Galaxy Digital fällt nach Zahlen und Helios-Update im vorbörslichen Handel
Anleger richten den Blick vor allem auf den schnellen Ausbau von Helios in Texas und auf neue Schulden von 3,5 Milliarden $. Die Rechenzentrumssparte erzielte erstmals Umsatz, doch weitere Mieter lassen weiter auf sich warten.

Wichtigste Erkenntnisse
- Galaxy Digital notiert im vorbörslichen Handel nach den Quartalszahlen und einem Update zu Helios mehr als 5 % tiefer.
- Der Nettoverlust verringerte sich auf 85 Millionen $, während die digitale-Asset-Sparte einen bereinigten Bruttogewinn von 66 Millionen $ erzielte.
- Helios brachte erstmals Umsatz ein, zugleich schloss Galaxy eine Schuldenrunde über 3,5 Milliarden $ ab. Damit liegt die Gesamtverschuldung inzwischen über 6 Milliarden $.
Galaxy Digital (GLXY) liegt im vorbörslichen Handel nach der Veröffentlichung der Quartalszahlen mehr als 5 % im Minus. Zwar fiel der Verlust geringer aus als zuvor, doch das Update zum raschen Ausbau des Helios-Rechenzentrumscampus in Texas und eine neue Milliardenfinanzierung rückten stärker in den Fokus der Anleger.
Verlust schrumpft, Aktie fällt
Der Nettoverlust belief sich auf 85 Millionen $ (73,8 Millionen €) und lag damit deutlich unter den 216 Millionen $ (188 Millionen €) aus dem ersten Quartal. Auf verwässerter und bereinigter Basis entsprach das einem Verlust von 0,09 $ (0.078 €) je Aktie. Damit schnitt Galaxy besser ab als von Analysten erwartet, die im Schnitt mit 0,28 $ (0,24 €) gerechnet hatten. Im Vorquartal hatte der Verlust noch bei 0,49 $ (0,43 €) je Aktie gelegen.
Die digitale-Asset-Sparte von Galaxy kam auf einen bereinigten Bruttogewinn von 66 Millionen $ (57,3 Millionen €). Das entspricht einem Plus von 34 % gegenüber dem Vorquartal, obwohl das Handelsvolumen um 7 % zurückging. Das zeigt, dass das Kerngeschäft weiter solide lief. Der Markt blickte jedoch vor allem auf die breitere Ergebnislage und auf den Kapitalbedarf, der mit den Infrastrukturplänen verbunden ist.
Helios macht erstmals Umsatz
Erstmals hat auch die Rechenzentrumssparte Umsatz beigesteuert. Möglich wurde das nach dem Abschluss der ersten Phase von Helios in West Texas. Das Segment erzielte einen bereinigten Bruttogewinn von 20 Millionen $ (17,4 Millionen €) und ein bereinigtes EBITDA von 11 Millionen $ (9,6 Millionen €). Im ersten Quartal hatte hier noch ein bereinigter EBITDA-Verlust von 900.000 $ (781.600 €) gestanden.
Im Rahmen eines 15-jährigen Leasingvertrags stellte Galaxy CoreWeave 200 Megawatt Bruttoleistung zur Verfügung, was 133 Megawatt kritischer IT-Kapazität entspricht. Nach früheren Angaben des Unternehmens ist der Campus inzwischen auf einen Standort mit mehr als 1,6 Gigawatt genehmigter Kapazität angewachsen. Damit nimmt Helios im Markt für KI- und High-Performance-Computing-Infrastruktur eine auffällige Position ein. Das passt zu einem breiteren Trend, bei dem Anbieter mit großer Strom- und Rechenzentrumskapazität gezielt auf KI-Kunden setzen. So hat Core Scientific kürzlich einen langfristigen Infrastrukturdeal für Hunderte Megawatt KI-Kapazität abgeschlossen.
Mehr Kapital, mehr Fragen
Ein neuer Mieter oder ein zusätzlicher Leasingvertrag für weitere Kapazität tauchte in diesem Update allerdings nicht auf. Galaxy teilte aber mit, dass das Unternehmen weiterhin mit potenziellen Mietern für weitere 830 Megawatt genehmigter Kapazität auf Helios spricht. Zudem kaufte Galaxy drei neue Standorte in Texas für künftige Rechenzentren.
Auch auf der Finanzierungsseite geht der Ausbau weiter. Am 28. Juli schloss Galaxy über Galaxy Helios Data Centers II LLC eine private Platzierung über 3,5 Milliarden $ (3 Milliarden €) an vorrangig besicherten Notes mit Laufzeit bis 2031 ab, um Helios Phase II zu finanzieren. Dadurch steigt die Gesamtverschuldung auf mehr als 6 Milliarden $ (5,2 Milliarden €). Für europäische Krypto-Anleger ist das vor allem deshalb relevant, weil Galaxy sich immer stärker zwischen einem Krypto-getriebenen Handelsunternehmen und einem kapitalintensiven Infrastrukturplayer positioniert. Damit wächst die Abhängigkeit von Auslastung, Finanzierung und operativer Umsetzung.