Gillibrand fordert Verbot von Trump-Memecoins nach 636 Millionen Dollar Gewinn
Gillibrand verknüpft ihren Vorstoß mit Ethikregeln für Präsidenten und Kongressmitglieder, nachdem Trumps TRUMP-Token laut einer neuen Offenlegung 636 Millionen Dollar eingebracht hat.

Wichtigste Erkenntnisse
- Senatorin Kirsten Gillibrand bekräftigt ihre Forderung, Memecoins für Präsidenten, Kongressmitglieder und deren Ehepartner zu verbieten.
- Auslöser ist eine Offenlegung, aus der hervorgeht, dass Donald Trump 2025 mit seinem TRUMP-Token 636 Millionen Dollar verdient hat.
- Gillibrands Vorschlag kommt zu einem Zeitpunkt, an dem die Sorgen über Interessenkonflikte zunehmen, während Krypto-Unternehmen 2026 bereits 189 Millionen Dollar für Wahlkämpfe ausgegeben haben.
Senatorin Kirsten Gillibrand hat ihre Forderung nach einem Verbot von Memecoins für den Präsidenten, Mitglieder des Kongresses und deren Ehepartner erneut bekräftigt. Anlass ist eine neue Offenlegung, der zufolge Donald Trump 2025 mit seinem TRUMP-Token 636 Millionen Dollar (556 Millionen Euro) verdient hat. Damit verschärft sich die Debatte über Ethik und mögliche Interessenkonflikte in Washington weiter.
Trump und die Memecoin-Frage
In der 927 Seiten langen Aufstellung, die am Dienstag vom Office of Government Ethics veröffentlicht wurde, meldete Trump für 2025 Krypto-Einnahmen von mehr als 1,4 Milliarden Dollar (1,2 Milliarden Euro). Der größte Einzelposten entfiel auf CIC Digital LLC und stand im Zusammenhang mit der Lizenz für den Official Trump (TRUMP) Meme Coin. Trump hat seine Krypto-Einnahmen inzwischen öffentlich verteidigt. Der TRUMP-Token wird derzeit bei rund 1,80 Dollar (1,57 Euro) gehandelt und liegt damit mehr als 97 Prozent unter dem Höchststand von 73,43 Dollar (64 Euro), den er kurz nach dem Start im Januar 2025 erreicht hatte.
Auch First Lady Melania Trump brachte einen Memecoin auf den Markt und meldete 6 Millionen Dollar (5,2 Millionen Euro) aus NFTs und digitalen Collectibles. Die Kritik an Trumps Token-Aktivitäten fällt inzwischen deutlich schärfer aus. Der Ökonom Peter Schiff bezeichnete die Tokens diese Woche als legale Bestechung und sagte, Käufer zahlten damit faktisch für Zugang zum Präsidenten.
Gillibrands eigener Druckpunkt
Gillibrand knüpft ihre neue Forderung an den End Crypto Corruption Act, einen Vorschlag von Senator Jeff Merkley aus dem Mai 2025. Der Entwurf soll Präsidenten, Abgeordnete, Spitzenbeamte und ihre Familien daran hindern, digitale Assets auszugeben oder zu bewerben, darunter Memecoins und Stablecoins. Ziel ist es, Interessenkonflikte einzudämmen und die Integrität des Amtes zu schützen.
Der Zeitpunkt ist allerdings heikel, weil auch Gillibrand selbst Fragen zu den Krypto-Ambitionen ihrer Familie ausgesetzt ist. Fortune berichtete im Juni, dass ihr Sohn Theodore Gillibrand 30 Millionen Dollar (26,2 Millionen Euro) für American Perpetuals Exchange Corp. eingesammelt hat. Das Unternehmen ist eine Derivatebörse mit einer Bewertung von 300 Millionen Dollar (262 Millionen Euro) und will bei der Commodity Futures Trading Commission eine Genehmigung beantragen, um Perpetual Futures auf Aktien und Indizes zu listen.
Warum das in Europa wichtig ist
Für europäische Krypto-Anleger zeigt dieser Fall, wie eng Ethik, Regulierung und Marktstruktur in den Vereinigten Staaten miteinander verknüpft sind. Das ist relevant, weil Diskussionen über Memecoins, Stablecoins und Derivatebörsen häufig in breitere Regeln für Krypto-Unternehmen und ihren Marktzugang münden. Auch die politische Finanzierung rund um Krypto bleibt ein Faktor, der den Ton für künftige Gesetze mitbestimmen kann.
Krypto-Unternehmen gaben 2026 bereits 189 Millionen Dollar (165 Millionen Euro) für Wahlkämpfe aus. Das entspricht rund 37 Prozent der unternehmerischen Wahlkampfspenden. Da die Republikaner beide Kammern kontrollieren, könnte sich in den kommenden Monaten zeigen, ob Ethikregeln in Verhandlungen über die Marktstruktur berücksichtigt werden.