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Google stuft Quantumbedrohung für Ethereum drastisch herunter, das Netzwerk stellt sich darauf ein

Google senkt die nötige Rechenleistung für einen Angriff auf Ethereum deutlich. Deshalb setzt das Netzwerk jetzt schneller auf Post-Quantum-Sicherheit.

Google stuft Quantumbedrohung für Ethereum drastisch herunter, das Netzwerk stellt sich darauf ein

Wichtigste Erkenntnisse

  • Google senkt im März 2026 die geschätzte Quantenanforderung, um Ethereum-Accounts zu knacken, auf rund 1.200 Qubits.
  • Ethereum hat im Januar 2026 ein Post-Quantum-Security-Team gegründet und arbeitet an Lösungen wie EIP-8141 und Kohaku.
  • Andere Blockchains wie Bitcoin und Solana haben ähnliche ECDSA-Schwachstellen, aber bisher keine vergleichbare Post-Quantum-Roadmap.

Google hat im März 2026 eine bahnbrechende KI-Studie veröffentlicht, die die benötigte Anzahl an Quantenbits, um die Sicherheit von Ethereum-Accounts zu knacken, um den Faktor 20 senkt. Während früher davon ausgegangen wurde, dass Zehntausende logische Qubits nötig wären, kommt die Studie zu dem Schluss, dass etwa 1.200 Qubits ausreichen. Damit rückt die Quantumbedrohung von einem theoretischen Problem in eine Frage von Planung und Vorbereitung.

Quantenrisiko und die Schwachstellen von Ethereum

Ethereum nutzt den digitalen Signaturalgorithmus auf elliptischen Kurven (ECDSA), um Transaktionen zu verifizieren. Jede Transaktion legt den öffentlichen Schlüssel eines Accounts offen, was mit ausreichend leistungsfähigen Quantencomputern dazu führen kann, dass der private Schlüssel berechnet wird. Dadurch könnten Wallets geleert werden. Auch wenn die heutige Quantenhardware das noch nicht kann, ist die Zahl von 1.200 Qubits für Ingenieure durchaus ein realistischer Richtwert, auf den sie sich vorbereiten können. Ein kleiner Teil der Ethereum-Assets, rund 0,1 %, liegt in Accounts, die ihren öffentlichen Schlüssel bereits offengelegt haben und deshalb schon jetzt verwundbar sind.

Außerdem sind auch andere Teile des Ethereum-Ökosystems anfällig für Quantenangriffe, etwa Validator-Signaturen, Data-Availability-Commitments und die Zero-Knowledge-Proof-Systeme, auf denen viele Rollups aufbauen. Sie nutzen mathematische Prinzipien, die von leistungsstarken Quantencomputern gebrochen werden könnten.

Ethereums Strategie für Post-Quantum-Sicherheit

Die Ethereum Foundation hat im Januar 2026 ein spezielles Post-Quantum-Security-Team unter der Leitung von Thomas Coratger gegründet. Das Team arbeitet offen an Lösungen und hält die Community über pq.ethereum.org auf dem Laufenden. Forscher wie Justin Drake sehen Post-Quantum-Sicherheit als Top-Priorität.

Ein wichtiger Anreiz ist der Poseidon Prize, ein Preisgeld von 1 Million Dollar, das Forschung an verbesserten hashbasierten kryptografischen Primitiven unterstützt. Das knüpft an die Post-Quantum-Kryptografiestandards an, die das National Institute of Standards and Technology (NIST) im August 2024 finalisiert hat.

Kurzfristig wird EIP-8141 geprüft, ein Vorschlag, der native Account Abstraction einführt und Nutzern erlaubt, ihr eigenes Signaturalgorithmus zu wählen. Das könnte in der Hegotá-Hard-Fork in der zweiten Hälfte von 2026 umgesetzt werden. Der vollständige Übergang zu einer quantensicheren Protokollversion ist für etwa 2029 geplant, im Einklang mit der Frist, die Google für seine eigenen Systeme gesetzt hat.

Für Nutzer, die schon jetzt vorsorgen wollen, bietet das Kohaku-Projekt die Möglichkeit, quantenresistente Smart Accounts über den ERC-4337-Standard zu erstellen, ohne dass dafür eine Hard Fork nötig ist. Das ist schon für einen Bruchteil eines Dollars auf dem Layer-1-Testnet möglich.

Quantumbedrohung und der breitere Kryptomarkt

Andere große Blockchains wie Bitcoin und Solana haben ähnliche Schwachstellen, weil sie ebenfalls ECDSA nutzen. Allerdings hat bisher keines dieser Netzwerke einen vergleichbaren institutionellen Ansatz oder eine Roadmap für Post-Quantum-Sicherheit veröffentlicht. Die deutliche Senkung der benötigten Qubit-Zahl durch Google, eines der fortschrittlichsten Quantenprogramme, zeigt, dass die Quantumbedrohung kein Zukunftsthema mehr ist.

Auch wenn es technisch noch Hürden gibt, bevor Hardware diese Fähigkeiten erreicht, kann der Kryptomarkt diese Entwicklung nicht länger ignorieren. Ethereum geht mit konkreten Schritten und Investitionen voran, um die Sicherheit gegen Quantenangriffe abzusichern.

Warum das für europäische Krypto-Nutzer relevant ist

Der europäische Kryptomarkt mit seiner wachsenden Nutzung und Regulierung könnte von den Entwicklungen rund um Post-Quantum-Sicherheit profitieren. Ethereums aktiver Ansatz und die Integration neuer kryptografischer Standards können als Vorbild für europäische Projekte und Regulierung dienen. Das könnte die Sicherheit und das Vertrauen in Blockchain-Technologien in Europa stärken, während die Quantumbedrohung immer konkreter wird.


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