haftungsausschluss: Dieser Inhalt dient ausschließlich zu Informationszwecken und stellt keine finanzielle, anlagebezogene, rechtliche oder steuerliche Beratung dar. Die bereitgestellten Informationen können unvollständig, ungenau oder veraltet sein und sollten nicht als solche herangezogen werden. Nichts auf dieser Website sollte als Empfehlung zum Kauf, Verkauf oder Halten von Kryptowährungen angesehen werden. Investitionen in Krypto-Assets sind mit Verlustrisiken verbunden.