TeraWulf schließt 19-Milliarden-Dollar-KI-Deal mit Anthropic
Der 20-jährige Lease mit Anthropic zeigt, wie Bitcoin-Miner ihre Strom- und Rechenzentrumskapazitäten für KI nutzen. Kentucky entwickelt sich dabei zu einem strategischen Standort, mit Fluor als Baupartner.

Wichtigste Erkenntnisse
- TeraWulf hat mit Anthropic eine 20-jährige Lease-Vereinbarung im Volumen von rund 19 Milliarden Dollar abgeschlossen.
- Das Projekt in Kentucky wurde in einem wettbewerblichen Bieterverfahren gewonnen, bei dem vor allem Stromzugang und langfristige Infrastruktur entscheidend waren.
- TeraWulf verkauft Nicht-Kern-Assets, um Kapital für vollständig eigene KI-Infrastruktur freizusetzen.
TeraWulf baut den Umbau vom Bitcoin-Miner zum KI-Infrastrukturunternehmen weiter aus. Mit einer 20-jährigen Lease-Vereinbarung mit Anthropic über rund 19 Milliarden Dollar (16,6 € Milliarden) setzt das Unternehmen seine Strategie konsequent fort. Laut CEO Paul Prager unterstreicht der Vertrag, dass die Nachfrage nach KI-Computing weiter hoch bleibt und dass Eigentum an Strom, Grundstücken und operativer Kapazität ein klarer Vorteil sein kann.
Kentucky wird strategisch
Prager erklärte, dass Anthropic das Projekt in Kentucky in einem wettbewerblichen Bieterverfahren für sich entschieden habe, bei dem Netzstrom und langfristige Infrastruktur im Mittelpunkt standen. Nach seiner Einschätzung sind nicht alle Megawatt gleich, weil KI-Kunden vor allem verlässliche Energie, redundante Anbindungen und Standorte benötigen, die sich schnell ausbauen lassen.
Die Vereinbarung ist laut dem Interview größer als die aktuelle Börsenbewertung von TeraWulf. Das verdeutlicht, wie stark der Markt für KI-Hosting inzwischen gewachsen ist. TeraWulf arbeitet bereits mit Anthropic und Google auf dem Lake-Mariner-Campus in New York zusammen, sodass zwischen den Parteien nach Pragers Darstellung schon vor dem Abschluss des Kentucky-Vertrags eine bestehende Beziehung bestand.
Kapital fließt in eigene Standorte
Parallel dazu verkauft TeraWulf Nicht-Kern-Assets, darunter seine Beteiligung am Abernathy-Projekt, um Kapital für vollständig eigene KI-Infrastruktur freizumachen. Prager bezeichnete das als disziplinierte Kapitalallokation und nicht als Richtungswechsel in der KI-Strategie. Die Erlöse sollen demnach erneut in Projekte fließen, unter anderem im Osten von Kentucky.
Diese Ausrichtung passt zu einem breiteren Trend: Mehrere Bitcoin-Miner nutzen ihre bestehende Infrastruktur inzwischen für KI-Datacenter, weil diese oft planbarere Einnahmen ermöglichen als die Volatilität des Kryptomarkts. Für TeraWulf liegt der Kern des neuen Geschäftsmodells vor allem in der Kombination aus Energiemanagement, Grundstückspositionen und dem Betrieb von Rechenzentren.
Auch der Markt bewertet diese Verschiebung zunehmend mit. Analysten verwiesen kürzlich darauf, dass die KI-Standorte von Cipher und TeraWulf unterbewertet seien, gemessen am Vertragswert ihrer langfristigen Leases.
Bedeutung für Europa
Für europäische Krypto-Interessierte ist das vor allem deshalb relevant, weil sich daran zeigt, wie schnell Kapital und Infrastruktur vom reinen Mining in Richtung High-Performance Computing verschieben. Das könnte auch ein Hinweis darauf sein, dass Energie, Genehmigungen und die Standortwahl für Kryptounternehmen noch wichtiger werden, wenn sie von der KI-Nachfrage profitieren wollen. TeraWulf erwartet, dass die Anlage in Kentucky ab 2028 online geht, und hat Fluor mit dem Bau beauftragt. Laut Prager liegen die größten Hürden derzeit vor allem bei qualifizierten Arbeitskräften und spezialisierten Auftragnehmern.