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US-Repräsentantenhaus macht ersten Schritt bei Krypto-Steuergesetz

Der Digital Asset Tax Certainty Act soll Klarheit über Staking, Mining, Wash Sales und kleine Transaktionen schaffen. Der Ausschuss berät den Vorschlag am Mittwoch, doch eine Verabschiedung in diesem Jahr erscheint unwahrscheinlich.

US-Repräsentantenhaus macht ersten Schritt bei Krypto-Steuergesetz

Wichtigste Erkenntnisse

  • Ein Ausschuss des US-Repräsentantenhauses hat einen 114 Seiten langen Gesetzentwurf zu neuen Krypto-Steuerregeln veröffentlicht.
  • Der Vorschlag streicht Steuern auf kleine Transaktionsgebühren unter $10, mit einer Ausnahme für Nutzer mit mehr als 5.000 Transfers pro Jahr.
  • Die Beratung folgt am Mittwoch, doch wegen der Rezession und der Wahlen ist die Chance gering, dass der Vorschlag noch in diesem Jahr Gesetz wird.

Ein Ausschuss des US-Repräsentantenhauses macht diese Woche einen wichtigen Schritt in Richtung neuer Krypto-Steuerregeln. Der House Ways and Means Committee hat am Montagabend einen 114 Seiten langen Gesetzentwurf veröffentlicht, der am Mittwoch in einer Markup-Anhörung besprochen und möglicherweise zur weiteren Behandlung weitergeleitet wird.

Was der Gesetzentwurf regelt

Der Vorschlag heißt Digital Asset Tax Certainty Act und betrifft mehrere Bereiche, bei denen die Branche schon länger Klarheit fordert. Dazu gehören de-minimis-Transaktionen, Gewinn- und Verlustaufzeichnungen, Übertragungen, Wash-Sale-Regeln, Mining, Staking und Anforderungen an Broker.

Ein auffälliger Punkt ist, dass kleine Netzwerk- oder Transaktionsgebühren unter $10 (€8,66) künftig nicht mehr besteuert würden. Allerdings gilt eine Ausnahme für jemanden, der im vorangegangenen Jahr mehr als 5.000 Transfers durchgeführt hat. Nach den aktuellen Regeln müssen Nutzer bei Transaktionen mit digitalen Assets auch über kleine Beträge Kapitalgewinne oder -verluste melden.

Der Text enthält außerdem zahlreiche Bestimmungen zu tokenisierten Assets und versucht klarer zu machen, wie Eigentum beim Veräußern digitaler Assets behandelt werden soll. Der Treasury Secretary und die IRS erhalten den Auftrag, bei Bedarf neue Regeln auszuarbeiten und zu veröffentlichen.

Politischer Zeitplan in Washington

Der Ausschuss folgt damit früheren Vorstößen der Abgeordneten Steven Horsford und Max Miller, die im vergangenen Jahr bereits mehrere Versionen von Krypto-Steuergesetzgebung eingebracht hatten. Die aktuelle Fassung könnte die erste ernsthafte Bewegung bei Krypto-Steuern im US-Kongress markieren, auch wenn die Wahrscheinlichkeit gering ist, dass der Vorschlag noch in diesem Jahr Gesetz wird.

Das hängt vor allem mit dem politischen Kalender zusammen. Das Repräsentantenhaus geht später in dieser Woche in die Rezession bis nach den Wahlen im November, wodurch nur wenig Zeit für Debatte und Abstimmung bleibt. Sollte es 2026 dennoch Fortschritte geben, könnte das die Arbeit 2027 fortsetzen, wenn der neue Kongress zusammentritt.

Warum das relevant ist

Für europäische Krypto-Beobachter ist das vor allem deshalb relevant, weil die USA weiterhin eine große Rolle dabei spielen, wie Steuerregeln rund um Krypto weltweit diskutiert werden. Ein klarerer Rahmen für Staking, Mining und kleine Zahlungen kann auch die Debatte darüber prägen, wie digitale Assets steuerlich behandelt werden sollten. Die breitere Gesetzgebungswelle in Washington zeigt außerdem, dass Krypto-Steuern längst kein Randthema mehr sind, sondern immer häufiger Teil der regulären Politik werden. Auch die breitere Diskussion über tokenisierte Assets und Blockchain-Register zeigt, wie Gesetzgeber und Aufseher versuchen, digitale Eigentumsrechte besser in bestehende Regeln einzupassen.


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