Core Scientific schließt AMD-Deal über 529 MW KI-Kapazität
Der 15-jährige Lease verschiebt Core Scientific weiter weg vom Bitcoin-Mining hin zu KI-Rechenzentren. Im Zentrum des Rollouts stehen AMD Instinct GPUs und EPYC-Prozessoren.

Wichtigste Erkenntnisse
- Core Scientific hat mit AMD einen 15-jährigen Deal über 529 MW KI-Kapazität in den USA abgeschlossen, der mehr als 14 $ Milliarden an Basisumsatz bringen könnte.
- AMD kann bis zum 28. Dezember 2028 weitere 1.925 MW reservieren. Damit könnte die Zusammenarbeit auf rund 2,5 Gigawatt anwachsen.
- Das Quartalsupdate zeigt einen schnellen Rückzug aus dem Bitcoin-Mining, während Colocation und KI-Rechenzentren für Core Scientific immer wichtiger werden.
Core Scientific hat mit AMD einen umfangreichen Infrastrukturvertrag über 529 MW an KI-Kapazität in den USA abgeschlossen. Nach Angaben des Unternehmens könnte die Vereinbarung mehr als 14 $ Milliarden (12,3 € Milliarden) an Basisumsatz generieren und unterstreicht, wie deutlich sich Core Scientific vom Bitcoin-Mining in Richtung KI-Rechenzentren bewegt.
Mehrjährige Kapazität für KI
Die Laufzeit der Lease-Verträge beträgt 15 Jahre. Die Kapazität soll ab 2027 für AMD-Kunden zur Verfügung stehen. Unter bestimmten Voraussetzungen erhält AMD zudem bis zum 28. Dezember 2028 die Möglichkeit, weitere 1.925 MW zu reservieren. Damit könnte das gemeinsame Projekt auf rund 2,5 Gigawatt wachsen.
AMD selbst mietet 377 MW an Core-Scientific-Standorten in Pecos und Hunt County in Texas sowie in Muskogee, Oklahoma, wie aus der Quartalsmeldung des Unternehmens hervorgeht. Ein nicht namentlich genannter Cloud-Anbieter mietet weitere 152 MW in Auburn, Alabama, und Dalton, Georgia, auf Basis von Vereinbarungen, die von AMD unterstützt werden.
Core Scientific und AMD wollen außerdem gemeinsam am Design der Rechenzentren und am Rollout von AMD Instinct GPUs, EPYC-Prozessoren und ROCm-Software arbeiten. Das fügt sich in einen breiteren Branchentrend ein: Mehrere Mining-Unternehmen nutzen ihre bestehende Infrastruktur inzwischen für anspruchsvollere KI-Workloads, weil die Margen im Bitcoin-Mining unter Druck stehen. Auch andere Miner setzen auf langfristige KI-Verträge; TeraWulf hat zuvor bereits einen mehrjährigen Hosting-Deal abgeschlossen, der diese Entwicklung ebenfalls verdeutlicht.
Rückzug aus dem Bitcoin-Mining
Durch den Deal steigt Core Scientifics gemietete Kundenkapazität auf rund 1,1 GW. Das entspricht potenziell mehr als 24 $ Milliarden (21,1 € Milliarden) an vertraglich gesichertem Umsatz. Mitte Juli stellte das Unternehmen 437 MW in Rechnung, was einem annualisierten Colocation-Umsatz von rund 635 $ Millionen (558 € Millionen) entspricht.
Das Quartalsupdate zeigt zugleich, wie schnell das Bitcoin-Mining-Geschäft an Bedeutung verliert. Colocation machte im zweiten Quartal 136,7 $ Millionen (120 € Millionen) aus und stand damit für 83 % des Gesamtumsatzes von 164,2 $ Millionen (144 € Millionen). Der Self-Mining-Umsatz sank dagegen um 66 % auf 21,5 $ Millionen (18,9 € Millionen).
Zusätzlich beendete Core Scientific eine Vereinbarung zum Kauf von Bitcoin-Mining-Chips von Block und verbuchte daraus eine Belastung von 41,9 $ Millionen (36,8 € Millionen). Der Vertrag aus dem Jahr 2024 bezog sich auf 3-Nanometer-Chips mit einer Hashrate von rund 15 EH/s.
Was das für Anleger bedeutet
Für europäische Krypto-Anleger ist vor allem relevant, dass sich ein großer Bitcoin-Miner zunehmend als Rechenzentrumsplattform positioniert. Das spricht dafür, dass die Branche weniger auf reine Mining-Erlöse setzt und stärker auf langfristige Infrastrukturverträge baut, ohne dass sich daraus eine Aussage über die kurzfristige Richtung von Bitcoin selbst ableiten lässt.
Core Scientific hielt zum 30. Juni 848 BTC in der Bilanz, im Wert von 49,7 $ Millionen (43,6 € Millionen), nach 547 BTC drei Monate zuvor. Im ersten Quartal verkaufte das Unternehmen 2.385 BTC für 208,2 $ Millionen (183 € Millionen). Die Aktie CORZ lag vorbörslich 5,6 % im Plus, während AMD in einem schwachen Chipmarkt um 4 % nachgab.