Perps dominieren den Krypto-Handel, doch Funding bleibt ein Schwachpunkt
Perpetual Futures ziehen das meiste Volumen an, vor allem bei Altcoins. Die laufende Funding Rate kann Positionen jedoch spürbar verteuern. Damit sind Perps ein zentraler Baustein für Liquidität und Preisfindung.

Wichtigste Erkenntnisse
- Perpetual Futures sind für viele Krypto-Trader das bevorzugte Derivat, weil sie hohe Liquidität, niedrige Kosten und eine starke Kapitaleffizienz bieten.
- Die Funding Rate bleibt ein zentraler Nachteil, weil sie Positionen mit der Zeit deutlich verteuern kann.
- Perps kommen täglich auf mehr als 200 $ Milliarden an Volumen und sind für viele Altcoins das wichtigste handelbare Derivat.
Perpetual Futures, kurz Perps, haben sich für viele Krypto-Trader zum Standard unter den Derivaten entwickelt. Die Kontrakte laufen ohne festes Verfallsdatum, erlauben hohen Hebel und ziehen enormes Volumen an, weil sie schnell handelbar, vergleichsweise günstig und kapitaleffizient sind. Ein Punkt sorgt dabei immer wieder für Diskussionen: die Funding Rate. Sie kann eine offene Position mit der Zeit spürbar verteuern.
Warum Trader Perps wählen
Für viele Trader sind Perps längst kein Zusatzprodukt mehr, sondern der übliche Weg, um am Kryptomarkt zu handeln. Das gilt besonders außerhalb von Bitcoin und Ethereum, wo klassische Futures oft zu wenig Liquidität bieten, um wirklich attraktiv zu sein, und der Spot-Handel für aktive Marktteilnehmer weniger interessant ist, wenn sie die Tokens nicht langfristig halten wollen.
Ihre Attraktivität beruht laut Marktteilnehmern vor allem auf drei Faktoren: tiefer Liquidität, niedrigen Handelskosten und hoher Margin Efficiency. Mit vergleichsweise wenig Sicherheiten lässt sich ein deutlich größeres Exposure aufbauen. Das macht Perps sowohl für Retail-Trader als auch für institutionelle Marktteilnehmer interessant. Hinzu kommt, dass der Markt rund um die Uhr geöffnet ist und Preisbildung damit nicht nur während der klassischen Börsenzeiten stattfindet.
Entsprechend bewegen Perps inzwischen täglich mehr als 200 $ Milliarden (174 € Milliarden) an Volumen. Für viele Altcoins sind sie sogar das einzige wirklich relevante Derivat mit breiter Handelbarkeit, weil klassische Futures auf diese Tokens häufig nur dünn gehandelt werden.
Funding macht den Unterschied
Genau hier liegt jedoch die Kehrseite. Zusätzlich zur Handelsgebühr zahlen Trader über Funding Rates eine wiederkehrende Gebühr, um eine Position offen zu halten. Diese Kosten orientieren sich am Markt und werden in der Regel alle acht Stunden abgerechnet. Dadurch lassen sie sich im Vorfeld nur schwer exakt kalkulieren.
Laut den im Artikel zitierten Tradern ist das oft ein größeres Risiko als Liquidationen. Eine Position kann auf den ersten Blick solide aussehen, aber dennoch weniger Rendite bringen oder sogar ins Minus rutschen, wenn die Funding Rate über längere Zeit hoch bleibt. Vor allem bei längeren Haltedauern kann dieser Effekt deutlich ins Gewicht fallen.
Auch die Marktstruktur spielt dabei eine Rolle. Perps sind über mehrere Krypto-Exchanges verteilt, sodass Händler ihr Kapital auf verschiedene Handelsplätze aufteilen können. Das erhöht zwar die Effizienz, führt aber auch dazu, dass Preisunterschiede, Funding und Ausführung je nach Plattform spürbar variieren können.
Was das über den Markt sagt
Für europäische Krypto-Leser zeigt sich daran, wie wichtig Derivate für den breiteren Kryptomarkt inzwischen geworden sind. Perps sind nicht nur ein Handelsinstrument, sondern auch ein zentraler Bestandteil von Liquidität und Preisfindung, vor allem bei kleineren Tokens, bei denen Spot und klassische Futures weniger tief sind. Gleichzeitig macht die Debatte um Funding deutlich, dass Hebelhandel in Krypto strukturell andere Kosten und Risiken mit sich bringt, als viele Anleger zunächst erwarten.
Die Trader weisen außerdem darauf hin, dass Perps in Stressphasen besonders schnell zum dominierenden Marktsegment werden können, weil sie jederzeit handelbar sind. Das macht sie relevant für alle, die den Kryptomarkt beobachten, von aktiven Tradern bis hin zu Marktteilnehmern, die nachvollziehen wollen, wie sich Preise außerhalb der klassischen Börsenzeiten bilden.
Perps sind zudem kein neues Konzept: Das Modell wurde bereits 2015 durch BitMEX populär gemacht, das den Markt für ewige Swaps maßgeblich geprägt hat. In einem separaten Artikel über perpetual swaps wird erklärt, wie Funding-Zahlungen und Leverage seitdem zum Standard bei Krypto-Derivaten geworden sind.