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GENIUS Act wird ein Jahr alt, doch Stablecoin-Regeln lassen weiter auf sich warten

Das Gesetz hat einen bundesweiten Rahmen für Payment Stablecoins geschaffen, doch die Ausarbeitung durch OCC und FDIC zieht sich weiter hin. Auch KYC-, Reserve- und Insolvenzregeln sind noch in Bewegung.

GENIUS Act wird ein Jahr alt, doch Stablecoin-Regeln lassen weiter auf sich warten

Wichtigste Erkenntnisse

  • Die US-GENIUS Act ist seit einem Jahr in Kraft, doch die konkreten Stablecoin-Regeln stehen weiterhin aus.
  • Das Gesetz hat einen bundesweiten Rahmen für Reserven, Governance und Aufsicht geschaffen, mit Registrierungspflicht für Emittenten spätestens bis Juli 2028.
  • Parallel arbeitet die Branche an der Digital Asset Market Clarity Act, während die Aufsichtsbehörden weiter an Vorgaben zu Verwahrung, Kapital, Liquidität und KYC feilen.

Die US-GENIUS Act ist seit einem Jahr in Kraft, doch die dazugehörigen Stablecoin-Regeln sind noch nicht finalisiert. Präsident Donald Trump unterzeichnete das Gesetz im vergangenen Jahr und schuf damit erstmals einen bundesweiten Rahmen für Stablecoins in den USA. Die konkreten Vorgaben für Emittenten müssen jedoch weiterhin von den Aufsichtsbehörden ausgearbeitet werden.

Erster bundesweiter Rahmen

Mit dem Gesetz wurden die Leitplanken für Reserven, Governance und operative Anforderungen gesetzt. Die Detailarbeit wurde anschließend an Behörden wie das Office of the Comptroller of the Currency und die Federal Deposit Insurance Corporation übergeben. Für die Kryptobranche bedeutet das zwar mehr Orientierung, aber noch kein vollständig ausformuliertes Regelwerk.

Laut Ji Hun Kim, Chef des Crypto Council for Innovation, war die Verabschiedung des Gesetzes ein wichtiger Meilenstein. Er sagte, dass Institutionen und Innovatoren inzwischen auf einer klareren Grundlage aufbauen könnten und dass Stablecoins sich zügig in Richtung Mainstream-Adoption bewegen. Wie es weitergeht, hängt seiner Einschätzung nach aber weiterhin von den noch ausstehenden Vorgaben der Aufsichtsbehörden ab.

Die FDIC veröffentlichte zuvor 144 Fragen zur Aufsicht über Stablecoin-Emittenten, mit besonderem Fokus auf Verwahrung, Kapital und Liquidität. Die OCC legte im Februar zudem einen eigenen Vorschlag vor, wie das Gesetz auszulegen sei. Darüber hinaus liegt ein weiterer Vorschlag auf dem Tisch, der Stablecoin-Emittenten ähnliche Know-your-Customer-Prüfungen wie traditionellen Finanzinstituten auferlegen würde.

Regeln noch in Ausarbeitung

Die GENIUS Act ist das erste große bundesweite Kryptogesetz in den USA, auch wenn es nur einen begrenzten Teil des Marktes abdeckt. Im Kern geht es um Payment Stablecoins, also digitale Assets für Zahlungen oder Settlement, die laut Gesetz 1 zu 1 durch klar definierte Reserven gedeckt sein müssen. Emittenten müssen sich spätestens bis Juli 2028 als zugelassener Emittent registrieren.

Das Gesetz sieht außerdem ein zweistufiges Aufsichtsmodell vor. Emittenten mit weniger als 10 $ Milliarden (8,7 € Milliarden) an umlaufenden Stablecoins können unter staatliche Regulierung fallen, sofern der jeweilige Rahmen im Wesentlichen mit den bundesweiten Anforderungen vergleichbar ist und vom Stablecoin Certification Review Committee genehmigt wurde. Zudem stellt das Gesetz klar, dass Payment Stablecoins nach Bundesrecht weder als Securities noch als Commodities gelten und damit nicht unter die Aufsicht von SEC und CFTC fallen.

Für Inhaber enthält das Gesetz außerdem zusätzlichen Schutz für den Fall einer Insolvenz eines zugelassenen Emittenten. Im Bankruptcy Code wurden Anpassungen vorgenommen, die Stablecoin-Inhabern einen vorrangigen Anspruch auf die Reserven einräumen, noch vor anderen Gläubigern.

Bedeutung für Europa

Für europäische Krypto-Beobachter zeigt dieser Meilenstein, wie schnell sich Stablecoins von einem Nischenprodukt zu einem regulierten Zahlungsmittel entwickeln können, aber auch, wie lang der Weg bis zur praktischen Umsetzung sein kann. Der US-Ansatz dürfte für Kryptounternehmen, Anlageinstrumente und Zahlungsanbieter mit internationalem Geschäft relevant sein, vor allem weil die Vorgaben zu Reserven, KYC und Insolvenzschutz immer konkreter werden. Gleichzeitig bleibt das Ergebnis von den endgültigen Regeln abhängig, die die Aufsichtsbehörden noch abschließen müssen. In der Praxis könnte das spürbare Folgen für Anbieter wie Tether haben, das möglicherweise innerhalb von zwei Jahren die US-Anforderungen erfüllen muss, um USDT auf US-Plattformen zu halten.

Clarity Act bleibt hängen

Parallel dazu versucht die Branche weiterhin, die Digital Asset Market Clarity Act durch den Kongress zu bringen. Der Text der kombinierten Gesetzesvorlagen ist bislang nicht öffentlich, und mehrere Punkte sind weiter offen, darunter eine Ethik-Klausel, die verhindern soll, dass Spitzenfunktionäre von eigenen Krypto-Aktivitäten profitieren.

Senatorin Elizabeth Warren bat Trump diese Woche um eine finanzielle Offenlegung für die erste Hälfte von 2026, nachdem seine Erklärung für 2025 gezeigt hatte, dass er mehr als 1,4 $ Milliarden (1,2 € Milliarden) mit verschiedenen Krypto-Aktivitäten verdient hatte. Auf der anderen Seite der Debatte sagte Rep. Bryan Steil während einer Anhörung, der Kongress müsse das Gesetz verabschieden, um Wachstum im Markt für digitale Assets zu ermöglichen und Regulation by enforcement durch klare Regeln zu ersetzen.


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