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Ethereum setzt sich dank ETF-Zuflüssen von Bitcoin ab

US-amerikanische Spot-Ether-ETFs haben diese Woche 96 Millionen $ eingesammelt, vor allem über BlackRocks ETHA. Auch Robinhoods neue Layer-2 sorgte für zusätzliche Nachfrage nach ETH.

Ethereum setzt sich dank ETF-Zuflüssen von Bitcoin ab

Wichtigste Erkenntnisse

  • Ethereum hat sich in dieser Woche deutlich besser entwickelt als Bitcoin, während viele große Altcoins unter Druck standen.
  • US-amerikanische Spot-Ether-ETFs zogen in drei Tagen 96 Millionen $ an, vor allem über BlackRocks ETHA.
  • Robinhood Chain sorgte für zusätzliche Nachfrage, weil die Layer-2 Gas in Ether bezahlt und auf Ethereum settled.

Ether ist in dieser Woche der auffälligste Ausreißer am Kryptomarkt. Während Bitcoin weitgehend seitwärts tendierte und viele große Altcoins eher nachgaben, erhielt Ethereum Rückenwind durch neue Zuflüsse in US-amerikanische Spot Ether-ETFs sowie durch zusätzliche Nachfrage über eine neue Layer-2 von Robinhood.

ETF-Geld kommt zurück

Ether wurde am Donnerstag bei rund 1.920 $ (1.680 €) gehandelt. Das entspricht einem Tagesplus von 2,2 % und einem Anstieg von etwa 11 % auf Sieben-Tage-Sicht. Damit lag die Coin klar vor Bitcoin, das bei rund 64.600 $ (56.600 €) notierte, am Tag 0,3 % verlor und über die Woche 4,2 % zulegte. Die breitere Marktbewegung blieb insgesamt verhalten: Solana, TRON und Hyperliquid gaben eher nach, während XRP, BNB und Dogecoin zwar mitliefen, aber deutlich schwächer als ETH.

Ein wesentlicher Teil der Unterstützung kam vom ETF-Markt. US-amerikanische Spot-Ether-ETFs verzeichneten in den ersten drei Tagen dieser Woche Zuflüsse von 96 Millionen $ (84,2 Millionen €), laut SoSoValue. Damit lag das Wochenplus bereits über den 84 Millionen $ (73,6 Millionen €) der gesamten Vorwoche. Nach den Abflüssen Ende Juni ist das eine spürbare Erholung, denn allein am 25. Juni verloren die Fonds 82 Millionen $ (71,9 Millionen €).

BlackRock zieht den Großteil an Land

Auffällig ist auch die Konzentration der Zuflüsse. Von den 53,8 Millionen $ (47,2 Millionen €), die am Mittwoch in die Produkte flossen, entfielen 45,3 Millionen $ (39,7 Millionen €) auf BlackRocks ETHA und weitere 4 Millionen $ (3,5 Millionen €) auf den kleineren ETHB-Fonds. Die übrigen acht Produkte kamen zusammen auf weniger als 5 Millionen $ (4,4 Millionen €). Das spricht dafür, dass die Nachfrage nach Ether derzeit vor allem über wenige große Produkte läuft.

Wichtig ist zudem der größere Kontext. Die Zulassung von Spot-Ethereum-ETFs im Juli 2024 war ein Meilenstein, weil Anleger Ether damit über regulierte Anlageprodukte halten konnten. Der erste Handelstag von BlackRocks ETHA brachte damals bereits 266 Millionen $ (233 Millionen €) ein, was auf ein frühes institutionelles Interesse hindeutete. Gleichzeitig verliert Grayscales ursprünglicher Ether-Trust weiter Mittel; seit dem Start sind dort laut der Quelle 5,3 Milliarden $ (4,6 Milliarden €) abgeflossen, unter anderem wegen der deutlich höheren Gebühren im Vergleich zu BlackRock. Dieser Gegensatz passt zu einem breiteren Wandel im Markt, in dem große Vermögensverwalter ihre Digital-Asset-Produkte zwar ausbauen, deren Wert aber auch stark vom Kurs abhängt. BlackRock sieht Krypto-Vermögen trotz Zuflüssen um 39 % sinken verdeutlicht dieses Spannungsfeld.

Bedeutung für Europa

Für europäische Krypto-Anleger ist das vor allem deshalb relevant, weil sich daran zeigt, wie stark der ETF-Markt die Preisbildung rund um Ethereum beeinflussen kann. In einem Markt, in dem Bitcoin oft den Takt vorgibt, kann schon ein vergleichsweise kleiner, aber gezielter Zufluss in Ether-Produkte reichen, um ETH vorübergehend vom Rest des Sektors abzukoppeln. Das macht das Zusammenspiel aus regulierten Produkten, institutioneller Allokation und dem zugrunde liegenden Kryptomarkt besonders wichtig.

Zusätzlichen Rückenwind erhielt Ethereum durch Robinhood Chain, die Layer-2, die der Broker am 1. Juli aktiviert hat. Die Chain bezahlt Gas in Ether und settled auf Ethereum. Inzwischen verarbeitet sie mehr als 800 Millionen $ (701 Millionen €) an täglichen DEX-Volumina, vor allem im Memecoin-Handel. Das ist zwar kein breiter Markttrend, dürfte aber eine weitere Nachfragequelle darstellen, die die Aktivität rund um ETH stützen kann.


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