Sandbox stoppt Base- und BNB-Bridge nach Exploit
Der Angriff betraf nur die Bridges zu Base und BNB Smart Chain; Ethereum und Polygon blieben verschont. Auch Börsen wie Bithumb und Upbit setzten SAND-Einzahlungen und -Auszahlungen aus.

Wichtigste Erkenntnisse
- Sandbox hat das Bridging zu Base und BNB Smart Chain nach einem Exploit gestoppt, mit dem ungedeckte SAND-Token gemintet werden konnten.
- Das Unternehmen warnt Nutzer davor, SAND auf Base und BNB zu kaufen, zu verkaufen oder zu handeln, weil die Liquidität dort beeinträchtigt ist.
- Sandbox sagt, dass Ethereum und Polygon nicht betroffen sind, und arbeitet an einer Entschädigung für berechtigte Nutzer der betroffenen Liquiditätspools.
Sandbox hat das Bridging zu Base und BNB Smart Chain gestoppt, nachdem ein Exploit entdeckt worden war, mit dem ein Angreifer auf diesen Netzwerken ungedeckte SAND-Token minten konnte. Das Krypto-Unternehmen sagte, die betroffenen Token könnten nicht mehr verschoben oder eingelöst werden, und warnte Nutzer davor, SAND auf Base und BNB zu kaufen, zu verkaufen oder zu handeln, weil die Liquidität dort beeinträchtigt ist.
Was schiefgelaufen ist
Laut Sandbox wurde der Angriff genutzt, um insgesamt ungedeckte Token mit einem Nominalwert von rund 49 Milliarden Dollar (41,9 Milliarden Euro) zu bridgen. Dieser Betrag bedeutet nicht, dass tatsächlich so viel Geld gestohlen wurde. Gemeint ist der Marktwert der Token auf Basis des SAND-Kurses, während die Liquidität, um diese Token tatsächlich zu verkaufen, deutlich geringer war.
Blockaid meldete, dass es den Exploit während des Angriffs bereits erkannt hatte. Das Sicherheitsunternehmen sagte, der Angreifer habe über LayerZero-Delegate-Berechtigungen und eine approveAndCall-Funktion ungedeckte SAND-Token gemintet. PeckShield kam später zu einer anderen Zählung und nannte 14,9 Milliarden SAND über zwei Adressen. Diese Zahlen sind nicht direkt vergleichbar, weil sie zu unterschiedlichen Zeitpunkten ermittelt wurden und die nominale Erstellung von Token messen, nicht bestätigte Verluste.
Sandbox sagte außerdem, dass die SAND-Token auf Ethereum und Polygon nicht betroffen seien. Auch seien keine Nutzer-Wallets kompromittiert worden, und die auf Ethereum hinterlegte SAND-Sicherheit bleibe intakt.
Folgen für den SAND-Handel
Der SAND-Token hat eine Marktkapitalisierung von rund 136 Millionen Dollar (116 Millionen Euro) und ein Gesamtangebot von 3 Milliarden Token. Sandbox sagte, die Auswirkungen beträfen weniger als 0,01 % dieses Angebots, was weniger als 300.000 SAND entspricht, wenn man es direkt am Angebot misst.
Die Störung traf auch den Handel auf Börsen in Südkorea. Bithumb und Upbit setzten Einzahlungen und Auszahlungen von SAND aus, nachdem sie Hinweise auf vermutete Sicherheitsprobleme gemeldet hatten. Sandbox sagte, dass es einen Snapshot von vor dem Vorfall erstellt und an einer Entschädigung für berechtigte Nutzer der betroffenen Liquiditätspools arbeitet. Eine technische Nachbesprechung soll später folgen.
Warum das breiter relevant ist
Der Fall zeigt, wie anfällig Cross-Chain-Bridges weiterhin sind, ein Bereich des Kryptomarkts, der schon häufiger Ziel von Exploits in DeFi war. Ein ähnlicher Angriff traf kürzlich auch eine andere Bridge, bei der ein Fehler in der Einzahlungsprüfung zum Minten ungedeckter Token und zur Stilllegung des Dienstes führte. Für europäische Krypto-Anleger ist vor allem relevant, dass sich ein Problem auf einer Chain schnell auf mehrere Netzwerke und Handelsplattformen auswirken kann. Sandbox hatte zudem bereits mit Phishing-Vorfällen rund um gehackte E-Mail- und Social-Media-Konten zu tun, was die Aufmerksamkeit für die Sicherheit rund um das Projekt weiter erhöht.