Ethereum fällt im Oktober auf den schwächsten Monat seit 2018
US-Spot-ETFs verzeichneten 1,35 Milliarden Dollar an Abflüssen, während alte Wallets mehr als 56.000 ETH zu Coinbase und Kraken verschoben.

Wichtigste Erkenntnisse
- Ethereum steuert auf seinen schwächsten Oktober seit 2018 zu, mit einem Rückgang von 13,6 % in diesem Monat.
- Alte Wallets verschoben zwischen dem 5. und 29. Oktober mehr als 56.000 ETH, oft direkt zu Coinbase oder Kraken.
- US-Spot-Ethereum-ETFs verzeichneten bis zum 28. Oktober rund 1,35 Milliarden Dollar an Nettoabflüssen, während Bitcoin-ETFs Zuflüsse meldeten.
Ethereum steuert auf seinen schwächsten Oktober seit 2018 zu. Der Kurs fiel in diesem Monat bislang um 13,6 %, während US-amerikanische Spot-ETFs gleichzeitig Milliarden an Interesse verloren und alte Wallets wieder ETH an Börsen schickten.
Alte Wallets werden aktiv
On-Chain-Daten zeigten zwischen dem 5. und 29. Oktober mehr als zehn große Transfers aus Wallets, die jahrelang inaktiv gewesen waren. Zusammen verschoben diese Adressen rund 56.000 ETH. Vier der fünf größten Transaktionen gingen direkt an Coinbase oder Kraken, was darauf hindeutet, dass die Coins für einen möglichen Handel bereitstanden.
Die größte Bewegung gab es am 5. Oktober, als eine Wallet 13.330 ETH im Wert von rund 36,37 Millionen Dollar (32,7 Millionen Euro) an Coinbase schickte. Laut früheren Blockchain-Daten kaufte der Eigentümer bereits im ICO von 2015 170.000 ETH für 0,31 Dollar (0,28 Euro) pro Stück. Drei Tage später unstakte pinosaur.eth 9.618 ETH und legte sie auf Kraken. Auch Wallets, die Berichten zufolge mit der Ethereum Foundation verknüpft sind, verschoben an drei verschiedenen Tagen zusammen rund 14.770 ETH.
ETF-Gelder fließen weiter ab
Der Verkaufsdruck fiel mit anhaltenden Abflüssen aus US-Spot-Ethereum-ETFs zusammen. Bis zum 28. Oktober verzeichneten diese Fonds an 17 von 20 Handelstagen Nettoabflüsse, zusammen im Umfang von rund 1,35 Milliarden Dollar (1,2 Milliarden Euro). Das ist der zweitgrößte monatliche Abfluss aller Zeiten, knapp unter November 2025.
Der stärkste Tag war der 6. Oktober, als 201,89 Millionen Dollar (181 Millionen Euro) aus den Fonds abflossen. Laut den bereitgestellten Marktdaten stand der iShares Ethereum Trust von BlackRock in der Woche vom 12. bis 16. Oktober mit 477,1 Millionen Dollar (429 Millionen Euro) von insgesamt 542,2 Millionen Dollar (487 Millionen Euro) an Abflüssen in dieser Woche mit Abstand am stärksten unter Druck. Gleichzeitig verzeichneten Bitcoin-ETFs Zuflüsse, was zeigt, dass Anleger in diesem Zeitraum eher auf Bitcoin als auf Ethereum schauten.
Was das für Anleger bedeutet
Für europäische Kryptonutzer ist vor allem relevant, dass Ethereum nicht nur unter schwächeren Kursen litt, sondern auch unter geringerer Nachfrage über regulierte Anlageprodukte. Hinzu kam laut den bereitgestellten Daten eine schwächere Netzwerkaktivität mit einem niedrigeren Total Value Locked und weniger aktiven Adressen. Das macht die kommenden Wochen wichtig für alle, die auf die Kombination aus ETF-Strömen, On-Chain-Verhalten und dem Vertrauen in ETH achten.
ETH wurde zum Zeitpunkt der Veröffentlichung bei rund 2.328,57 Dollar gehandelt. Analysten schauen nun vor allem auf 2.400 Dollar (2.160 Euro) als erstes Zeichen einer Erholung, während ein Rückgang unter 2.295 Dollar (2.060 Euro) den Fokus auf niedrigere Niveaus verschieben könnte. Ein zusätzlicher technischer Hinweis nennt 2.155 Dollar (1.940 Euro) als mögliches nächstes Niveau, mit 2.000 Dollar (1.800 Euro) darunter als weiterem Beobachtungspunkt.