Charles Hoskinson stellt Cardano-Governance-Plan vor, doch der ADA-Kurs bleibt schwach
Hoskinson will die Cardano-Governance über Discord und eine neue Verfassung umbauen, während der ADA-Kurs auf einem Tiefpunkt bleibt. Die Frage ist, ob das das Vertrauen wieder stärken kann.

Wichtigste Erkenntnisse
- Charles Hoskinson hat einen neuen Plan vorgestellt, um die festgefahrene Governance von Cardano wieder in Gang zu bringen.
- ADA notiert bei rund $0,16, nahe dem niedrigsten Stand seit fünf Jahren, nach einem monatlichen Rückgang von 35%.
- Hoskinson will Governance-Diskussionen auf einen moderierten Discord-Server verlagern und eine neue Cardano-Verfassung einführen.
Charles Hoskinson, Gründer von Cardano, hat einen neuen Plan vorgestellt, um die festgefahrene Governance des Netzwerks wieder zu beleben. Trotz seiner Vorschläge bleibt der ADA-Tokenpreis nahe dem Tiefststand der vergangenen fünf Jahre, bei rund $0,16 (€0), nach einem Rückgang von 35% innerhalb eines Monats.
Die Herausforderungen bei Cardanos Governance
Cardano steckt in einer Governance-Krise, die sich in einem sinkenden Marktwert zeigt, der inzwischen auf etwa $6,3 Milliarden (€5,5 Milliarden) gefallen ist. Das Ökosystem gerät immer stärker unter Druck: Das Analytics-Plattform TapTools stellt den Betrieb ein, und mehrere Entwickler ziehen sich zurück. Auch die Spannungen unter den Delegated Representatives (DReps) nehmen zu, während die Zahl der Förderanträge die verfügbaren Mittel deutlich übersteigt. Hoskinson verweist auf einen Engpass, bei dem mehr als 600 Millionen ADA an Förderanträgen einem Limit von 350 Millionen ADA gegenüberstehen, ohne klare Strategie zur Priorisierung.
Die jüngste gescheiterte Abstimmung über einen Cardano-Summit im Jahr 2026 und der Rückzug einiger DReps verstärken das Bild einer Governance, die unter Druck steht. Hoskinson betont, dass die aktuelle Plattform für Diskussionen, vor allem X (früher Twitter), wegen des Fokus auf Spektakel und Konflikte nicht für konstruktive Entscheidungen geeignet sei.
Hoskinsons Plan: Discord und eine politische Partei
Hoskinson schlägt einen moderierten Discord-Server als neuen Ort für Governance-Diskussionen vor, inspiriert von der Community-Server von Midnight, die nach dem Entfernen böswilliger Akteure auf rund 49.000 Mitglieder gewachsen ist. Er will Zero-Knowledge-Technologie nutzen, damit Mitglieder anonym sprechen und abstimmen können, was Schutz vor Einschüchterung bieten soll.
Außerdem will Hoskinson sich als DRep registrieren und eine politische Partei bilden, die automatisch gegen Förderanträge stimmt, sofern die Teilnahme an der Governance-Discord nicht erfüllt ist. Das soll als Accountability-Mechanismus dienen, um Transparenz und Beteiligung zu erhöhen, ohne den endgültigen Entscheidungen von On-Chain-Abstimmungen etwas wegzunehmen.
Er spricht sich auch für eine neue Version der Cardano-Verfassung mit klareren Exekutivrollen, gewählten Autoritäten und festgelegten Wachstumszielen aus. Laut Hoskinson ist das Fehlen einer eindeutigen Definition von Wachstum ein wichtiger Grund für Konflikte über Budgets.
Warum diese Entwicklungen für europäische Krypto-Investoren relevant sind
Für europäische Anleger könnte Hoskinsons Plan darauf hindeuten, dass die Führungsstruktur von Cardano gestärkt werden soll, was für die langfristige Stabilität und das Wachstum des Netzwerks wichtig ist. Die vorgeschlagenen Änderungen bei der Governance könnten die Entscheidungsfindung und damit auch die Kursentwicklung von ADA beeinflussen. Gleichzeitig zeigt die aktuelle Kursentwicklung, dass das Vertrauen des Marktes noch nicht zurück ist, was ein wichtiger Faktor für Anlageentscheidungen bleibt.
Hoskinson betont, dass die Zukunft von Cardano entscheidend ist: "Cardano muss liefern, sonst ist es vorbei." Die kommende Zeit dürfte zeigen, ob seine Pläne ausreichen, um das Vertrauen zurückzugewinnen und Wachstum anzustoßen."