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Ethereum will Validator-Deposits vor Quantenangriffen schützen

Der Vorschlag soll den Deposit Contract flexibler machen, damit Ethereum später auf neue Kryptografie umsteigen kann. Das ist relevant, da rund 42,4 Millionen ETH gestaked sind und Quantenrisiken ernster genommen werden.

Ethereum will Validator-Deposits vor Quantenangriffen schützen

Wichtigste Erkenntnisse

  • Ethereum-Forscher schlagen vor, den Deposit Contract gegen künftige Quantenangriffe anzupassen.
  • Der Vorschlag erlaubt verschiedene Schlüsselgrößen und kennzeichnet Einzahlungen mit dem verwendeten kryptografischen System.
  • Rund 42,4 Millionen ETH sind gestaked, weshalb Änderungen an Validator-Signaturen große Auswirkungen haben.

Ethereum-Forscher haben einen Vorschlag eingereicht, um den Deposit Contract der Blockchain anzupassen, damit das Netzwerk später besser gegen Quantenangriffe gewappnet sein kann. Dabei geht es um den Zugangspunkt, über den Nutzer Ether hinterlegen, um Validator zu werden. Laut dem Vorschlag soll es am Ende einen Schalter geben, mit dem Ethereum den aktuellen Signaturstandard abschalten kann.

Was der Vorschlag verändert

Heute akzeptiert der Deposit Contract nur BLS-Keys, also die kryptografischen Schlüssel, die Validatoren nutzen, um Transaktionen zu verifizieren und die Chain am Laufen zu halten. Das ist für die Skalierbarkeit praktisch, weil sich viele Signaturen zusammenfassen lassen, macht die aktuelle Struktur aber auch weniger flexibel. Der neue Vorschlag würde verschiedene Schlüsselgrößen zulassen und jede Einzahlung mit dem verwendeten kryptografischen System kennzeichnen.

Damit will Ethereum verhindern, dass es an einem Format festhängt, das später schwer zu ersetzen ist. Wenn die Community später beschließt, neue BLS-Deposits dauerhaft abzuschalten, bleiben bestehende Validatoren einfach aktiv, neue Validatoren könnten dann aber nicht mehr mit diesem alten Format einsteigen.

Warum das jetzt relevant ist

Die Diskussion bekommt zusätzliches Gewicht, weil auf Ethereum rund 42,4 Millionen ETH gestaked sind, was beim aktuellen Kurs etwa 104 Milliarden Dollar (89,2 Milliarden Euro) entspricht. All diese ETH hängen an Validator-Keys, die derzeit noch das bestehende Format verwenden. Die aktuelle Struktur ist also nicht nur ein technisches Detail, sondern betrifft direkt einen großen Teil der Sicherheit des Netzwerks.

Die Dringlichkeit ist auch durch frühere Forschung von Google Quantum AI gestiegen, die mehrere Angriffspfade auf Ethereum aufgezeigt und auf Risiken für Wallets, Staking, Smart Contracts und Layer-2-Systeme hingewiesen hat. Die Ethereum Foundation arbeitet derweil an einem Weg hin zu quantenresistenter Kryptografie bis etwa 2029. Das macht deutlich, dass dieser Vorschlag vor allem ein erster Schritt in einem längeren Übergang ist und keine direkte Lösung.

Für Wallets und Accounts stellt sich dieselbe Frage bereits auf einer anderen Ebene. In einem jüngeren Vorschlag will Monad beispielsweise Wallets quantensicher machen, ohne eine neue Adresse zu benötigen, damit Nutzer ihre Sicherheit verbessern können, ohne ihre Blockchain-Adresse zu ändern.

Folgen für die Ethereum-Sicherheit

Für europäische Krypto-Beobachter ist das relevant, weil Ethereum nicht nur eine große Blockchain ist, sondern auch eine Basisschicht für viele andere Krypto-Anwendungen. Wenn die Sicherheit von Validator-Signaturen angepasst werden muss, kann das Auswirkungen darauf haben, wie schnell neue Kryptografie eingeführt wird und wie sorgfältig die Migration ablaufen muss. Der Vorschlag zeigt, dass die Branche bereits über eine Zeit nachdenkt, in der die heutige Kryptografie möglicherweise nicht mehr ausreicht.

Der Entwurf ist noch früh und läuft vorerst unter einer vorläufigen Nummerierung. Ein Maintainer des Repositories schlug vor, den Vorschlag EIP-8394 zu nennen. Außerdem muss Ethereum später noch separat festlegen, wie Validatoren neue Signaturen prüfen sollen, denn nur den Deposit Contract anzupassen reicht nicht aus.


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