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Google zeigt MPC für Krypto-Sicherheit für Banken

Der Private-Preview-Dienst soll Banken helfen, Krypto und tokenisierte Assets sicher zu verwahren, wobei MPC als Antwort auf den Diebstahl privater Schlüssel und andere Cyberrisiken dient.

Google zeigt MPC für Krypto-Sicherheit für Banken

Wichtigste Erkenntnisse

  • Google präsentiert in New York Google Multi-Party Compute, einen neuen Sicherheitsdienst für Banken und Finanzinstitute, die Krypto und tokenisierte Assets verwahren wollen.
  • Der Dienst teilt private keys in mehrere Teile auf und bündelt Signing, Transaktionsregeln und Key Recovery in einem Paket.
  • Google positioniert MPC als Antwort auf den Diebstahl privater Schlüssel und sagt, dass die Architektur später um Post-Quantum-Kryptografie erweitert werden kann.

Google zeigt am Mittwoch in New York einen neuen Sicherheitsdienst für Banken und andere Finanzinstitute, die Krypto und tokenisierte Assets verwahren und bewegen wollen. Der Dienst heißt Google Multi-Party Compute, kurz MPC, und befindet sich noch in der Private Preview. Alphabet nutzt das System bereits für eigene digitale Assets auf Ethereum und Solana.

Neuer Schritt für Custody

Google sagt, dass mehrere Design-Partner und große Finanzinstitute die Technologie testen. Der Dienst ist noch nicht allgemein verfügbar und soll erst 2027 kommerziell starten, auch wenn das Unternehmen bislang keinen Preis genannt hat. Damit bringt Google erstmals ein separates Produkt für Krypto-Custody auf den Markt, zusätzlich zu bestehenden Diensten wie Google Cloud Key Management Service und Cloud HSM.

Der Kern von MPC ist einfach: Ein Private Key wird in mehrere Teile aufgespalten, sodass es keinen einzelnen Ausfallpunkt gibt. Laut Google behalten Kunden die Kontrolle über ihr Key Material und das Unternehmen kann es nicht in unverschlüsselter Form einsehen, selbst wenn Key Shares auf Google-Infrastruktur liegen. Der neue Dienst ergänzt das um Signing, Transaktionsregeln und Key Recovery in einem Paket.

Warum Banken darauf schauen

Das Timing ist logisch. Banken und andere Finanzunternehmen prüfen immer häufiger, wie sie Blockchains für tokenisierte Assets, Zahlungen und digitale Custody nutzen können. Dabei ist eine sichere Autorisierung entscheidend, weil Transaktionen auf einer Blockchain in der Regel nicht rückgängig gemacht werden können, sobald sie gesendet wurden.

Google positioniert MPC auch als Antwort auf bestehende Cyberrisiken. Das Unternehmen verweist auf Angriffe mit gestohlenen privaten Schlüsseln, ein Problem, das den Kryptomarkt seit Jahren Milliarden kostet. Laut Chainalysis waren kompromittierte private keys im Jahr 2024 für 43,8% aller gestohlenen Krypto verantwortlich, während DeFiLlama per Juni dieses Jahres auf $16,69 Milliarden (€15 Milliarden) an kumulativen Verlusten durch Hacks und Exploits kam, von denen rund 40% auf Probleme mit privaten Schlüsseln zurückgeführt wurden.

Wettbewerb und breitere Risiken

Der Schritt bringt Google näher an spezialisierte Anbieter wie Fireblocks, Fordefi und BitGo. Gleichzeitig versucht das Unternehmen, sich mit seiner Cloud-Infrastruktur und bestehenden Beziehungen zu Banken abzuheben. Google sagt, dass Institute ihre Credentials über eigene Hardware, Google Cloud und andere Cloud-Anbieter verteilen können, sodass keine einzelne Partei allein die Kontrolle über die Assets erhält.

Für europäische Kryptonutzer ist vor allem relevant, dass solche Tools zeigen, wie sich die institutionelle Adoption von einzelnen Experimenten hin zu konkreten Sicherheitsprodukten verschiebt. Auch die Debatte um KI und Quantencomputing spielt eine Rolle. Google nennt diese Risiken ausdrücklich, während das Unternehmen sagt, dass die Architektur später um Post-Quantum-Kryptografie erweitert werden kann, ohne dass Institute ihre Systeme neu aufbauen müssen. Das passt zur breiteren Diskussion über quantensichere Custody, in der Banken und Custodians bereits mit neuen Wegen experimentieren, Schlüssel und Transaktionen zukunftssicher zu machen.


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