Ethereum-Staking verschiebt sich für Institutionen zur Bilanzposition
Institutionelle Akteure nutzen ETH-Staking immer häufiger als Einnahmequelle, während Staking-ETFs und Custody-Regeln den Zugang für Berater und Vermögensverwalter bestimmen.

Wichtigste Erkenntnisse
- Ethereum-Staking hat sich 2026 für Institutionen von einer Nischenaktivität zu einer Einnahmequelle und einer Bilanzposition entwickelt.
- Bitmine meldete, dass 98% des Umsatzes aus Staking kamen, was zeigt, dass On-Chain-Rewards für einige börsennotierte Unternehmen im Zentrum stehen.
- Staking-fähige ETFs und strengere Custody-Strukturen machen die Teilnahme an Ethereum-Staking für professionelle Anleger zugänglicher.
Ethereum-Staking hat sich 2026 klar von einer Nische für crypto-native Nutzer zu einer Einnahmequelle für Institutionen verschoben. Laut dem Newsletter von Crypto for Advisors wird Staking für immer mehr Akteure zu einer Bilanzposition, während neue ETFs und Regeln rund um Custody den Zugang weiter verändern. Für Finanzberater geht es damit nicht mehr nur um Rendite, sondern auch um Struktur, Risiko und Verwaltung.
Staking wird zur Einnahmequelle
Die Rolle von Staking auf Ethereum ist größer geworden, da institutionelle Akteure einen sichtbaren Teil des gesamten ETH-Einsatzes ausmachen. Bitmine meldete in seinem letzten Quartalsbericht, dass 98% des Umsatzes aus Staking kamen, was zeigt, dass On-Chain-Rewards für einige börsennotierte Unternehmen zu einer Hauptquelle der Einnahmen geworden sind.
Das macht ETH in einer Treasury-Struktur anders als Bitcoin. Bitcoin bringt keine native Rendite, während ein ETH-Treasury-Unternehmen On-Chain-Belohnungen generieren kann. Dadurch taucht Staking nicht nur in den operativen Entscheidungen auf, sondern auch in der Art, wie Unternehmen ihre Ergebnisse und Bestände darstellen.
Warum Berater darauf achten
Für Berater ist vor allem der Aufbau eines Staking-Produkts wichtig. Wer den Verlust trägt, wenn ein Validator geslashed wird, ob ETH während der Staking-Periode gesperrt ist und ob ein Produkt Liquid Staking nutzt, sind Fragen, die direkt Einfluss auf die Flexibilität für den Kunden haben. Auch die Herkunft der Belohnungen zählt, weil Protocol Rewards planbarer sind als MEV-Einnahmen.
Die Infrastruktur rund um Ethereum wird derweil immer institutioneller. Anfang 2026 waren rund 36 Millionen ETH, fast 30% des umlaufenden Angebots, auf der Beacon Chain gesperrt und durch mehr als 1 Million aktive Validatoren abgesichert. Die Pectra-Upgrade von Mai 2025 spielte dabei ebenfalls eine Rolle, weil sie den maximalen Einsatz pro Validator von 32 auf 2.048 ETH anhob und die automatische Wiederanlage von Belohnungen ermöglichte.
Neue Wege für Institutionen
Die Einführung von staking-fähigen ETFs hat die Hürde für professionelle Anleger weiter gesenkt, die zwar an Ethereum-Staking teilnehmen wollen, aber keine direkte Custody von ETH übernehmen möchten. BlackRock brachte im März 2026 zum Beispiel ETHB auf den Markt, ein reguliertes Anlageinstrument, mit dem Institutionen über eine ETF-Struktur am Staking teilnehmen können.
Auch das Timing rund um Validatoren sagt etwas über die Marktstimmung aus. Im Januar 2026 fiel die Exit-Queue der Validatoren auf null zurück, was darauf hindeutet, dass mehr Akteure ihre ETH weiter gesperrt ließen, statt auszusteigen. Für europäische Krypto-Beobachter ist das relevant, weil es zeigt, wie schnell sich Staking von einem technischen Bestandteil von Ethereum zu einer Produktebene entwickelt hat, auf der ETFs, Custody und Regulierung immer näher zusammenrücken.