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Perpetual Swaps dominieren den Krypto-Markt und prägen die Preisfindung

Perps machen inzwischen den größten Teil des Krypto-Handels aus. Funding Rates und Liquidationen spielen bei Bitcoin und Ethereum eine zentrale Rolle für die Preisfindung.

Perpetual Swaps dominieren den Krypto-Markt und prägen die Preisfindung

Wichtigste Erkenntnisse

  • Perpetual Swaps haben sich zum dominanten Handelsinstrument im Krypto-Markt entwickelt und bewegen Schätzungen zufolge jährlich 40 $ Billionen bis 50 $ Billionen.
  • Perps haben kein Enddatum; Funding Rates alle acht Stunden halten den Kontraktpreis nah am Spotpreis.
  • 2025 wickelten die zehn größten Perpetual-Swap-Exchanges zusammen ein Volumen von 92,9 $ Billionen ab, was die Verschiebung hin zu Derivaten unterstreicht.

Perpetual Swaps, meist einfach Perps genannt, sind inzwischen das prägende Handelsinstrument im Krypto-Markt. Schätzungen zufolge kommen sie jährlich auf ein Volumen zwischen 40 $ Billionen (35,1 € Billionen) und 50 $ Billionen (43,9 € Billionen) und liegen damit deutlich über dem Spot-Handel. Für professionelle Trader, Hedgefonds und auch private Spekulanten sind Perps oft die erste Wahl, wenn sie gehebeltes Exposure auf Bitcoin oder Ethereum suchen, ohne die jeweilige Coin direkt zu halten.

Warum Perps anders funktionieren

Der Unterschied zu klassischen Futures liegt vor allem in der Laufzeit. In traditionellen Märkten endet ein Futures-Kontrakt zu einem festen Termin, danach muss die Position gerollt werden, wenn das Exposure bestehen bleiben soll. Im frühen Krypto-Markt führte das immer wieder zu Reibungen, unter anderem weil Futures häufig über dem Spotpreis von Bitcoin notierten und damit gerade für Retail-Trader schwer nachvollziehbar waren.

BitMEX, die Derivatebörse von Arthur Hayes und Ben Delo, suchte zunächst mit immer kürzeren Laufzeiten nach einer Lösung. Das Spektrum reichte von Quartalskontrakten über Monats- und Wochenprodukte bis hin zu 24-Stunden-Expiries. Den eigentlichen Durchbruch brachte erst der Mai 2015, als BitMEX den Perpetual Swap einführte, also einen Kontrakt ohne Enddatum. Seitdem kann eine Position über Stunden, Tage oder sogar Jahre offen bleiben, ohne Settlement oder Rollover.

Funding hält den Preis im Gleichgewicht

Weil Perps nicht auslaufen, kann sich ihr Preis leichter vom Spotmarkt entfernen. Genau hier setzt die Funding Rate an: Alle acht Stunden fließt Geld zwischen Longs und Shorts. Notiert der Perp über dem Spotpreis, zahlen Long-Positionen an Shorts. Liegt er darunter, ist es umgekehrt. Die Börse selbst behält dabei keinen Anteil ein.

Der Mechanismus sorgt dafür, dass der Kontraktpreis näher am zugrunde liegenden Markt bleibt und größere Abweichungen mit der Zeit teurer werden. Auch Market Maker nutzen das aus, indem sie den Perp shorten und gleichzeitig Spot kaufen, sobald sich ein klarer Aufschlag bildet. 2025 kamen die zehn größten Perpetual-Swap-Exchanges zusammen bereits auf ein Volumen von 92,9 $ Billionen (81,6 € Billionen), nach einem Plus von 64,6 Prozent gegenüber 2024. Das zeigt, wie stark sich die Preisfindung im Krypto-Markt inzwischen in Richtung Derivate verschoben hat.

Warum das relevant bleibt

Für europäische Krypto-Leser ist das vor allem deshalb relevant, weil Perps längst kein Nischenprodukt mehr sind, sondern ein zentraler Baustein der Marktstruktur. Der Aufstieg dezentraler Plattformen wie Hyperliquid zeigt zudem, dass Kapital immer häufiger nach Alternativen zu zentralen Exchanges sucht, unter anderem wegen der höheren Kapitaleffizienz und des breiten Angebots an handelbaren Assets. Gleichzeitig nimmt die Diskussion darüber zu, ob sich dieses Derivate-Modell auch außerhalb von Krypto einsetzen lässt, etwa bei traditionellen Aktien oder tokenisierte Real-World Assets (RWAs). Dass das Produktsegment breiter wird, zeigt sich auch bei großen Handelsplattformen: Coinbase baut Derivate aus, um weniger abhängig von Handelsgebühren zu werden.

Zur Attraktivität von Perps trägt auch der Leverage bei. Einige Plattformen boten in ihren Hochphasen einen Hebel von bis zu 100-fach, sodass schon kleine Kursbewegungen erhebliche Gewinne oder Verluste auslösen konnten. Um dieses Risiko zu begrenzen, setzen Exchanges auf automatische Liquidationssysteme, die Positionen schließen, bevor das Guthaben negativ wird. Genau diese Infrastruktur, von Funding bis zur Liquidation-Engine, hat Perps zu einem der meistgenutzten Anlageinstrumente im Krypto-Markt gemacht.


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