Helium und T-Mobile starten 5G-Mobildienst
IoT-Blockchain Helium und T-Mobile arbeiten zusammen an einem dezentralen 5G-Netzwerk.

IoT-Blockchain Helium und T-Mobile arbeiten zusammen an einem dezentralen 5G-Netzwerk. Kann das Projekt die jüngste Controverse hinter sich lassen?
Am 20. September kündigten die Gründer hinter dem IoT-Netzwerk Helium eine Partnerschaft mit dem Mobilfunkanbieter T-Mobile an. Gemeinsam wollen die beiden an einem dezentralen 5G-Netzwerk mit dem Namen Helium Mobile arbeiten. Dieses beschreibt sich selbst als die weltweit erste "Crypto-Carrier".
Der Dienst soll Anfang 2023 in den USA starten. Das 5G-Netzwerk von T-Mobile und Helium soll dann hochwertiges mobiles Internet auf die Smartphones der Nutzer bringen. Wie bei normalen Mobilfunkanbietern werden verschiedene Tarife angeboten. Diese sollen schon für nur fünf Dollar pro Monat erhältlich sein und damit deutlich günstiger sein als aktuelle Tarife. Zusätzlich können Kunden sogenannte MOBILE-Tokens abbauen.
Helium Mobile verspricht sogar: Je größer das Netzwerk, desto niedriger die Kosten. Das klingt zunächst nach einer vielversprechenden Vision. Das IVB-Projekt war in den letzten Wochen jedoch nicht ohne Kontroverse.
Beschuldigungen gegen Gründer
Die Vision eines weltweiten, dezentralen Netzwerks für das Internet der Dinge (IoT) brachte Helium den Ruf als "People's Network" ein. In einem Bericht der Wirtschaftszeitschrift Forbes wurden kürzlich jedoch schwere Vorwürfe gegenüber den Gründern der Blockchain erhoben. Sie soll einen Großteil der HNT-Token zum Start des Projekts gehortet haben. Laut Forbes sei ein Viertel der Token bereits in den ersten Monaten der Blockchain gemined worden.
Kein besonders grenzenloses Bild für das Projekt. Vor allem, weil es von seinen zahlreichen Knoten lebt, in Form einzelner Nutzer. Das Konzept hinter Helium ist tatsächlich vielversprechend. Über das eigene "proof-of-coverage"-Konsensmechanismus beweisen Nutzer, dass sie über ihre Module Bandbreite bereitstellen. So schürfen sie die HNT-Token. So soll das Netzwerk weltweit Konnektivität bieten, ohne eine zentral aufgebaute Infrastruktur.
Sinkende Belohnungen
Helium ist inzwischen stark gewachsen. Und eigentlich sollte dieses Wachstum den einzelnen Knoten zugutekommen. Doch in den letzten Monaten gab es Beschwerden von Nutzern über stetig sinkende Belohnungen beim Mining. Das Reddit-Forum des Projekts ist voller Berichte von Nutzern, die wenig bis gar kein HNT verdienen. Die Module zum Bereitstellen von Bandbreite kosten jedoch häufig mehrere Hundert US-Dollar. Für viele Knotenkorewder wird sich das langfristig nicht lohnen. Tech-Unternehmer Liron Shapira äußerte dafür scharfe Kritik am Projekt.
Umstieg auf Solana
Mitten in der Debatte um sinkende Belohnungen kündigte das Projekt seine Absicht an, seine Infrastruktur auf die Solana-Blockchain umzustellen. Große Teile der Helium-Blockchain, einschließlich des Tokens, der Governance-Struktur und des proof-of-coverage-Konsensusmechanismus, würden dann auf Solana laufen. Die Entwickler hinter Helium hoffen, dass dies die Skalierbarkeit und Interoperabilität des Protokolls erhöhen wird.
Solana ist in den letzten Monaten jedoch eher dafür bekannt, Netzwerk-Aussetzer zu haben als fortgeschrittene Skalierbarkeit. Technisch gesehen befindet sich das Mainnet der Blockchain in der Beta-Phase. Weitere Ausfälle könnten auch zu Störungen im Betrieb des zukünftigen Helium-Netzwerks führen. Die Frage ist daher, warum die Helium-Entwickler ihr eigenes Blockchain-System, das bisher recht stabil läuft, diesem Risiko aussetzen wollen.
Auf jeden Fall war die Community bezüglich der Änderung einhellig: 81 Prozent stimmten dafür. Offenbar erwarten sie, dass das IoT-Projekt wieder aufblühen wird. Denn trotz des aufkommenden Gegenwinds hat Helium weiterhin das Potenzial, eine führende Web3-Anwendung zu werden. Das Projekt hat wie viele junge Blockchain-Projekte mit typischen Kinderkrankheiten zu kämpfen. Die Vision ist vielversprechend, aber die Technologie ist noch nicht ganz ausgereift.
Die Partnerschaft mit T-Mobile könnte Helium einen Schub in Richtung massiver Einführung geben. Das Projekt muss jedoch seinen Nutzern treu bleiben.